Der Kälte trotzen - die besten Tipps

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Foto: Benjamin Hahn 0116 intructor warm halten

Lagenssystem und lange Unterwäsche

Kleiden Sie sich bei starker Kälte immer nach dem Zwiebelprinzip – mit möglichst vielen (dafür dünnen) Schichten. Als erste Schicht dient immer lange Unterwäsche: bei Schnellfrierern aus Wolle, sonst aus Kunstfaser(mix).

So kleiden, dass einem anfangs zu kalt ist

Ziehen Sie sich nur so warm an, dass Sie auf Tour wenig schwitzen. Über die Basisschicht kommt eine dünne Lage Stretchfleece, darüber eine Weste plus eventuell noch Softshell und Funktionsjacke als Außenlage. Wichtig ist, dass sämtliche Schichten aus schnell trocknendem Material bestehen, also aus Synthetik oder einem Woll-Mix. Denn sobald der Schweiß in Strömen fließt, durchnässt die Bekleidung und isoliert kaum noch. Für die Pausen empfiehlt sich außerdem eine Daunenjacke sowie eine kurze Überhose im Gepäck.

Schnee und Kälte draußen lassen

Tragen Sie am besten Hosen mit schmalem Beinabschluss oder solche, deren Beinweite Sie eng an den Schuhschaft anpassen können. So verhindern Sie, dass Kälte in die Hose kriecht oder Schnee in die Schuhe rieselt.

Gamaschen

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Auf Nummer sicher gehen Sie mit Gamaschen! Diese verhindern, dass Schnee in die Schuhe rutscht, und halten die Beine trocken. Sparfüchse kaufen die Tatonka Gaiter 420 HD (20 Euro, siehe Bild), wer hingegen Wert auf bestmögliche Funktion legt, entscheidet sich für die Crocodiles von Outdoor Research – die Mutter aller Top-Gamaschen (60 Euro). Es gibt sie sowohl in Damen- als auch in Herrengrößen.

Wärmende Überhose

Mit Isolierfasern gefüllte Shorts sind ideal, um sie in Pausen oder bei besonders knackigem Frost über die Hose zu ziehen. Ideal eignen sich Modelle, die sich über durchgängige Seitenzipps öffnen und so leichter anziehen lassen, wie die Adidas Terrex Primaloft Shorts.

Den Atem anwärmen

Ein dampfdurchlässiges Tuch über Mund und Nase gezogen, wärmt die Atemluft. Das schont die Bronchien, schützt vor aufgesprungenen Lippen und Erfrierungen an Nasenspitze oder Wangen – die dafür besonders anfällig sind.

Den Durchblick behalten

Eine Skibrille schützt die Augen bei starker Kälte sowie bei Schneetreiben und erhält somit die Sicht. Achten Sie auf eine beschlaghemmende Ausrüstung und orange gefärbte Gläser, sie machen Konturen im Schnee besser sichtbar.

Schuhe, Socken & Einlegesohlen

Wie am Körper muss die Luft auch an den Füßen zirkulieren können. Daher sollten die Schuhe so groß sein, dass man bequem dicke Socken darin tragen kann (bspw. Woolpower 800) und gegebenenfalls auch Thermosohlen darin Platz finden (bspw. Superfeet Redhot). Vorsicht: Eine zu feste Schnürung behindert ebenfalls die Zirkulation.

Zehen schützen

Sie wackeln während des Gehens mit den Zehen, doch das hilft nicht mehr? Dann die Zehenwärmer von Thermopad nehmen. Sie halten fünf Stunden, 1,59 Euro/Paar.

Snacks und Akkus warm halten

Frostige Temperaturen lassen nicht nur viele Müsliriegel steinhart gefrieren, sondern schwächen auch die Batterien und Akkus von Kamera, Smartphone & Co. Verstauen Sie deshalb Müsliriegel und Energiespeicher körpernah.

Mütze und Handschuhe nicht vergessen

Über den Kopf verlieren wir besonders viel Körperwärme, und Finger frieren schnell. Also: unbedingt eine Mütze und Handschuhe tragen. An den Händen empfiehlt sich das Zweilagenprinzip: dünne Fingerhandschuhe unter warmen Skihandschuhen oder Fäustlingen anziehen. Von Zanier gibt es sogar welche mit integrierter Heizung!

