Kaufberatung Zelte: Das richtige Zelt finden - Zelt kaufen - Tipps

Die richtige Zeltform: Kuppel, Tunnel oder Geodät?

Foto: Boris Gnielka Zelte im outdoor-Test 2013
Ein gutes Trekkingzelt erkennt man unter anderem an seiner praxisgerechten Ausstattung. Worauf Sie beim Zelt kaufen achten müssen und welche Zeltformen es gibt, erfahren Sie hier - inklusive Video.

1 Konstruktion
Moderne Trekkingzelte haben eine wasserdich­te Außenhaut
(Polyester oder Nylon) und ein atmungsaktives Innenzelt (Nylon). Moskitonetzeinsätze­ am Innenzelt müssen sich zusammen mit dem Innenzeltstoff verschließen lassen.

2 Vorraum
Mindestens ein großer Vorraum (Apsis) ist für Trekkingzelte Pflicht. Er dient als Gepäckablage und überdachte Küche- vorrausgesetzt der Stoff hat mindestens 50cm Abstand von der Kocherflamme.

3 Eingänge
Zwei Eingänge sind bequem und praktisch: Man kann im Sommer auf Durchzug stellen, bei Sturm liegt ­ein Eingang meist im Windschatten. Achten Sie am Innenzelt auf verschließbare Moskitonetze.

4 Lüfter
Lüfter reduzieren die Bildung von Kondenswasser. Achten Sie auf zwei sich gegenüberliegende Hutzen. Sie müssen sich komplett verschließen lassen – im Idealfall klappt das vom Innenzelt aus!

5 Sturmleinen
Sturmabspannungen sind unabdingbar für den felsenfesten Stand eines Zel­tes. Am besten funktionieren sie, wenn sie mit dem Gestänge verbunden sind und ein Abspannpunkt am unteren Drittel des Gestänges ansetzt.

6 Boden
Der Zeltboden sollte aus einem ­etwas dickeren, robusten Nylon bestehen. Die Seiten sollten ringsherum mindestens acht Zentimeter hochgezogen sein, damit auch in Pfützen kein Wasser hereinläuft.

7 Gestänge
Gute Gestänge bestehen aus Aluminium, die Segmente sind durch einen Gummizug miteinander verbunden. Die Teilstücke aber nicht zusammenschnappen lassen - dabei können sie brechen. Noch besser und vor allem leichter: Zeltgestänge aus Carbon, aber teuer.

8 Längs oder quer
Liegt man quer zu den Eingängen, spricht man von einem Querlieger. Dieser Zelttyp bietet den meisten Komfort, Längslieger sind dafür meist ein bischen leichter.

Foto: Boris Gnielka Zelte im Test 2014

Kuppelzelt: Jack Wolfskin Yellowstone.

Kuppelzelte

Kuppelzelte eignen sich für Treks und Bergtouren: Sie stehen schon mit wenigen Heringen und sind windstabil. Das Marmot Limelight 2P (250 Euro) wiegt nur 2,5 Kilo, das ­Jack Wolfskin Yellowstone Vent 2 überzeugt als komfortabler Allrounder. Preis: 270 Euro.

Foto: Hilleberg Hilleberg Nallo 2

Halten auch starken Stürmen stand: Tunnelzelte.

Tunnelzelte

Tunnelzelte bieten am meisten Platz fürs Gewicht und trotzen gründlich abgespannt auch Stürmen. Einsatz: Treks, wo jedes Gramm zählt. Hilleberg hat den besten Leichtgewichtstunnel, das Nal­lo 2 (rund 600 Euro) - günstiger: das Rejka Antao 2 Light. Preis: 269 Euro, Gewicht: 2380 g (Kauftipp 2011).

Stabil, aber schwer: geodätische Zelte.

Geodätische Zelte

Geodätische Zelte sind am stabilsten, da sich die Gestänge durch viele Kreuzungspunkte gegenseitig stützen. Nachteil: das recht hohe Gewicht. Geodäten setzt man auf Expeditionen oder in sturmumtosten Gebieten ein. Tipps: Hilleberg Tarra; The North Face Mountain 25.

Familienzelte bzw. Komfortzelte

Wenn es tagsüber zum Biken, Paddeln oder Klettern geht, bietet sich ein großes Komfortzelt als Basislager an. Ideal dafür: ein Zelt, das groß genug ist für eine Kleinfamilie mit Klapptisch, Koch- und Freizeitausrüstung – etwa das Jack Wolfskin Great Divide RT (700 Euro).

Tipizelte

Ebenfalls gut als Basislager-Zelte, aber relativ teuer: Tipi-Zelte. Der größte Nachteil von Tipis war bisher ihr hohes Gewicht. Die Firma Tentipi bietet mit ihrem Tipi Safir Light ein Zelt für fünf Personen, das unter fünf Kilo wiegt und mit sieben Quadratmetern über reichlich Platz verfügt. Aufgrund ihrer Konstruktion kommen Tipizelte auch mit Schneelasten klar und eignen sich mit eingebautem Ofen auch sehr gut als Winterzelte.

Einen guten Überblick über die verschiedenen Zeltformen und Einsatzzwecke verschafft Ihnen auch unser Kaufberatungsvideo:

Video-Kaufberatung Zelte


Was macht ein gutes Trekkingzelt aus?

Der Großteil der Zelte in unseren Tests bieten zwei Personen auch bei Schmuddelwetter einen komfortablen Unterschlupf. Außerdem bieten die Vorräume (Apsiden) moderner Trekingzelte genügend Stauraum für große Trekkingrucksäcke. Mit der nötigen Vorsicht (Abstand der Kocherflamme zur Zeltwand mindestens 50 Zentimeter sowie halb bis ganz geöffnete Außenzelttüren) kann man in den Apsiden sogar regen- und windgeschützt kochen.

»Bei klassischen Trekkingzelten gibt es zwei Konstruktionsarten«, sagt Zeltexperte Boris Gnielka. Beim einen Typ wird zuerst das Innenzelt aufgestellt und nur bei Bedarf die Außenhaut darüber gelegt – praktisch bei schönem Wetter. Regnet und stürmt es, erfordert der Aufbau aber Geduld und Erfahrung, oft durchnässt dabei auch der Innenraum. Hier sind Zelte mit gekoppeltem Innen- und Außenzelt klar im Vorteil. Sie lassen sich selbst unter solch widrigen Bedingungen mit ein wenig Übung gut aufstellen. Eines sollte man aber beachten: Trieft die Innenseite des Außenzeltes vor Kondenswasser, sollte man sie vor dem Abbau mit einem Tuch abtrocknen – sonst ist das Innenzelt abends ebenfalls nass.

outdoor-Kauftipps:

08.09.2014
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