Trekking in Norwegen Foto: Boris Gnielka

Die perfekte Ausrüstung beim Wandern und Trekking Equipment-Guide: So startet ihr gut gerüstet ins Abenteuer

Mit guter Ausrüstung machen Touren doppelt Spaß. Der outdoor-Ratgeber erklärt, was ihr beim Wandern in den Bergen und den Tropen sowie auf Trekking-Touren anziehen solltet und welches Equipment ihr dafür braucht ...

Wärend beim Wandern in den Bergen Bekleidung für jedes Wetter im Ruchsack stecken muss, ist auf Touren in den Tropen locker geschnittene Bekleidung aus stichfestem oder moskitoabweisendem Stoff gefragt.

Und was braucht ihr für Trekkingtouren fernab der Zivilisation? Bekleidung mit höchster Funktionalität, denn hier müsst ihr euch 100-prozentig auf eure Ausrüstung verlassen und allen Wetterkapriolen gewappnet sein.

Im folgenden zeigen wir euch, wie die perfekte Ausrüstung für alle eure Outdoor-Abenteuer aussieht:

Equipment fürs Trekking-Abenteuer:

Trekkingtouren mit Zeltübernachtungen abseits offizieller Campingplätze sind die Königsdisziplin unter den Outdoor­-Aben­teuern: Sie bieten das intensiv­ste und ungebundenste Naturerlebnis, stellen aber auch hohe Anforderungen an die Ausrüstung.

Der Trekkingrucksack beispielsweise benötigt mindestens 65 Liter Volumen, damit er genügend Platz bietet für Zelt, Schlafsack, Kocher und Töpfe sowie das Essen für mehrere Tage. Vollgepackt bringt der Rucksack dann schnell mehr als 20 Kilogramm auf die Waag, soll aber trotzdem bequem zu tragen sein. Das gelingt nur mit einem ausgefuchsten, gestählten Tragesystem. Dieses überträgt im Idealfall einen Großteil der Last auf die Hüfte, stützt den Rücken und entlastet Schultern und Nacken. Außerdem sorgt es dafür, dass der Rucksack wie festgeklebt am Rücken sitzt, ohne jedoch einzuengen.

Trekkingstiefel müssen aufgrund des hohen Rucksackgewichts mehr Halt bieten als Wanderstiefel: Der Schaft fällt nicht nur fester aus, sondern reicht auch bis weit über den Knöchel. Die Sohle ist in Längs- und Quer­richtung enorm verwindungsfest. Zudem wird sie im Vorfußbereich vorgebogen, um das natürliche Abrollverhalten zu unterstützen. So bleibt der Tragekomfort selbst auf sehr langen Tages­etappen nicht auf der Strecke. Ein wasserdichtes, atmungsaktives Futter, zum Beispiel aus Gore-Tex, ist ebenfalls Pflicht.

In Trekkingbekleidung muss man sich sowohl bei nasskaltem Wetter als als auch bei Sonnenschein wohl fühlen. Das klappt am besten, indem man unterschiedliche Bekleidungsteile je nach Witterung kombiniert: Die Basis bil­det Funktionsunterwäsche aus Polyester oder Wol­le. Darüber trägt man eine Trekkinghose und ein Oberteil aus wind- und wasserabweisen­dem, hochatmungsaktivem Stretchmaterial, eine Soft­shell – es sei denn, die Sonne brennt vom Himmel. Dann reicht ein Funktionsshirt.

Atmungsaktive, wasserdichte Funktions­jacken und Regenhosen kommen in der Regel erst zum Einsatz, wenn es wie aus Kübeln schüttet. Eine leichte, mit Kunstfasern isolierte Jacke sorgt abends im Camp oder in den Pausen für die nötige Portion Wärme. Des Weiteren solltet ihr darauf achten, dass Trek­­king­be­kleidung robust, aber trotzdem leicht ist.

Equipment für Bergtouren:

Gute Ausrüstung ist das A & O bei einer Bergtour. Denn bei einem Wetterumschwüngen kann sich die liebliche Berg-Szenerie schnell um 180 Grad drehen: Selbst im Sommer schneit es plötzlich, und es wird bitterkalt – im T-Shirt, kurzen Hosen und einfachen Turnschuhen sieht man unter solchen Bedingungen alt aus.

Bekleidung für Bergtouren muss also Sonne, Regen, Sturm und Schnee sowie eisiger Kälte gewachsen sein. Außerdem sollte sie jede Bewegung mitmachen, Feuchtigkeit bei Anstrengung effektiv entweichen lassen und strapazierfähig sein, damit sich Jacke und Hose bei Felsberührungen nicht in Fetzen auflösen. Früher erfüllte nur die Kombination aus Funk­tions­jacke und Fleece diese Anforderung, heute gehen Bergfüchse vor allem mit Softshells oder gar Hybrid-Jacken, also wetterfeste Jacken aus einer Kombination verschiedener Stoffe und Materialien auf Tour.

Diese Jacken sind strapazierfähig und engen durch ihre Stretchge­we­be kaum ein, bieten einen spürbar besseren Klimakomfort als klassische Funktionsjacken und schützen dennoch vor Wind und leich­tem Nieselregen. Deshalb braucht man die Funk­tionsjacke nur noch bei sintflutartigem Regen.

