Kaufberatung: Outdoor-Handys & Smartphones

Hart im Nehmen: Robuste Handys & Smartphones für den Outdoor-Einsatz

Foto: landroverexplore.de Outdoor-Phone Land Rover Explore

Fotostrecke

Kälte und Hitze, Wasser und Staub, Kratzer und Schläge - nicht alle modernen Handys kommen mit solch widrigen Bedingungen klar. Doch dafür gibt es ja die robusten Outdoor-Smartphones, die auch Extremsituationen standhalten ...

Die wenigsten Handys zeigen heutzutage noch echte Nehmerqualitäten. In Zeiten der Smart- und i-Phones sind leistungsstarke Kameras, große Displays und ein schickes Äußeres für viele Smartphone-User die ausschlaggebenden Kaufkriterien. Meistens sind diese Smartphones aber anfälliger für Schäden und so genannte "Spider-Apps" - also gerissene oder gesprungene Display-Scheiben.

Wer auf Nummer sicher gehen will und sich darüber hinaus viel im Freien und in den Bergen bewegt, sollte über den Kauf eines "Outdoorhandys" nachdenken: Hier kombinieren viele Hersteller eine stabile Außenhülle mit einem modernen Android-Betriebssystem und recht ordentlichen Kameras fürs Fotografieren und Filmen der eigenen Outdoor-Aktivitäten.

Wir haben für euch den Smartphone-Dschungel durchforstet und die interessantesten Outdoor-Smartphones in eine große Fotostrecke gepackt (siehe oben). Hier findet ihr alle wichtigen Details und Eigenschaften der Geräte. Einen tagesaktuellen Preisvergleich der Smartphones gibt es hier:

Top-Outdoor-Smartphones im Überblick & Preisvergleich




Schutz vor Schmutz: die IP-Angabe bei Outdoor-Handys

Outdoor-Handys & Smartphones sind von ihrer Beschaffenheit auf extreme Nutzung ausgelegt. Viele der aktuellen Mobiltelefone sind daher nach bestimmten IP-Kriterien zertifiziert, die einem Gerät bestimmte Schutzeigenschaften bescheinigen.

"IP" steht für "International Protection" und ist eine international anerkannte Norm, die den Schutz gegen Fremdkörper und Wasser einstuft. Die IP-Angabe zeigt also an, wie gut beispielsweise ein Outdoor-Smartphone gegen das Eindringen von Staub oder Wasser geschützt ist.

Die erste Zahl beschreibt den Schutz vor Staub. Ein Gerät mit der Einstufung "IP0X" ist demnach nicht vor Staub geschützt, während ein Gerät mit der Einstufung "IP6X" vollständig staubdicht ist.

1. ZifferBedeutung:
Schutz gegen Fremdkörper
0kein Schutz
1feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 50 mm
2feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 12,5 mm
3feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 2,5 mm
4feste Fremdkörper mit einem Durchmesser ab 1 mm
5gegen Staub in schädigender Menge
6Staubdicht

Die zweite Ziffer weist auf die Wasserdichtigkeit eines Outdoor-Smartphones hin. Hier reicht die Skala von 0 bis 8. Eine 9 wird ausschließlich im Automobil-Bereich verwendet.

Für die IP-Angabe bedeutet das folgendes: Wird für ein Outdoor-Smartphone angegeben, es habe eine "IP67-Zertifizierung", dann ist es uneingeschränkt staubdicht und vor zeitweiligem Untertauchen in Wasser geschützt. Dennoch sollte man immer auf die genauen Herstellerangaben achten. Die IP-Schutzarten definieren nur einen Mindeststandard. Wie lange ein Outdoor-Smartphone wirklich untergetaucht werden darf und vor allem wie tief, steht in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Gerätes.

2. ZifferBedeutung:
Schutz gegen Wasser
0kein Schutz
1Schutz gegen Tropfwasser
2Schutz gegen Tropfwasser bei 15° Gehäuseneigung
3Schutz gegen Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
4Schutz gegen Spritzwasser
5Schutz gegen Spritzwasser (mit hohem Druck)
6Schutz gegen starkes Strahlwasser
7Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen
9Schutz gegen Wasser unter Hochdruck

Kratz- und stoßfest: Gorilla Glass

Der Begriff "Gorilla Glass" ist eigentlich ein Markenname des US-amerikanischen Herstellers Corning für besonders robustes Glas das für Touchscreens verwendet wird. Längst hat sich der Begriff aber als Gattungsbezeichnung für besonders widerstandsfähiges Abdeckglas für Displays etabliert. Neben Corning bieten auch andere Hersteller vergleichbare Produkte an. Asahi Glass das "Dragontail" und Schott das "Xensation Cover".

