Familienautos im Vergleich: 12 Autos von 8.000 bis 47.500 Euro

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Foto: Hans-Dieter Seufert Familienautos im Vergleich

Spezielle Testkriterien für Familienautos

Zwölf Familienautos stellen sich dem Test von auto motor und sport, bei dem ganz spezielle Testkriterien angelegt werden. Hier die Details und Ergebnisse des Vergleichstests ...

Spezielle Testkriterien für Familienautos

Was hier zählt, ist unter anderem das leichte Ein- und Aussteigen, das möglichst einfache Beladen und Umbauen des Innenraumes ...

Spezielle Testkriterien für Familienautos

... sowie Fahreigenschaften/Sicherheit, Kinderfreundlichkeit und die Kosten. Die Kandidaten werden nach Preis in zwei Gruppen unterteilt: über und unter 25.000 Euro.

Dacia Logan MCV

Sitzen/Einsteigen (4 von 5 Sterne): Hinter großen Türen gibt’s zu weiche Vordersitze, die bequeme zweite Reihe ist leicht erhöht. Ganz hinten nimmt man lieber Platz als in einem Van. Beladen (4 von 5 Sterne): Praktische Hecktüren, XXL-Laderaum – die meisten schaffen nicht so viel Gepäck weg. Kinderwagen? Einfach reinfahren. Im Gepäckboden stören Haken. Kinderfreundlichkeit (3 von 5 Sterne): Sechs Kids können mit – wenn Papa den Dachgurt des mittleren hinteren Platzes überlistet. Große Fondtüren sind okay, Schiebetüren wären besser. Fahren (1 von 5 Sterne): Beim Thema Fahrsicherheit spart sich Dacia ins Abseits: ESP gibt es für den Logan MCV nicht, vordere Seitenairbags kosten 280 Euro. Kosten (5 von 5 Sterne): Der Siebensitzer beginnt bei 10.490 Euro. Mit dem empfohlenen, sparsamen 86-PS-Diesel kostet der MCV ab 12.990 Euro. Serie: drei Jahre Garantie.

Dacia Logan MCV

Einst in der Billigecke geparkt, hat sich der Kombi des Logan (MCV) längst im Straßenbild etabliert. Der Viertürer schluckt mehr Gepäck als ein VW Touran, kostet aber nur halb so viel. Während Mama den Kinderwagen ohne zu falten ins Heckabteil stellt, winken bis zu drei Kinder von der zweiten, leicht erhöhten Sitzreihe dem Nachbarshund. Die beiden äußeren Plätze der Bank sind mit Isofix- Kindersitzbefestigungen versehen, mittig nervt ein fummeliger Dachgurt. Wer Junior auf den Beifahrerplatz schnallt, kann den Airbag per Schalter ins Off schicken. Ästheten mögen über die vielen harten (stinkenden) Kunststoffverkleidungen im Innenraum lästern – spätestens nach dem Abwischen des ausgespuckten Babybreis werden sie sie lieben. Die bequeme dritte Sitzreihe ist 500 Euro Aufpreis wert. Schwachstellen? ESP und hintere Airbags gibt es nicht mal gegen Zuzahlung.

Dacia Logan MCV

Ergebnis (3 von 5 Sterne): Günstiger fährt kein anderer Familienwagen vor: Der Logan MCV glänzt mit zwei vollwertigen Fondsitzreihen, riesigem Kofferraum und niedrigem Verbrauch – vorausgesetzt, der Diesel-Motor knurrt unter der Haube. Wenn sich Dacia nicht das ESP sparen würde, hätte der Logan MCV hier gewonnen.

Ford Grand C-Max

Sitzen/Einsteigen (4 von 5 Sterne): Schiebetüren machen das Zusteigen leicht und die Familie froh, der Sitzkomfort ist bis zur zweiten Reihe lobenswert. Viel zu kurz: die hintersten Lehnen. Beladen (4 von 5 Sterne): Längs verschiebbare Rücksitze, nach allem Klippklapp entsteht eine ebene, aber hohe Ladefläche. Daher hat der Siebensitzer weniger Stauraum als der Logan MCV. Kinderfreundlichkeit (4 von 5 Sterne) Rollos in den Schiebetüren erfreuen alle, die stark getönte Seitenscheiben (195 Euro) verschmähen. Die Sicht für Knirpse ist in der dritten Reihe schlecht. Fahren (4 von 5 Sterne) Ist Papa allein unterwegs, jagt er den Ford gern über Landstraßen. Mit voller Ladung lässt er das, denn der Van neigt sich mitunter stark zur Seite. ESP regelt gut. Kosten (3 von 5 Sterne) Zwei Jahre Garantie und erhöhter Wertverlust drücken die Stimmung – der empfehlenswerte 1,6-Liter-Diesel (ab 23.550 Euro) kostet 526 Euro Unterhalt im Monat.

