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Bergschuhe im Test

Getestet: Steigeisenfeste Bergstiefel

Hart zum Fels, weich zu den Füßen: So soll ein Bergstiefel sein. Robuste Bergschuhe für Herren und Damen im Praxistest am Hindelanger Klettersteig, in den Allgäuer Alpen und auf Hochtouren im Wallis ...

kurz & knapp – der Bergstiefeltest 2018:

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Test 2018: Bergstiefel + weitere Top-Modelle
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  • Die Bergstiefel im Test eignen sich für ambitionierte Touren in alpinem Terrain.
  • Das Preisniveau der getesteten Bergschuhe liegt durchschnittlich bei 280 Euro.
  • Herausragend zeigen sich in diesem Vergleichstest der Asolo Elbrus GV und der Lowa Alpine Pro GTX.
  • Online-Preisvergleich und ausführliche Testergebnisse findet ihr weiter unten im Artikel

Die Testergebnisse im Überblick

Getesteter Schuh Preis (UVP) Testurteil
Asolo Elbrus GV 270 Euro Überragend (Testsieger)
Lowa Alpine Pro GTX 390 Euro Überragend (Testsieger)
Hanwag Makra Combi GTX 260 Euro Sehr gut
La Sportiva Trango Alp EVO GTX 309 Euro Sehr gut
Meindl Air Revolution 4.1 260 Euro Sehr gut
Salewa Crow GTX 230 Euro Sehr gut (Kauftipp)
Dachstein Grimming GTX 270 Euro Gut
Scarpa Marmolada Trek 240 Euro Gut

Ein guter Bergstiefel braucht eine stabile Sohle

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Ralf Gantzhorn
Alle Bergstiefel im Test 2018 können auch Steigeisen aufnehmen.

Bergstiefel gelten vielen immer noch als schwere, klobige und brettharte Spezialwerkzeuge. Als etwas, das in Kauf genommen und ertragen werden muss, um im alpinen Terrain nicht weg-, aus- oder abzurutschen. Dabei bildet der zweifelhafte Ruf vom sprichwörtlichen Schraubstock an den Füßen längst nicht mehr die Realität ab, wie auch dieser Test eindrucksvoll belegt. Einige der acht untersuchten Bergschuhe 2018 trugen sich sogar bequemer als ein weicher Trekkingschuh – und zwar nicht nur auf Klettersteigen, Gletschern, Gneis und Geröll, sondern auch auf beschaulichen Hüttenwanderungen.

In erster Linie liegt das an den verwindungssteifen Sohlen der zwischen 1220 und 1630 Gramm schweren Testpaare. »Eine gut vorgeformte, steife Sohle nimmt den Fußgewölben und Waden die Arbeit ab. Ganz besonders in schwierigem Terrain«, so outdoor-Ausrüstungs-Redakteur Frank Wacker. Weiche Sohlen biegen sich hingegen schnell durch, setzt man sie auf Felsköpfen und -kanten auf. Die Folge: Um das Gleichgewicht zu wahren und ein Abrutschen der Sohle zu verhindern, muss man mit Muskelkraft dagegenhalten – was auf Dauer ermüdend wirkt. Weiche Sohlen haben nur dort einen Vorteil, wo es vergleichsweise kommod zugeht: auf gut ausgebauten Wegen. Doch solche finden sich in den Bergen, vor allem oberhalb von zirka 2000 Metern, eher selten.

Dafür gibt es um so mehr Geröllfelder, steindurchsetzte Pfade, Felsplatten, mit Ketten und Eisenstiften gesichert, sowie Gletscher und Altschneehänge. Hier fühlen sich Bergstiefel wohl, hier haben wir sie zusammen mit vier Testern eine Woche lang getragen, verglichen und bewertet: auf dem Hindelanger Klettersteig, beim Aufstieg zum Großen Daumen (2280 m), beim Zustieg zur Schweizer Saleinaz-Hütte (2691 m), beim Queren des Saleina-Gletschers sowie während des Kraxelns im steilen Granit rund um die Aiguilles Doreés (siehe Bild oben), die auf bis zu 3600 Meter hoch aufragen. Um in diesem Gelände keine nassen Füße zu bekommen, besitzen sämtliche Paare eine wasserdichte, atmungsaktive Membran, die nicht nur im Praxistest – Schmelzwasser floss dank des schneereichen Winters in Strömen –, sondern auch im Labor dicht hielt. Hier wurden die Prüflinge 24 Stunden lang zu Gehbewegungen im Wasserbad gezwungen, was einer 100-Kilometer-Wanderung entspricht, ohne dass nur ein Bergstiefel feucht wurde. Auch gab es keinen Schuh, in dem die Tester übermäßig heiße oder schwitznasse Füße bekamen. »Ein hervorragendes Ergebnis!«, nennt das Frank Wacker.

