Fernreisen planen

Fernreisen planen: Die ersten Schritte

Eine Reise ist umso stressfreier, desto besser sie vorbereitet ist. Lesen Sie, wie Sie dabei am besten vorgehen, Schritt für Schritt.

"Unvorbereitetes Wegeilen bringt unglückliche Wiederkehr" – das wusste schon Johann Wolfgang von Goethe. Bedeutete Reisen zu Zeiten des umtriebigen Dichterfürsten noch das langsame, oft mühselige Vorankommen zu Fuß und auf dem Pferd, in Kutschen und auf Schiffen, so bringen uns heutzutage schon ein paar hundert Euro und ein Tag im Flugzeug an das andere Ende der Welt.

Ein "unvorbereitetes Wegeilen" war scheinbar nie leichter – doch Goethes Worte gelten noch immer: Eine vernünftige Vorbereitung bleibt der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg in die Ferne. outdoor erklärt, um welche Dinge sich angehende Weltenbummler unbedingt kümmern sollten.

1. Die ersten Schritte

Steht Ihr Reiseziel fest, geht es darum, die günstigste Reisezeit herauszufinden. Neben den jahreszeitlichen Verschiebungen rund um den Globus gilt es vor allem, die Regenzeiten zu beachten: In den Tropen gibt es ein- bis zweimal jährlich eine Monsunperiode; Reisen sind in dieser Zeit nicht empfehlenswert. Detaillierte Auskunft zur besten Saison finden Sie auf www.oeamtc.at, der Webseite des Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclubs, Suchwort: Reisezeit.

Nun sollte man das Zeitbudget kalkulieren. Das geht erst, wenn Sie den Routenverlauf so weit ausgearbeitet haben, dass die Transportmittel feststehen. Wer für die An- und Abreise oder auch längere Zwischentransporte öffentliche Verkehrsmittel nutzen will, sollte sich möglichst früh die besten und günstigsten Verbindungen sichern – das ist vor allem für Flüge wichtig. Gute Dienste bei der Suche leisten hier Internet-Reiseportale wie opodo oder expedia. Auch andere Leistungen mit begrenztem Angebot verlangen rechtzeitiges Handeln. Dazu gehören Übernachtungsplätze, aber auch geplante Touren vor Ort. So sind zum Beispiel die Permits für weltbekannte Trekkingklassiker wie den Milford Track auf Neuseeland oder den Otter Trail in Südafrika meist bereits auf Monate im Voraus vergeben.

Foto: © Ernst Rose / Pixelio Reisekasse & Reisepass

Reisepass und Reisekasse sollten vor der Abreise stimmen.

2. Drei Monate vorher

Spätestens jetzt wird es Zeit, sich mit den Einreisebestimmungen der Zielländer zu befassen. Alle notwendigen Infos erteilt das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de). Der erste Blick gilt dem Pass. Innerhalb der EU reicht der Personalausweis, doch die meisten anderen Länder gewähren ohne Reisepass keinen Einlass. Wichtig: Je nach Ziel muss er noch drei, sechs oder sogar zwölf Monate über den geplanten Aufenthalt hinaus gültig sein. Werden zusätzlich noch Visa benötigt, sollte pro Land mindestens eine freie Seite zur Verfügung stehen. Achtung: Manche Länder verweigern die Einreise, wenn im Pass bereits Visa verfeindeter oder als problematisch betrachteter Nationen vermerkt sind. In solchen Fällen beantragen Reisende besser einen Zweitpass – im Extremfall sind sogar bis zu zehn möglich.

Ist der Pass überprüft, können die Visa beantragt werden. Kosten, Bearbeitungszeiten und eventuell nötige Zusatzdokumente (z. B. staatliche Einladungen, Nachweise über Hotelbuchungen/Ausreisetickets) variieren von Land zu Land. Je nach Reiseroute kann die Beschaffung mehrerer Visa eine sehr zeit- und nervenaufreibende Angelegenheit sein. Wer die Mühen - nicht aber die Mehrkosten - scheut, beauftragt einen professionellen Visumdienst
(s. weitere Reisetipps) – je nach Zeitpunkt des Antrags kostet dieser Service zwischen 15 und 40 Euro.

Welche Gesundheitsrisiken an Ihrem Reiseziel bestehen und welche Möglichkeiten der Vorsorge es gibt, wissen reisemedizinisch ausgebildete Ärzte und Tropeninstitute. Erste Infos und Kontaktadressen liefert das Zentrum für Reisemedizin (www.crm.de). Am dringlichsten stellt sich die Frage, ob Impfungen anstehen: Manche verlaufen in mehreren Phasen, zum Beispiel Cholera oder Hepatitis.

03.03.2009
Autor: Niko Dohmen
© outdoor
Ausgabe 02/2009