Thermoskanne und mehr Verpflegung

Heißer Tee wirkt Wunder, deshalb gehört im Winter eine Thermoskanne ins Gepäck. Weil bei Kälte der Energiebedarf steigt, brauchen Sie mehr Verpflegung als im Sommer. Ideal sind wasserarme Nahrungsmittel wie Knäckebrot und Käse.

Scharf würzen

Genauso warm wie Tee, aber viel nahrhafter: Eine Suppe wirkt bei Kälte Wunder. Gewürze unterstützen den Effekt, Scharfes wie Chili und Ingwer wärmt besonders. Für die heiße Suppe unterwegs bieten sich isolierende "Foodcontainer" an. Optimal bspw. der Thermax King von Thermos (0,47 l).

Systemkocher einpacken

Oder man kocht unterwegs: Mit einem kleinen Systemkocher, der Trinkgefäß, Brenner und Kartusche in einem Gehäuse vereint, lässt sich schnell eine heiße Suppe oder ein leckerer Kaffee zubereiten.

Schutzwall aufbauen

Schon eine leichte Brise verstärkt das Kälteempfinden (Windchillfaktor). Entweder suchen Sie für Pausen einen windgeschützten Platz – oder Sie bauen einen: den Rand einer Zeltplane (Tarp) entgegen der Windrichtung am Boden fixieren und den gegenüberliegenden mit Trekkingstöcken (Ästen) aufstellen.

Sonne suchen

Auf Wintertouren sollten sie Schattenlöcher so weit als möglich meiden. Hier ist es oft noch bitterkalt, während in der Sonne spürbar angenehmere Temperaturen herrschen.

Reserven einplanen

Im tiefen Schnee braucht man für die gleiche Strecke drei bis vier Mal so lang wie im Sommer – das müssen Sie bei der Planung berücksichtigen.

Abhärten

Kälteempfinden kann man trainieren. Wer sich gezielt Kälteimpulsen aussetzt, tut außerdem etwas für sein Immunsystem. Das bedeutet zum einen, dass man oft und bei jedem Wetter nach draußen gehen sollte, zum anderen empfehlen sich kalte Duschen, Kneippanwendungen und kurze Barfußrunden im Schnee.

Die Haut schützen

Die Gesichtshaut wird es danken: Für Outdoor-Spaß in tieferen Lagen reicht eine normale Kälteschutzcreme (z.B. von Weleda), im Gebirge bietet sich eine Sonnen- und Kälteschutz-Kombination sowie ein Fettstift für die Lippen an. Beides in einem gibt es von Ladival.

Tipps für Wintercamper

Bei Frost kommen Leichtmatten an ihre Grenzen - Isomatten aus Vollschaum (>3cm) oder mit Daunenfüllung halten dagegen auch bei kräftigen Minusgraden warm – wenn man sie straff aufpumpt beziehungsweise aufpustet.

Schlafsack aufschütteln

Breiten Sie Ihren Schlafsack lange vor dem Zubettgehen aus. Damit die Füllung sich entfalten kann – vor allem bei Daunenmodellen wichtig –, schütteln Sie den Schlafsack auf und legen ihn dorthin, wo er viel Platz hat.

Wärmflasche vorbereiten

Eine Wärmflasche wirkt bei Kälte Wunder. Füllen Sie dafür am Abend kochendes Wasser in eine Thermoskanne. Bei nächtlichen Fröstelattacken füllen Sie es in einen Wasserbeutel und nehmen ihn mit in den Schlafsack.

Schlafanzug tragen

Socken, lange Unterwäsche und dünne Handschuhe steigern die Wärmeleistung Ihres Schlafsacks und schützen ihn vor Hautfetten. Sie kriegen rasch Eisfüße? Ziehen Sie warme Füßlinge über (Tipp: »Hot Socks« von Rab).

Inlett benutzen

Ein Seideninlett wiegt ca. 100 Gramm und steigert die Wärmeleistung um 5°C. Noch mehr bringt ein Vapor Barrier Liner. Das luftdichte Inlett schützt den Schlafsack vor Schwitzfeuchtigkeit – und Isolationsverlust.

Schotten schließen

Damit die vom Körper mühsam angewärmte Luft nicht bei jeder Bewegung entfleucht, sollten Sie den Wärmekragen des Schlafsacks (sofern vorhanden) schließen und die Kapuze so weit wie möglich zuziehen. Gute Nacht!
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