Tipps für ein umweltfreundlicheres Outdoor-Jahr

Grüne Vorsätze: Nachhaltig ins neue Jahr

Foto: Ralf Bücheler Bergstiefel im Test 2011
Weil die Welt so schön und vielfältig ist, wollen wir viel von ihr sehen. Aber unser "ökologischer Fußabdruck" vertieft sich auf Reisen besonders schnell. Was Sie tun können: Tipps für ein umweltfreundlicheres Outdoor-Jahr ...

Fortbewegeung
Wanderer, Radfahrer und Paddler bewegen sich umweltfreundlich umher – aber wie reisen sie zum Urlaubsziel? Am klimafreundlichsten sind Bahn und Bus, und auch Ihre Nerven schont es, wenn Sie nicht im Stau schwitzen oder zu herrgottsfrüher Stunde am Flughafen stehen müssen. Viel Info zu umweltschonender Anreise und konkreten Verbindungen liefert vertraeglich-reisen.de/anreise.

Locals unterstützen
Davon, dass Sie sich an einer Region erfreuen, sollten auch die Einheimischen profitieren. Beispiele: Geführte Touren mit örtlichen Guides unternehmen, als Souvenir lokales Handwerk kaufen statt Massenware aus Fernost, und ob die Angestellten eines Hotels angemessen bezahlt werden, verrät zum Beispiel das Corporate-Social-Responsibility-Siegel "CSR Tourism".

"Green Travel" Reiseveranstalter
Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Veranstaltern, die sich sozialen und ökologischen Richtlinien verschreiben. Wer sich ihnen anschließt, fördert zum Beispiel Umweltschutzprojekte vor Ort oder ökologische Baumaßnahmen – eine gute Sache. Neben dem genannten CSR-Siegel gibt auch der Reiseveranstalter Zusammenschluss forumandersreisen.de gute Orientierungshilfe bei der Wahl.

Flugreisen
An der Entwicklung "grüner" Flugzeuge wird geforscht, auf dem Markt sind sie bislang leider nicht. Wer nicht jedes Jahr fliegt, hilft der Umwelt und entdeckt die überraschende Naturschönheit von Nachbarländern umso intensiver. Und wenn doch die große weite Welt ruft, können Sie mit Kompensationszahlungen für den Flug, etwa bei atmosfair.de, Klimaschutzprojekte unterstützen.

Essen
So schmeckt Urlaub! Es lohnt sich immer, eine Region auch über ihre Küche kennenzulernen und nebenbei den regionalen Anbau mit kurzen Lieferwegen zu fördern. Beim Einkauf setzen Sie mit vor Ort (möglichst ökologisch) produzierter Ware auf die richtige Karte. Frisches Obst und Gemüse ist damit automatisch auch saisonal.

Wasser
In trockenen Gebieten ist Sparsamkeit angesagt, niemand braucht zwei Duschen am Tag. Draußen in der Natur reinigt man Geschirr am besten nur mit Wasser und Sand und wäscht sich ohne Seife.

Pflegemittel
Vom Imprägnierspray über Insektenabwehr bis zur Sonnencreme: Rückstände bleiben quasi immer, mäßiger Umgang ist ratsam. Beim Imprägnieren sollte man einwaschbaren Mitteln und Pumpsprays den Vorzug gegenüber konventionellen Spraydosen geben. Bei Seife und Co. ist vollständige biologische Abbaubarkeit wichtig.

Bekleidung und Equipment
Outdoor-Kleidung und andere Ausstattung sind ressourcenintensiv, und zum Teil werden (noch) umweltschädigende Stoffe eingesetzt. Im wachsenden Siegelwald ist "bluesign" das strengste Ökolabel für Textilien, für faire Produktion setzt sich die "Fair Wear Foundation" (fairwear.org) ein. Schauen Sie auch auf den Einsatz von Recyclingmaterial und Ökobaumwolle, viele Hersteller verzeichnen erfreuliche Fortschritte. Nachhaltig handelt, wer Ausrüstung lange nutzt.

Langzeitbegleiter
Fleecejacke: Wolle und Recyclingpolyester sind die Hauptbestandteile des warmen Fjällräven Fleece No. 26. Mit ihrer "Numbers Collection" setzen die Schweden auf nachhaltig produzierte, langlebige Teile. Ebenso die klassischen Trekkinghosen aus G-1000 Material: Sie halten oft ein halbes Leben lang, was die Umweltbelastung in Grenzen hält.

Frisch vom Biohof
Identity nennt Meindl seine Schuhlinie mit Herkunftsnachweis. Anhand einer ins Schuhfutter gestanzten Nummer kann der Kunde im Internet die Produktion seines Schuhs zurückverfolgen – bis zum Biobauern, von dessen glücklichen Kühen das Leder stammt. Vier Identity-Modelle bietet der bayerische Schuster jeweils für Frauen und Herren an: vom Wanderschuh über den Allrounder Borneo (re., 230 Euro) bis hin zum Trekkingklassiker Island.

Wegweisend
Socken von Teko sind funktionell, robust und komfortabel. Sie werden in den USA mit Windkraftstrom produziert, die Merinowolle stammt aus biodynamischer Schafzucht, und die Verpackung besteht aus mit Soja-Farbe bedrucktem Recyclingmaterial. Dazu gelangen sie komplett CO2-neutral zum Kunden. Top Allrounder sind die Midweight Hiking Socks – für nur 26 Euro.

Runderneuert
Patagonia engagiert sich bereits seit seiner Gründung 1973 im Umweltschutz. Der kalifornische Hersteller setzt vor allem auf langlebige Produkte, die er aus recyceltem Polyester herstellt. Dazu kommen Fair Trade-zertifizierte Konfektionen.

Eine für Alles
Funktionsseife: Fibertec Smartwash funktioniert als Seife, Shampoo und Spüli, auch mit Salzwasser. Es ist biologisch abbaubar, trotzdem verwendet man es möglichst nicht in Flüssen. 100 ml für 3,95 Euro.

Sparmeister
Viele Kocher sind ineffektiv, weil die Flamme zu breit streut. Nicht so der Primus Omnilite Ti (200 Euro, 330 g). Kombiniert man den fein regulierbaren Multifuelbrenner mit einem der Primus-Eta-Power-Töpfe (ab 50 Euro, Inhalt ab 1 l) sinkt der Verbrauch sogar um über ein Drittel. Außerdem unterstützt man mit dem Kauf der Produkte die Aufforstung von Wäldern in Costa Rica.

Leuchtzwerg
Praktisch: Black Diamonds Stirnlampe Revolt (100 g) funktioniert mit drei Micro-Batterien oder den mitgelieferten Akkus. Letztere lassen sich mittels Mini-USB-Kabel in der Lampe laden, zum Beispiel übers Laptop oder ein Solarpanel. Preis: 70 Euro.

01.03.2013
© outdoor
Ausgabe 1/2013