Der ideale Bergstiefel besitzt eine steife, extrem griffige Sohle. Damit meistert man selbst Altschneefelder oder nasse Grashänge wie ein alter Hase. Ein stabiler Schaft schützt und gibt Halt, wobei er trotzdem noch etwas Bewegungsfreiheit bieten sollte. Diese sorgt für mehr Trittsicherheit in sehr steilen Passagen. Auch ein atmungsaktives, wasserdichtes Futter (Gore-Tex, Event) gehört zur Grundausstattung.

Und schließlich noch der "Gepäckträger": Ein guter Bergrucksack trägt sich nicht nur komfortabel, er entlastet dank eines steifen Hüftgurts die Schultern und sitzt bombensicher am Rücken. Dadurch behält man selbst auf schmalen, schwindelerregenden Bergpfaden das Gleichgewicht.

Equipment für Tropentouren:

Die warmen Klimazonen am Äquator faszinieren durch ihre üppige Vegetation und die exotische Tierwelt – genauso wie mit viel Sonnenschein und kilometerlangen, traumhaften Sandstränden.

Richtig wohl fühlt sich dort allerdings nur, wer in dem schwülen Klima die passende Bekleidung trägt und sich die zahlreichen Moskitos vom Leib hält. Denn diese sind nicht nur lästig, sondern können auch Krankeiten übertragen – ein wirkungsvolles Mückenmittel gehört also unbedingt ins Gepäck. Ergänzend setzt man auf Beklei­dung mit einer moskitoabweisenden Ausrüstung oder auf stich­feste Stoffe wie zum Beispiel das G1000-Gewebe von Fjällräven. Ein Moskitokopfnetz verhindert, dass einem die Quälgeister direkt um Nase, Augen und Ohren schwirren.

Grundsätzlich sollte Tropenkleidung locker geschnitten sein. Dann kann die Luft besser zirkulieren, und man überhitzt weniger. Auch moderne Funktionsmaterialien, zum Beispiel aus Polyester, haben sich bewährt. Sie trocknen im Vergleich zu Baum­wolle schneller, was nicht nur beim Wandern Vorteile bietet. Wäscht man Shirt und Hose abends im Hotelwaschbecken und hängt es in der Dusche oder Badewanne zum Trocknen auf, hat man am nächsten Morgen frische Sachen zum Anziehen – Baumwollbekleidung wäre dagegen noch feucht und hätte außerdem viel mehr Falten.

Wanderrucksäcke mit Ventilationsrücken und 25 bis 30 Liter Inhalt sind das ideale Transportbehältnis für die Tropen. Trotz der meist serien­mäßigen Regenhülle packt man das Gepäck zusätzlich in einen wasserdichten Pack­sack. Dann bleibt es garantiert trocken.

Bei der Schuhwahl für Tropentouren gibt es unterschiedliche Philosophien. Manche schwören auf Trekkingsandalen, weil Sandalen besonders luftig sind. Sie eignen sich aber nur für extrem fitte Wanderer, denn sie bieten wenig Halt und Schutz. Alle anderen liegen mit einem leichten Multifunktionsschuh richtig – ob mit oder ohne wasserdichtes, atmungsaktives Futter (Mem­bran) ist Geschmackssache. Membran­lo­se Schuhe punkten durch das bessere Klima, dafür bekommt man bei Regen aber auch sehr schnell nasse Füße.

Foto: KEEN KEEN Terradora Sommer 2018

Der neue KEEN Terradora ist ein luftiger und leichter Hiking-Schuh für Outdoor-Touren in warmen Gefilden.

Am besten immer nach dem Lagenprinzip:

Lage 1: Funktionsunterwäsche
Im Sommer reichen ein Funktions-T-Shirt und eine kurze Unterhose aus Synthetikmaterial, im Herbst und Winter kommt ­eine lange Garnitur zum Einsatz. Wollunterwäsche hat vor allem bei kühlem Wetter und geringer Anstrengung Vorteile. Viele neuen Merino-Produkte bringen auch bei warmen Temperaturen guten Komfort, wenn sie einen nicht kratzen - das zeigten auch die letzten outdoor-Tests.

Lage 2: Grund­ausstattung
Die Grundausstattung aus Wanderhemd und Wanderhose trägt man über der Unterwäsche. Sie schützt vor Wind, Sonne, Ge­strüpp und Fels sowie vor Insektenstichen und besteht aus atmungsaktiven Funk­tions­stoffen. Auch Softshells gehören in diese Gruppe.

Lage 3: Kälteschutzschicht
Reicht Lage zwei bei kühlem Wetter nicht mehr aus, kommt zusätzlich Lage 3 zum Einsatz. Am weitesten verbreitet ist Fleece, aber auch mit Kunstfasern gefüllte Thermojacken sind mittlerweile sehr beliebt. Daunenjacken und -ho­­sen punkten bei extremer Kälte.

Lage 4: Regenschutzschicht
Wenn es wie aus Kübeln schüttet, zieht man Lage 4 über. Die Jacken und Hosen bestehen aus wasserdichten, atmungsaktiven Materialien und schützen wirkungsvoll vor strömendem Regen und eisigem Wind.