OD Outdoor Legenden: Sir David Livingstone Public Domain

Outdoor Legenden: Sir David Livingstone

Sir David Livingstone: Sein Herz blieb in Afrika

In einer neuen Serie stellen wir Ihnen legendäre outdoor-Pioniere vor. Ihre Errungenschaften und Abenteuer im Dienste der Wissenschaft und Forschung inspirieren auch heute immer wieder outdoor-Begeisterte auf der ganzen Welt.

Es liegt tatsächlich dort, das Herz dieses schottischen Forschers, der Afrikas größter Erkunder ist. Doch der Reihe nach: Am 19. März 1813 wird David in Blantyre bei Glasgow geboren. Schon als Zehnjähriger muss er in einer Baumwollspinnerei arbeiten und zum Unterhalt seiner Familie beitragen. Nebenher besucht er eine Abendschule, beschäftigt sich mit Medizin und Theologie, schließt sein Studium als Arzt ab, wird Missionar und gründet als 28-Jähriger für die Londoner Missionarsgesellschaft in Südafrika 1843 eine Station in Mabotsa. Bei einem seiner vielen Ausflüge durch das Land wird er von einem Löwen verletzt und von Mary, der Tochter seines Begleiters und Landsmanns Robert Moffat, gesund gepflegt. Sie wird seine Frau.

Livingstones Forschungsdrang wächst. Er will den Schwarzen Kontinent entdecken, der zum großen Teil noch unbekannt ist. Die erste seiner drei großen Afrika-Expeditionen führt ihn ab 1849 von der Missionsstation Kolobeng im Betschuanenland (heute Botswana) mit einem Ochsenkarren durch die Wüste Kalahari. Er entdeckt den 200 Kilometer langen, gewaltigen Gebirgsstock im Süden von Tansania, der heute seinen Namen trägt. Ab 1852 durchquert er für vier Jahre ganz Südafrika von Ost nach West. Er will den Sambesi bis zu seinen Quellen verfolgen, scheitert aber an Stromschnellen und erreicht nach einer Reise von 6500 Kilometern die Hafenstadt Sao Paulo de Loanda am Atlantik. Wieder zurück am Sambesi folgt er dem Fluss bis zur Mündung in den Indischen Ozean, entdeckt dabei 1855 riesige Wasserfälle. Er gibt ihnen den Namen der britischen Königin: Victoria. Als Held und Entdecker kehrt er nach Großbritannien zurück.

Doch ein Forschungsauftrag der britischen Regierung und die Ernennung zum Konsul für die Ostküste Afrikas bringt ihn wieder auf den Schwarzen Kontinent. Mit seinem Bruder und fünf weiteren Europäern reist Livingstone 1858 nach Mosambik an die Mündung des Sambesi. Sie sollen den Mittellauf kartieren, das gesamte Flussgebiet untersuchen, Handelsmöglichkeiten auskundschaften und Rohstoffe finden. Doch das Unterfangen steht unter keinem guten Stern: Zuerst sinkt sein Schiff, 1862 stirbt Livingstones Frau, Spannungen zerreiben das Team – die Expedition scheitert. Der Empfang in England fällt still aus, Einsamkeit und Verbitterung nagen an Livingstone.

Livingstone will die Nilquellen finden

1866 bricht er erneut nach Afrika auf: Er will die Nilquellen finden. Er stößt auf den Bangweolo- und Mweru­see, und per Boot erforscht er den Tanganyikasee, den zweittiefsten See der Erde. Als er auf den Lualaba-Strom stößt, hält er ihn für den Schlüssel zum Rätsel der Nilquellen und will ihm folgen. Doch der Forscher ist krank, die Vorräte gehen zur Neige, und er wird in Europa als vermisst gemeldet. Ein Suchtrupp mit dem US-Journalisten Henry Morton Stanley findet ihn schließlich 1871. Gemeinsam begibt man sich weiter auf die Suche nach den Nilquellen. Ohne Erfolg. Im August 1872 macht sich Livingstone ein letztes Mal auf den Weg. Doch 1873 stirbt er, 60-jährig, in Chitambo am Bangweolosee im heutigen Sambia. Sein Herz wird unter einem Baum begraben, ein Denkmal markiert die Stelle.

Daten und Fakten: Sir David Livingstone

Der Schotte wird am 19. März 1813 geboren. Auf seinen drei großen Afrikaexpeditionen entdeckt er den Sambesi, durchquert als erster Europäer den Kontinent von Ost nach West, sammelt geografisches Wissen und setzt sich gegen die Gräuel der Sklaverei ein.

Outdoor-Legenden, Abenteurer, Pioniere

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