Ford Grand C-Max

Ford Grand C-Max: Ford baut derzeit vier Vans, aber nur einer hat hintere Schiebetüren. Damit lassen sich nicht nur Narben an Nebenparkern vermeiden, sondern auch Rückenschmerzen beim Anschnallen von Zwillingen. Zwei breite Kindersitze passen bequem auf die Rücksitze (die äußeren Plätze haben immer Isofix), zwei weitere in Reihe drei – die kostet 700 Euro Aufpreis. Soll der Kinderwagen mit, falten sich die beiden Polsterstühle im Heck zur ebenen Fläche. Der Bordcomputer informiert, wer sich nicht angeschnallt hat. Außerdem gibt es einen speziellen zweiten Innenspiegel, in dem alle Mitfahrer zu sehen sind. Kinder freuen sich hinten über Klapptische (Titanium-Paket).

Ford Grand C-Max

Ergebnis ( 4 von 5 Sterne): Wer sich an den niedrigen Türen seines kompakten Familienkombis stört, wird den Grand C-Max lieben. Von den Schiebetüren bis zur Rückbank wirkt der Ford durchdacht – nur die zu tiefe dritte Reihe und das Kostenkapitel vermiesen die Freude etwas.

Honda Jazz

Sitzen/Einsteigen (2 von 5 Sterne) Der Jazz erinnert mit hohem Dach an einen Van. Der Zustieg hat Kleinwagenniveau, das Befestigen von Kindersitzen ist durch fummelige Gurtschlösser nervig. Beladen (3 von 5 Sterne): Gut durchdachtes Raumkonzept mit aufstellbarer Bank und klappbarer Lehne. Das maximale Ladevolumen ist jedoch durch die knappe Grundfläche begrenzt. Kinderfreundlichkeit (2 von 5 Sterne): Mehr als drei Kindersitze passen nicht in den 3,90 Meter langen Honda. Die Aussicht für Kids ist wegen der kleinen hinteren Scheiben begrenzt. Fahren (2 von 5 Sterne) An Unübersichtlichkeit leidet der Jazz nicht, sein Federungskomfort ist ausreichend. Beim Ausweichen mit Zuladung bremst das ESP tüchtig ein. Kosten (5 von 5 Sterne) Der empfohlene Benziner mit 90 PS (ab 12.550 Euro) kostet 396 Euro Unterhalt pro Monat – inklusive des spürbaren Wertverlusts. Vorbildlich: drei Jahre Garantie.

Honda Jazz

Der Jazz plumpst schnell in die Schublade der gewöhnlichen Kleinwagen, dabei gebührt ihm der Titel „familienfreundlichster Mini“. Seine akrobatische zweite Reihe sollte Polo & Co. Modell stehen: Mit einem Handgriff klappt die Bank zur Lehne hoch, so dass zwei Fahrräder oder Kinderwagen hinter die Vordersitze passen. Mitgedacht hat Honda auch beim Gepäckboden, der sich ab Ausstattung Comfort zweifach in der Höhe justieren lässt und mit einem Netz das Gepäck hält. Für Kinder gibt es statt guter Aussicht ein DVD-System als Zubehör. Wird das Jüngste auf den Beifahrerplatz geschnallt, lässt sich der Airbag über dem Handschuhfach abschalten.

Honda Jazz

Ergebnis (3 von 5 Sterne): Der Jazz passt ideal zu Kleinfamilien, die in der Stadt leben. Denn er ist nicht nur übersichtlich und wendig, sondern auch bezahlbar, erstaunlich variabel (im Vergleich zu Polo und Co.) und trägt die Kinderlein auch mal an die Ostsee. Bei Langstreckenkomfort und Zuladung sollte man von dem Zwerg keine Wunder erwarten.

