Die Hersteller überbieten sich bei Angaben der Wassersäule für Funktionsbekleidung: 5000, 10 000, 50 000 mm. Wie hoch sollte der Wert sein, damit die Jacke dicht hält?

E-Mail von Anita Gebhardt

Laut DIN-Norm gilt ein Gewebe mit einer Wassersäule von 1300 mm als wasserdicht. Das reicht aber nicht: In einem extrem aufwendigen Funktionsjackentest fand die Eidgenössische Materialprüfanstalt (EMPA) in St. Gallen heraus, dass ein Funktionsmaterial erst ab einer Wassersäule von 4.000 mm dicht hält. Ob es dann allerdings 10.000 mm oder 50.000 mm hat, spielt in der Praxis keine große Rolle.

Tipp: Nicht allein die Wasserdichtigkeit des Materials zählt, auch die Konstruktion der Jacke ist enorm wichtig. Nähte beispielsweise müssen mit einem extra Band auf der Innenseite wasserdicht versiegelt werden, damit sie dicht sind; viele Reißverschlüsse benötigen Abdeckleisten, sonst läuft das Wasser ins Jackeninnere.

Und auch aufs richtige Futtermaterial kommt’s an: Saugt es Wasser auf wie ein Schwamm, zieht es die Nässe über die Ärmelbündchen, den Kragen oder den Saumabschluss ins Jackeninnere. Diesen Schwächen kommt der outdoor-Beregnungstest auf die Schliche, orientieren Sie sich deshalb beim Kauf an den outdoor-Tests. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

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04.04.2006
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Ausgabe 03/2006