Für das Gorilla Glass wird Alumosilikatglas verwendet, dass auf chemischer Ebene "vorgespannt" wird. In den oberen Glasschichten wird dabei eine Druckspannung eingebracht, die die Rissbildung im Glas erschwert. Dadurch wird Gorilla Glass etwa doppelt bis dreifach so rissfest wie herkömmliches Glas. Zum Vergleich: herkömmliches Glas hält einen punktuellen Druck von etwa 5 Newton aus, bis es zur Rissbildung kommt. Gorilla Glass reißt dagegen erst bei etwa 40 Newton.

Mittlerweile sind Outdoor-Smartphones mit Gorilla Glass der fünften Generation erhältlich. Corning gibt an, dass dieses Glas Stürze aus bis zu 1,60 m Höhe auf harte und unebene Flächen, wie Asphalt, direkt auf die Glasseite, unbeschadet überstehen würde.

Foto: PatitucciPhoto Tested on Tour Januar 2019

Praxistest: Samsung Xcover 4

Wasserdicht, stoßfest, staubgeschützt – wer ein robustes Smartphone zum Wandern und Biken sucht, sollte sich mal das preisgünstige Samsung Galaxy Xcover 4 anschauen. Das 170 Euro-Outdoorsmartphone bietet einen guten GPS-Empfang, eine SOS-Funktion und einen Wechselakku (2800 mAh), der sogar Wochenendtouren stemmt. Auch top: das große, selbst bei Sonne gut ablesbare und sogar mit Handschuhen bedienbare HD-Display. Schließlich lässt sich der 16-GB-Speicher – etwa für den Download von Karten – mit MicroSD-Chips um bis zu 256 GB erweitern.
Zum Testbericht

Weitere Features und Impressionen im Video:




Praxistest: Crosscall Trekker X4 Smartphone

Highlight des Crosscall Trekker X4 (Modelljahr 2019) ist die eingebaute Action-Cam "X-Cam" die neben Weitwinkelfotos auch Filmaufnahmen in 4K Qualität liefert. Dazu gibt es jede Menge Zubehör, wie z.B. einen Brustgurt, ein Dreibeinstativ oder einen Selfie-Stick. Diese Zubehörteile sind aber optional, und kommen dann noch zum relativ hohen Kaufpreis von rund 700 Euro hinzu.
Zum Testbericht

Weitere Test-Eindrücke im Video:

Empfehlenswerte Foto- und GPS-Apps fürs Smartphone

Selbst mit einfachen Smartphones lassen sich auf Tour richtig gute Fotos schießen. Diese Apps haben wir getestet und für gut befunden:

Footej Camera

Feine Extras für AndroidHandys bietet Footej Camera. Ein Bildstabilisator bewahrt vor verwackelten Aufnahmen, manuell einstellbare Verschlusszeiten, HDR und selektive Schärfe lassen Raum für kreative Bildgestaltung. Die Premium-Version (3 Euro) der übersichtlichen App speichert Bilder in höherer JPEG-Qualität, auch lässt sie flottere Serienaufnahmen zu.

Open Camera

Gratis, werbefrei, vielseitig – Open Camera zählt zu den beliebtesten Foto-Apps für Android-Handys. Je nach Smartphone erweitert die App die Kamerafunktionen um diverse Motivprogramme, Gesichtserkennung, HDR-Aufnahmen, Rauschunterdrückung und vieles mehr. Trotz der Funktionsfülle gelingt der Einstieg dank des leicht verständlichen Menüs im Nu.

Pro Camera

Pro Camera (7 Euro) macht aus der guten Kamera von iPhones eine großartige. Ob manuelle Bedienung oder Bildstabilisator, ob RAW-Format, HDR- oder Low-LightModus für Aufnahmen bei wenig Licht, die App lässt keine Wünsche offen. Die Bildbearbeitung übernimmt sie gleich mit. So lassen sich etwa Farbstiche korrigieren und Schatten aufhellen.