Opel Meriva

Sitzen/Einsteigen (4 von 5 Sterne): Opels besonderes Türkonzept geht auf: So kommt man auch leicht in die zweite Reihe. Abgesehen vom hinteren Mittelplatz sind die Sitze komfortabel. Beladen (4 von 5 Sterne): Die längs verschiebbare Rückbank bietet Spielraum beim Laden – ein sperriger Kinderwagen passt allerdings erst nach dem Umklappen der Fondbank ins Heck. Kinderfreundlichkeit (3 von 5 Sterne): Im kleinen Van können bis zu vier Kinder mitfahren, drei gut rausschauen, für zwei gibt’s Klapptische. Der Innenraum lässt sich nicht besonders einfach reinigen. Fahren (3 von 5 Sterne): Der Opel folgt sauber seiner Spur, wird beim plötzlichen Ausweichen mit voller Ladung allerdings hart vom ESP gezügelt. Zudem fällt die Übersicht mau aus. Kosten (4 von 5 Sterne): Der empfohlene 1.4 Turbo (ab 17 520) liegt bei 487 Euro Monatskosten mit Wertverlust. Gut: geringe Versicherungsprämien. Schlecht: fast neun Liter Verbrauch.

Opel Meriva

Die Türen des aktuellen Meriva öffnen gegenläufig. Das erleichtert den Zustieg hinten, auch für Kinder. Müheloser wird es ebenso für all jene, die die Zwerge in ihren Sitzen festschnallen, da man nun fast vor der Bank steht und nicht seitlich daneben. Zwei Kindersitze passen auf die längs verschiebbaren Rücksitze. Der Kofferraum ist allerdings nur dann groß genug für einen Kinderwagen, wenn die Bank flachgefaltet wird – was jedoch völlig mühelos gelingt. Im Verkehrsgewimmel und auf der Suche nach Parkplätzen wirkt der Meriva gar nicht mehr so übersichtlich wie im Stand, beim Ausweichtest mit voller Beladung leistet er sich dagegen keine Schwächen.

Opel Meriva

Ergebnis (4 von 5 Sterne): Die Platzverhältnisse auf 4,29 Metern können sich sehen lassen, ebenso das Türkonzept – selbst wenn Schiebetüren in engen Parklücken noch praktischer sind. Kinder fühlen sich wohl an Bord, geplagte Eltern würden gern mehr Gepäck einladen können

VW Caddy

Sitzen/Einsteigen (5 von 5 Sterne): Vorn und hinten gelingt der Zustieg tadellos, die fünf Sitzplätze des Testwagens sind bequem. Zwei weitere gibt es für 679 Euro Aufpreis. Beladen (5 von 5 Sterne) Breite Heckklappe, langer, ebener Gepäckboden, ganz viel Platz – so muss der Kofferraum eines Familientransporters aussehen. Störend: die enorm sperrige Hutablage. Kinderfreundlichkeit (5 von 5 Sterne): Hintere Schiebetüren kommen bei Kindern bestens an. Durch die erhöhte zweite Reihe können Junior und seine Freunde prima rausschauen. Und: überall Ablagen. Fahren (3 von 5 Sterne): Kein Rennwagen, auch kein Golf. Durch den hohen Schwerpunkt fährt sich der Caddy wie ein kleiner Bus. Gut: keine Probleme beim vollbeladenen Ausweichen. Kosten (4 von 5 Sterne): Mit dem empfehlenswerten 1.2 TSI-Benziner (ab 18.600 Euro) kostet der Caddy stolze 465 Euro Unterhalt – nur zwei Jahre Garantie stimmen ebenfalls nicht fröhlich.

VW Caddy

Zugegeben, Starrachse klingt nicht besonders sexy. Allerdings stört die simple Technik beim Caddy nicht wirklich: Auch beladen bleibt er auf Kurs, verkraftet sogar plötzliches Ausweichen mit vollem Kofferraum. Bemerkenswerter ist, dass sein Gepäckabteil fast schon Loft spielt: Es passen mehr Koffer rein als bei Touran und Logan MCV. Dank dem hohen Dach ist auch die Kopffreiheit auf allen Plätzen sehr gut. Drei Kindersitze lassen sich auf der bequemen Rückbank befestigen, die seitlichen Schiebetüren (ab Paket Trendline gibt’s zwei) erleichtern die Prozedur. Zwerge können hinten gut rausschauen und Muttis ganz viel unterbringen, denn der Caddy hat reichlich Ablagen.

