The Green Issue
Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche
Green Issue Heft 04/2021: Fjällräven Lars Schneider/ Fjällräven
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PFC-freie Regenkleidung von Fjällräven

Zukunftsweisend PFC-freie Regenkleidung von Fjällräven

Schon im Jahr 2015 brachte Fjällräven mit der Eco-Shell-Linie recyclingfähige, PFC-freie Regenkleidung auf den Markt – und verbessert diese kontinuierlich.

Wenn man sich in Diskussionsforen aus dem Outdoor-Bereich umschaut, wird dort nicht selten Kritik an PFC-freien Regenjacken geübt. Auch eine Reihe von Produzenten gibt an, dass per- und polyfluorierte Chemikalien (kurz PFC) unverzichtbar für Outdoor-Freunde seien, die "volle Performance" wollen. Der schwedische Hersteller Fjällräven hingegen verzichtet seit Jahren auf PFC – zum Beispiel bei seiner Eco-Shell-Regenkleidung. Welche Kompromisse geht man ein, wenn man eine fluorcarbonfreie Imprägnierung verwendet?

"Rein von der Funktion her gibt es keine wesentlichen Kompromisse, die unserer Meinung nach den Einsatz von umweltschädlichen Substanzen wie PFC rechtfertigen", sagt Henrik Andersson, Global Creative Director bei Fjällräven. "Die Wasserdichtigkeit wird durch die Membran gewährleistet, und die Imprägnierung hat zur Aufgabe, die Kleidungsoberfläche so trocken wie möglich zu halten." Fjällräven habe eine Imprägnierung entwickelt, die auch ohne Einsatz von Fluorcarbonen wasserabweisend sei. Im Vergleich zu herkömmlichen Imprägnierungen sei sie lediglich etwas weniger abweisend gegenüber Fett und Schmutz, und zudem müsse sie – je nach Intensität des Einsatzes – vielleicht in etwas kürzeren Abständen neu aufgetragen werden. "Aber dafür gibt es praktisches DWR-Spray (DWR steht für Durable Water Repellency, Anm. d. Red.) von Fjällräven. Und die Eco-Shell-Kleidung hat eben einen ganz klaren Vorteil: Sie ist umweltfreundlich."

Potenzielles Risiko: PFC

Das seit Jahren bekannte Problem: PFCs können in der Umwelt nicht abgebaut werden, sondern lagern sich dort an – auch in lebenden Organismen. Zudem können sie über weite Entfernungen durch die Luft und im Wasser transportiert werden. Einige gelten als recht gut erforscht und sind aufgrund ihrer gesundheitsgefährdenden Eigenschaften bereits verboten (PFOA und PFOS), über andere weiß man bisher wenig. Potenziell gefährlich sind sie jedoch alle, und so verabschieden sich immer mehr Outdoor-Firmen von diesen Stoffen, erforschen Alternativen und setzen diese schließlich ein.

Henrik Andersson erläutert den Entstehungsprozess von Eco-Shell: "Wenn wir an solchen Projekten arbeiten und es das bestmögliche Produkt werden soll, gibt es keine Deadline. Wir haben der Entwicklungsarbeit alle nötige Zeit eingeräumt, haben die Materialien verschiedenen Tests unterzogen, Prototypen erstellt, an Details gefeilt und mit einem großen Testteam Feldforschung betrieben. Wir haben viel ausprobiert und zahllose Details überarbeitet, bis wir zufrieden waren."

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Lars Schneider/ Fjällräven
Die PFC-freie Eco-Shell-Funktionskleidung von Fjällräven hält nicht nur Regen, sondern auch Wind ab. Zugleich ist sie atmungsaktiv.

Das war erstmalig 2015 der Fall, im Geburtsjahr von Eco-Shell, als die erste Jacke mit einer Wasserdichtigkeit von 20 000 Millimeter Wassersäule auf den Markt kam. Abgesehen von der umweltfreundlichen Imprägnierung besitzt Eco-Shell auch den Vorteil, dass seine drei Schichten vollständig aus Polyester bestehen: Ein einziges Grundmaterial erleichtert zukünftiges Recycling. Das Außenmaterial der Jacken und Hosen aus recyceltem Polyester beweist bereits die Funktionalität wiederverwerteten Materials. Darüber hinaus werden die CO₂-Emissionen von der Eco-Shell-Produktion kompensiert, sie ist also klimaneutral.

Regenjacken müssen mehr sein als nur wasserdicht

Eine gute Outdoor-Regenjacke muss nicht nur wasserdicht sein. Auch Atmungsaktivität gehört zu den unverzichtbaren Eigenschaften. Durch die Kombination der DWR auf der Außenschicht und einer hydrophilen Membran kann Feuchtigkeit bei Eco-Shell entweichen, ohne dass Wasser eindringt. Zudem schützt ein dünnes Innenfutter beziehungsweise ein Aufdruck an der Innenseite (je nachdem, ob es sich um 3- oder 2,5-lagige Eco-Shell-Kleidung handelt) die Membran vor Verschleiß und hilft beim Feuchtigkeitsabtransport. Das Außenmaterial hält zusammen mit der Membran Wind ab und verhindert, dass man auskühlt. Lehnt sich das Fjällräven-Team mit Blick auf Eco-Shell zufrieden zurück? "Oh nein", sagt Andersson. "Denn leider gibt es noch keine PFC-freien wasserdichten Reißverschlüsse auf dem Markt." Fjällräven möchte dies ändern – und hat bereits die Initiative für eine noch umweltfreundlichere Outdoor-Industrie ergriffen.

Ethisch korrekte Wolle

Noch immer wird Schafen bei der Merinowollproduktion mitunter Leid zugefügt. Fjällräven kann die Herkunft seiner Wolle bis zu den Farmen in Australien und Neuseeland rückverfolgen, auf denen die Tiere weiden. Diese Betriebe erfüllen strenge Kriterien: Tierschutz (basierend auf einem von den Vereinten Nationen festgelegten Standard namens »Five freedoms«), ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit sowie eine erstklassige Faserqualität.

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Fjällräven
Abisko Wool LS M

Zu den Top-Produkten aus dieser Wolle gehört das Fjällräven Abisko Wool LS M: Das leichte Langarmshirt aus Merinowolle und Polyester (je 50%) wirkt temperaturregulierend und bietet eine perfekte Basisschicht bei Wanderungen aller Art. Erhältlich in drei Farben, Preis: 74,95 Euro.

Weitere tolle Produkte von Fjällräven:

Outdoor 3-Lagen Jacken Test
Regenjacken

Zelte
Softshell-Jacken
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