Mit dem Outdoor-Smartphone auf Tour? Kein Problem, wenn man die richtige Navi-App dabei hat. Wir haben die Appstores durchforstet und alle relevanten Apps für die Navigation via Outdoor-Smartphone getestet. Die besten fünf Apps stellen wir euch hier vor:

Komoot

Komoot zählt zu den erfolgreichsten Touren-Apps. Kein Wunder, bietet das NaviProgramm des gleichnamigen Portals doch ein umfangreiches Angebot attraktiver Touren für Wanderer und Biker – und zwar vom Schwarzwald bis zum Himalaja. Und wer lieber abseits ausgetretener Pfade unterwegs ist, kann mit Komoot mittels Online-Routing den weiteren Streckenverlauf besonders komfortabel planen. Außerdem leitet die vielseitige App sogar mit Hilfe von Sprachansagen ans Ziel. Die dafür nötigen Karten – in Form modifizierter OpenStreetMaps – gibt es zu fairen Preisen: Für das weltweite Komplettpaket mit lebenslangen Updates zum Beispiel fallen einmalig 30

Kompass Pro

Die analogen Kompass-Wanderkarten sind beliebt. Auf der App »Kompass Pro« finden sie sich digital vereint – mit praktischen Funktionen. So lassen sie sich etwa für unterwegs auf dem Handy speichern und offline nutzen. Auch hilft das Programm bei der Suche nach geeigneten Touren, besteht doch Zugriff auf mehr als 6000 geprüfte (!) GPS-Tracks. Wer lieber eigene Wege einschlägt, plant sein Outdoor-Erlebnis stattdessen online mit automatischer Routenberechnung. Via Live-Tracking können Freunde Ihre Wander- oder Biketour sogar auf einer Karte übers Internet verfolgen. Die App gibt es zwar umsonst, Offlinekarten und Touren aber nur im Abo für fünf Euro pro Monat oder 20 Euro im Jahr.

Apemap

Tourenplanung mit Offline-Routing, 3-DDarstellung und SOS-Funktion – mit ape@map wird das Handy zum vollwertigen, mit allen Finessen bestückten Navi. Zu den Highlights zählt der »Tourenservice«, der Zugriff auf verschiedene Tourenportale erlaubt. Neben dem Peakfinder zur Bestimmung von Gipfeln begeistert auch das üppige Kartenangebot. So gibt es exzellente Topokarten von Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch solche von Drittanbietern wie Kompass und dem DAV.
Ergänzt wird das Angebot durch weltweite OpenStreetMaps und weitere Gratiskarten. Der Preis für die App liegt bei 19,90 Euro, mit Tourenservice bei 34,80 Euro.

Rother Wanderführer

Die erfolgreichen Wander-, Skitourenund Schneeschuh-Guides aus dem Bergverlag Rother gibt es auch fürs Smartphone. Zur Auswahl stehen mehr als 150 Führer mit rund 50 Touren von der Algarve bis Zypern – Tendenz steigend. Die digitale Ausgabe ist nicht nur wesentlich preiswerter als die gedruckte, sondern führt mit einfachen GPS-Funktionen, Offline-Karte und Wegbeschreibung auch gleich auf die Gipfel und zurück. Sogar die Aufzeichnung eigener Touren als Tracks ist möglich, etwa für den Upload in Tourenportale. Der Preis für die sehr gut gemachten digitalen Führer liegt je nach Region bei fünf bis zehn Euro

BGL

Regionale Apps, die meist von den Tourismusverbänden herausgegeben werden, sind fast immer kostenlos. So auch die App BGL, die zu den besten ihrer Art zählt und die lohnendsten Touren im Berchtesgadener Land enthält. Und zwar sowohl für Wanderer als auch für Biker und Wintersportler. Alle Touren lassen sich mit Karte, Beschreibung und Höhenprofil für die Navigation auf dem Smartphone speichern. Dank Unterkunftsverzeichnis kann man mit der App sogar ein Bett für die Nacht buchen. Weitere Extras wie Kompass, Höhenmesser und Gipfelfinder sowie Links zu Webcams und anstehenden Events der Region runden die sehr gelungene Gratis-App ab.

Weitere Apps fürs Outdoor-Smartphone