VW Caddy

Ergebnis (4 von 5 Sterne): Wer mit der Form und dem Fahrgefühl eines Kleinbusses leben kann, bekommt mit dem Caddy einen echten Familientransporter. Motto: einladen und losfahren. Gut auch, dass er sich einfach reinigen lässt.

VW Golf

Sitzen/Einsteigen (3 von 5 Sterne): Wer bequem Platz nehmen will, muss vorne einsteigen – hinten ist der Türausschnitt zwar okay, um Kinder in ihre Sitze zu schnallen, bedarf es aber etwas Mühe. Beladen (2 von 5 Sterne): Der Kofferraum ist zwar relativ groß, lässt sich aber nicht intelligent erweitern. Ein kleiner Kinderwagen passt dennoch ins Heck, der Rest muss in die Dachbox. Kinderfreundlichkeit (2 von 5 Sterne) Trauriges Kapitel, denn abgesehen von dunklen Scheiben im Fond und ausreichend Ablagen kann der Golf nicht mehr als der kürzere Honda Jazz. Kosten (4 von 5 Sterne): Der Kaufpreis – wir empfehlen den 1.2 TSI für 19.460 Euro – ist nicht ohne, aber danach geht’s: Der Golf ist wertstabil, kommt auf 465 Euro Monatskosten.

VW Golf

Kein Golf Plus – wir haben den Golf zum Test gebeten. Der deutsche Bestseller bewegt seine Rückbank so unflexibel, als zählten wir das Jahr 1975. Kein Wunder, dass Familien Touran oder Dacia Logan kaufen. Dabei hat der VW grundsätzlich die Größe, kleine Familien glücklich zu machen. Zwei Kindersitze passen auf die Rückbank (äußere Plätze mit Isofix), der Beifahrerairbag ist abschaltbar. Allerdings können die Zöglinge schlecht von der tiefen Rückbank aus rausschauen, Klapptische gibt’s nicht. Ein dicker Pluspunkt: die Fahrsicherheit.

VW Golf

Ergebnis (3 von 5 Sterne): Ernüchternde Vorstellung des Bestsellers: Kleine Familien kann er glücklich machen – bis sie die variable Rückbank des Honda Jazz erlebt haben. Seine guten Allroundeigenschaften und der geringe Wertverlust retten den VW aber in diesem Vergleich.

Land Rover Discovery

Sitzen/Einsteigen (3 von 5 Sterne): Die Vorder- und drei verstellbare Einzelsitze im Fond sind bequem (trotz schmalem Mittelplatz), ganz hinten klappstuhlartig mit Gurtbringer im Dach. Hohe Einstiegskante. Beladen (3 von 5 Sterne) Das Unterteil der Heckklappe steht im Weg, dahinter warten entweder Kante oder Wanne. Große Ladehöhe und -tiefe, gutes Klappkonzept, viele praktische Ablagen. Kinderfreundlichkeit (3 von 5 Sterne): Der hohe Boden erschwert das Hinein- und Hinaushelfen. Ein Kinderwagen passt problemlos hinein, Kindersitze ebenfalls. Für die Kleinen tolle Sicht nach draußen. Fahren (3 von 5 Sterne): Schwerfälliges Handling mit Wankneigung und frühem ESP-Einsatz, präzise Lenkung, niedrige Innengeräusche, überraschend gute Übersicht. Kosten (3 von 5 Sterne): Mit Allrad und V6-Diesel für 47.470 Euro. Monatskosten von 1.038 Euro sowie hoher Wertverlust, aber ordentliche Ausstattung, drei Jahre Garantie und günstige Vollkasko.

Land Rover Discovery

So lang wie ein Alhambra, will der Discovery beweisen, dass sich SUV und Familie nicht ausschließen. Bis zu sieben Personen passen rein, sechs davon gern in Kindersitzen – Respekt! Wer das Sitzkonzept verstanden hat, bedient es aus dem Handgelenk. Schwieriger wird das Beladen: Die zweigeteilte Heckklappe versperrt den Zugang, das Gepäckabteil wird dann sehr tief, ist wegen der Kastenform jedoch sperrguttauglich. Der Einstieg ist ebenso hoch wie die Ladekante, was Gurtschloss-Fummeln bei der Kindersitzbefestigung erschwert. Dafür können Kleine wie Große toll rausgucken und gediegene Platzverhältnisse sowie ebensolchen Komfort genießen.

