5 Tipps, wie Sie ambitionierte Ziele packen

Ambitionierte Ziele richtig anpacken

Ob schwerer Klettersteig, eine Trekkingtour durchs Karakorum oder Ihr erster 4000er in den Alpen: Mit der richtigen Vorbereitung und Taktik schaffen Sie auch große Ziele – und haben viel Spaß daran.
Foto: Boris Gnielka Ambitionierte Ziele richtig anpacken

Große Ziele bedürfen einer großen Planung. Doch wenn man es schafft, ist man überwältigt von sich selbst.

1. Wie Sie sich optimal vorbereiten
Was Sie auch vorhaben, suchen Sie sich ein Ziel oder eine Route, die Ihren Voraussetzungen entspricht. Hatten Sie beispielsweise im letzten Urlaub Schwierigkeiten, den Hausberg zu erwandern, sollten Sie sich das mit der Matterhorn-Nordwand vielleicht doch noch mal überlegen. Setzen Sie sich also realistische Ziele – steigern können Sie sich später immer noch. Auf jeden Fall sollten Sie mit etwas Einfachem beginnen, bei dem Sie sich an die Belastung, Ausrüstung, Umgebung und klimatischen Verhältnisse gewöhnen. Sie geraten schon beim Treppensteigen in den ersten Stock in Atemnot? Dann sollten Sie trainieren. Mindestens zwei Monate vor der Tour sollten Sie damit anfangen, eher früher! Im Sommer eignet sich Trailrunning, im Winter auch Skilanglauf. Beginnen Sie mit zwei Läufen pro Woche à 30 Minuten, und steigern Sie sich langsam auf drei bis vier Läufe pro Woche à 45–60 Minuten. Sie wohnen im zehnten Stock? Prächtig! Der Aufzug ist für Sie ab sofort tabu! Häufiges Treppen­steigen ist mit das beste Training für Trek und Tour – und fürs Bergsteigen sowieso.

2. Was und wie viel Sie zu sich nehmen sollten
Einen Tag vor Beginn der Tour sollten Sie keine fetten, schwer verdaulichen Speisen mehr zu sich nehmen. Mit ihnen ist der Körper noch am nächsten Tag beschäftigt. Also: Spaghetti statt Spanferkel! Viele Kohlehydrate und reichlich Gemüse sind ideal. Das Frühstück vor der Tour besteht am besten aus Müsli mit frischen Früchten und Joghurt. Auch Vollkornbrote mit Magerquark und Marmelade eignen sich gut. Unterwegs bieten sich viele kleine, kohlehydratreiche Mahlzeiten an. Ideal sind Fruchtschnitten und Müsliriegel sowie Trockenobst. Wichtiger als Essen ist jedoch Trinken: Hier sind stille Mineralwasser perfekt. Trinken Sie regelmäßig und bevor Sie ein Durstgefühl verspüren. In großen Höhen verliert der Körper viel Flüssigkeit über die Atmung und die Haut. Rechnen Sie daher mit drei bis fünf Liter pro Tag! Wenn sich Ihr Urin dunkel färbt oder Sie gar nicht mehr »müssen«, trinken Sie definitiv zu wenig!

3. Welches Tempo das richtige ist
Laufen Sie nicht wie von Bienen verfolgt los! Ihr Kreislauf muss erst in Schwung kommen, die Muskeln sich aufwärmen. Beginnen Sie mit einem Tempo, bei dem Sie sich unterhalten können.

4. Wie Sie sich langsam an große Höhen anpassen
Wer hoch hinaus will, muss sich an die dünne Luft langsam anpassen (akklimatisieren). Steigen Sie am ersten Tag nicht auf über 3000 Meter auf. Anschließend können Sie – solange es Ihnen gut geht – bis zu 800 Höhenmeter pro Tag erklimmen, sollten aber zum Schlafen wieder etwas absteigen – dann erholt sich der Körper gut und ist fit für den Folgetag.

5. Woran Sie merken, dass Sie umkehren müssen
Wird Ihnen schwindlig oder bekommen Sie Kopfschmerzen, sollten Sie sofort
absteigen. Auch bei rasselndem Husten oder Atemproblemen heißt es: Nichts wie runter! Und das auch, wenn es knapp unterm Gipfel eintritt – so schwer das auch fallen mag. Auch bei harten Trekkingtouren gilt: Wird Ihnen die Situation unheimlich oder haben Sie Zweifel, ob Sie da lebend wieder rauskommen, heißt es: umkehren! Sonst war es Ihre letzte Tour – und das wäre doch schade!

08.06.2010
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Ausgabe 06/2010