Auch in puncto Gehkomfort überzeugen die Stiefel: auf Hüttenwegen und ordentlichen Alpenpfaden vor allem die nicht ganz so sohlensteifen Modelle von Dachstein, Hanwag, Salewa und Scarpa. In schwierigerem Gelände haben hingegen die Schuhe von Asolo und Lowa die Nase vorn. Das Duo punktet mit schlüssigem, festem Sitz, straffer – nicht harter! – Dämpfung und definiertem Abrollverhalten. »Je steiniger, steiler und heftiger das Terrain, desto bequemer trugen sich Asolo und Lowa«, bringt es Tester Jürgen Kaminski auf den Punkt.

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Ralf Gantzhorn

Selbst Gletscherpassagen und abschüssige, hartgefrorene Altschneefelder ließen sich mit dem Asolo-Lowa-Duo bequem und sicher meistern – natürlich mit Hilfe von Steigeisen, die sich mit einem Hebelklick an fast allen Testschuhen anbringen lassen. Eine Kunststoffkerbe an der Ferse sorgt für leichte Montage und festen Sitz. Nur beim weichen Scarpa Marmolada Trek sucht man sie vergeblich.

Doch nicht nur im steilen Eis, auch auf Klettersteigen oder Kraxelpassagen fühlten sich die Tester mit den Schwergewichten von Asolo und Lowa sowie mit dem ebenfalls steifen La Sportiva am wohlsten. »Allerdings wirkt der La Sportiva ein wenig grob«, so Testerin Sina Choma: »Man weiß nie so recht, worauf man steht.« Im Gegensatz zu den sehr präzisen Kandidaten von Asolo, Lowa, Hanwag und Salewa, die viel Rückmeldung geben, was vor allem beim Bergsteigen und Klettersteiggehen die Trittsicherheit signifikant erhöht.

Testfazit: Schuhe sind alle gut – Auswahl je nach Einsatz

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Ralf Gantzhorn
Test auf 3000 Metern: Was leisten die Schuhe mit Steigeisen?

Unterm Strich lieferten alle Testkandidaten eine gute Leistung ab. Für welches Paar man sich letztendlich entscheidet, hängt davon ab, welches Modell am besten zu den eignen Füßen, aber auch zum Tourenanspruch passt: Tourt man auf markierten Wegen von Hütte zu Hütte, sind die etwas weniger steifen Modelle von Dachstein, Hanwag und Scarpa eine gute Wahl, zumal man sich damit selbst während längerer Zustiege auf Talwegen keine Blasen läuft. Bei Kraxelpassagen oder Alpenquerungen mit Trekkinggepäck können sie aber schon mal an ihr Limit kommen, im Hochgebirge sowieso.

Trekkingfans, die gerne Höhenluft schnuppern und knifflige Wege mögen – ob in Norwegen oder in den Alpen –, finden im Meindl Air Revolution 4.1 ihr Traummodell. Es bietet reichlich Halt und meistert sowohl einfache Hüttenwege als auch steiniges Bergterrain sehr souverän.

Erfahrene Bergliebhaber, die lieber flott und unbeschwert als kräftig beladen durch die Berge spurten und neben einfachen Wegen auch steile Grate, kühne Gipfel oder schwierige Klettersteige anpeilen, werden mit dem leichten, geschmeidigen und präzisen Salewa Crow GTX ihren Traumpartner finden. Fein: Er kostet am wenigsten von allen Testmodellen: nur 230 Euro.

Möchte man sich hingegen keine Grenzen setzen, sondern alle alpinen Möglichkeiten offenhalten und neben einfachen auch schwierige Ziele bis hin zu 4000-Meter-Bergen in Angriff nehmen, empfehlen sich La Sportiva Trango Alp Evo und – vor allem – Asolo Elbrus GV und Lowa Alpine Pro. Die beiden letztgenannten überzeugen in allen Belangen. Sie tragen sich abseits von Talwegen, Asphalt- und Forstpisten sehr bequem, meistern knifflige Felspassagen sowie anspruchsvolle Sportklettersteige mit Leichtigkeit, bieten viel Halt und machen jeden Spaß mit – vorausgesetzt, er findet oberhalb von 2000 Metern statt.

Online-Preisvergleich der getesteten Bergschuhe 2018:

Die getesteten Bergschuhe 2018 im Detail:

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