Land Rover Discovery

Ergebnis (3 von 5 Sterne): Er ist ein siebensitziger Kumpeltyp mit Alltagstalenten: Nicht nur im Schlamm, auch als Kindergarten-Shuttle und Urlaubsbus sammelt der Land Rover Punkte. Sein Sitzkonzept ist überraschend praktisch, das Platzangebot ordentlich. Die Kastenform fördert Übersichtlichkeit und Beladbarkeit. Billig ist der gediegene Offroader allerdings nicht.

Mercedes E-Klasse

Sitzen/Einsteigen (2 von 5 Sterne): Vorn sitzt man hervorragend, auf der Rückbank sehr ordentlich mit genug Platz für zwei Kindersitze und einen kompromissbereiten Erwachsenen. Beladen (2 von 5 Sterne): Große Klappe und steiler Heckabschluss erleichtern das Beladen. Das Rollo fährt selbsttätig rauf und runter, die Lehnen fallen auf Knopfdruck. Wenig variabel. Kinderfreundlichkeit (3 von 5 Sterne): Relativ anstrengendes Verzurren der Kindersitze und Hineinsetzen der Kinder. Kaum Ablagen, aber DVD-System und Rollos. Mäßige Sicht für Kinder. Fahren (5 von 5 Sterne): Sicher, präzise, komfortabel gefedert und hervorragend geräuschgedämmt: Das T-Modell fährt oberklassig. Trotz stattlicher Abmessungen ordentliche Übersicht. Kosten (2 von 5 Sterne): Relativ teuer (220 CDI T für 45.904 Euro), hohe Versicherungseinstufung und nur zwei Jahre Garantie, aber wertstabil. Hohe Monatskosten von 909 Euro.

Mercedes E-Klasse

Der W 123 legte 1977 den Grundstein, Daimler baute kontinuierlich darauf auf. So verbindet das aktuelle T-Modell der E-Klasse tollen Komfort und viel Sicherheit mit üppigem Kofferraum. Große Klappe, steiles Heck und praktische Features (einfach entriegelnde Lehnen, pfiffig hochfahrendes Rollo) helfen im Alltag. Bis zu vier Kindersitze finden Platz, auf Wunsch schützen Rollos die Kleinen, und ein DVD-System im Fond schont Eltern-Nerven. Bei den Ablagen knausert die E-Klasse allerdings, und auch das Verzurren der Zwerge fällt schwerer als bei höheren Konkurrenten. Lange Türen stören in engen Lücken. Klasse Fahreigenschaften und perfekte Klimatisierung entschädigen.

Mercedes E-Klasse

Ergebnis (3 von 5 Sterne): Er steht zu Recht auf dem Wunschzettel solventer Familienväter – mit oder ohne Dienstwagenberechtigung. Tiptop-Fahreigenschaften, viel Platz und Sicherheit sowie die einfache Bedienbarkeit trösten über eine kombitypisch begrenzte Variabilität hinweg.

Seat Alhambra

Sitzen/Einsteigen (4 von 5 Sterne): Die großen Schiebetüren erleichtern den Einstieg für Erwachsene selbst nach ganz hinten, sowie das Anschnallen von Kindern. Durchweg bequeme Sitze. Beladen ( 4 von 5 Sterne): Große Klappe hinten, Schiebetüren an den Seiten. Bei flachgelegten Sitzen (durchdachte Mimik) ein Gepäckraumboden ohne Kanten, dafür mit Ösen. Viele Ablagen. Kinderfreundlichkeit ( 4 von 5 Sterne): Problemloser Einstieg selbst an Engstellen, Kindersitze (auch als Isofix) nicht so einfach zu montieren wie im VW Bus, Klapptische an den Vordersitzlehnen. Fahren (3 von 5 Sterne): Wegen des langen Vorbaus aus Haube und Armaturenbrett ist der Alhambra unübersichtlich. Der Fahrkomfort insgesamt überzeugt. Kosten (3 von 5 Sterne): Als 2.0 TDI mit 140 PS für 32.065 Euro happiger Anschaffungspreis, 685 Euro Monatskosten, günstige Versicherung, aber nur zwei Jahre Garantie.

Seat Alhambra

Der Siebensitzer ist nur vier Zentimeter kürzer als der VW Bus, verfolgt mit flacherer Karosserie und PKW-artiger Auslegung aber andere Ziele. Deutlich komfortabler soll er sein, ohne es an Nutzwert mangeln zu lassen. Davon bietet der hochwertig anmutende Alhambra (baugleich mit VW Sharan) eine Menge: Viele Ablagen, große Schiebetüren und bequeme, dazu einfach bedienbare variable Sitze überzeugen. Bei Federungskomfort und Handling lässt er den Bus ebenso hinter sich wie einige seiner Konkurrenten. In Sachen Übersicht und Raumausnutzung zeigen sich allerdings die Vorteile kastenförmiger Karosserien, speziell nach vorn verlangt der Alhambra Augenmaß.

Seat Alhambra

Ergebnis (4 von 5 Sterne): Obwohl er den umbauten Raum wegen seines langen, unübersichtlichen Vorbaus nicht optimal nutzt, kommt der Alhambra dem idealen Familienwagen schon sehr nahe. Seine Fahreigenschaften gefallen ebenso wie das durchdachte, variable Innenraumkonzept, das gute Platzangebot und die Verarbeitung.

Skoda Superb

Sitzen/Einsteigen (3 von 5 Sterne): Für einen Kombi bietet der Superb ein fürstliches Platzangebot mit extremer Beinfreiheit. Sitze und Bank sind bequem geformt, jedoch nicht variabel. Große Türen. Beladen (1 von 5 Sterne): Trotz großer Klappe schränkt das schräg stehende Heck die Beladbarkeit spürbar ein. Veraltete Klappmimik der Rückbank (Sitzfläche hoch, Lehnen runter). Kinderfreundlichkeit (2 von 5 Sterne): Lange Türen machen in engen Lücken Probleme. Die Sicht nach draußen für die Kleinen ist nicht besonders gut, und hinten passen nur zwei Kindersitze hinein. Fahren (5 von 5 Sterne): Der Superb fährt, wie man es von einem Kombi der gehobenen Mittelklasse erwartet: komfortabel, präzise und sicher. Mäßige Übersicht durch das lange Heck. Kosten (4 von 5 Sterne): Angemessener Preis (2.0 TDI mit 140 PS für 27.150 Euro), gute Wertstabilität, günstige Versicherung und Wartung, Monatskosten 615 Euro, zwei Jahre Garantie

Skoda Superb

Dass er der längere Bruder des VW Passat ist, merkt man schnell: Das Platzangebot auf der Rückbank des Skoda Superb Combi ist opulent. Das schafft Bewegungsfreiheit für Eltern und Kids, die großen Fondtüren erleichtern Einsteigen und Kindersitzmontage. Mühelosigkeit, wie sie ein Van bietet, darf man allerdings nicht verlangen. Variabilität auch nicht: Sitzfl ächen rauf, Rückenlehnen runter, das war’s. Der Kofferraum ist zwar groß, der schräge Heckabschluss verhindert aber das lässige Hineinschieben sperriger Gegenstände, etwa Kinderwagen. Beim Fahren erhellen sich die Mienen: Bequeme Sitze, kultivierter Motor und ausgewogene Federung erleichtern lange Trips.

Skoda Superb

Ergebnis (3 von 5 Sterne): Der preiswerte Maxi-Kombi von Skoda ist grundsätzlich ein überzeugendes Auto, zeigt bei der expliziten Familientauglichkeit aber Schwächen. Große Türen sind Gift in engen Lücken, das schräge Heck behindert die gelassene Unterbringung von Sperrgut.

VW Bus

Sitzen/Einsteigen (5 von 5 Sterne): Große Türen vorn und die hintere Schiebetür bilden die Referenz, ebenso wie das Platzangebot für bis zu sechs Kindersitze. Drehsitze hinten steigern den Freizeitwert. Beladen (5 von 5 Sterne): Durch Schiebetür und Heckklappe beschickt notfalls ein Gabelstapler, der Gepäckboden lässt sich nass auswischen. Viele Ablagen, bleischwere Rückbank. Kinderfreundlichkeit (5 von 5 Sterne): Kinder lassen sich von innen aus in ihre Sitze schnallen, außenliegende Gurtschlösser machen es besonders einfach. Die Sicht ist klasse. Fahren (3 von 5 Sterne): Der Bus bietet befriedigenden Komfort und Fahrsicherheit sowie überraschend gute Übersichtlichkeit, ist jedoch unhandlicher als Alhambra und Co. Kosten (3 von 5 Sterne): Als Startline akzeptabler Anschaffungspreis (34.802 Euro mit 2.0 TDI und 140 PS; Monatskosten 817 Euro), teure Extras und Teilkasko, zwei Jahre Garantie. Sehr wertstabil.

VW Bus

Entweder- oder gibt es nicht beim VW Bus. Er ist teuer, aber weitgehend kompromiss- und alternativlos. Die Kastenform erlaubt die Mitnahme jeglichen Sperrgutes, sieben Sitzplätze die von bis zu sechs Kindersitzen. Auf Wunsch drehen sich die beiden mittleren Sitze. Der Klapptisch in der Seitenwand ist Serie, die verschieb- und demontierbare Bank ebenfalls. Sie ist jedoch so schwer, dass die meisten auf den Ausbau verzichten. Selbst mit montierter Bank passt noch genug in den Familientransporter, der inzwischen sogar eine hohe fahrtechnische Reife besitzt. Kultivierte Motoren und ein ausreichend präzises Handling bringen zarten Fahrspaß, die tolle Übersicht macht Laune. Sogar rangieren lässt sich der 4,89-Meter-Typ flüssig

VW Bus

Ergebnis (4 von 5 Sterne): Der VW Bus bleibt für viele ein teurer Traum. Aber einer, der sich lohnt. Nicht nur, weil der pfiffige Kasten sechs Steppkes oder eine Mountainbikertruppe samt Gerät lädt, sondern weil er Spaß macht.

VW Touran

Sitzen/Einsteigen (3 von 5 Sterne): Keine Schiebetüren, dennoch akzeptabler Einstieg. Bequem geformte, verstellbare Einzelsitze auch hinten, ganz hinten lediglich mit Klappstuhlcharakter. Beladen (3 von 5 Sterne): Große Heckklappe, Quaderform mit viel Platz, keine Kante, ebener Gepäckraumboden, hochgeklappte Sitze stören, Ausbau fummelig, viele Ablagen. Kinderfreundlichkeit (3 von 5 Sterne): Bis zu sechs Kindersitze sind möglich, Anschnallen ganz hinten wird aber zur Geduldsprobe. Befriedigende Sicht nach draußen, Klapptische an Sitzlehnen. Fahren ( 4 von 5 Sterne): Etwas träger und wankiger als normale PKW, aber insgesamt präzise, sicher und komfortabel. Deutlich wendiger als Seat Alhambra, VW Bus und Co. Kosten (4 von 5 Sterne): Als 1.4 TSI Comfortline mit 140 PS rund 27.000 Euro teuer, aber sehr wertstabil und mit langen Wartungsintervallen (Monatskosten 571 Euro). Nur zwei Jahre Garantie.

VW Touran

Der optional siebensitzige Touran ist nicht umsonst der beliebteste Kompaktvan in Deutschland. Er verbindet golfartige Fahreigenschaften mit gutem Platzangebot und alltagstauglichen Details – bis auf umständliches Sitzeklappen. Obwohl kürzer als ein Opel Astra, transportiert er fünf Insassen überaus bequem. Nur wer ganz hinten Platz nimmt, muss Einschränkungen hinnehmen. Ansonsten erfordern solide Verarbeitung, einfache Handhabung und praxisgerechte Ablagen wenig Kompromisse. Und der Preis stimmt auch

VW Touran

Ergebnis (4 von 5 Sterne): Die clevere Alternative zu den ganz Großen. Wer nur ab und zu mit sieben Personen unterwegs ist und sein Gepäckvolumen einigermaßen im Griff hat, darf zugreifen. Der Touran ist handlich, relativ günstig und variabel, komfortabel und fahrsicher sowieso.
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