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OD 0416 Deutschland Hunsrück Björn Hänssler

Saarland: Deutschlands nachhaltigstes Reiseziel

Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist im ganzen Saarland verbreitet - und brachte ihm als einzigem deutschen Bundesland die Zertifizierung »Nachhaltiges Reiseland« von TourCert ein ...

»Hauptsach gudd gess!«, sagen die Saarländer. Kein Zweifel, in dem kleinen Bundesland direkt an der französischen Grenze versteht man es zu leben. Die Slow-Food-Bewegung spielt eine große Rolle, Gastronomen fühlen sich in der Region verwurzelt, ob in der Stadt oder auf dem Land. Die kultige »Wurstwirtschaft« der Gebrüder Kalinski im Zentrum von Saarbrücken etwa serviert eine rekordverdächtig gute Curry-Wurst, das Fleisch dafür bezieht sie ausschließlich von Metzgern aus dem Saarland.

Im »Landhotel Saarschleife«, weit draußen auf dem Land bei Mettlach, dreht Michael Buchna die »Orscholzer Röllchen« von Hand, ein Gebäck, das süß gefüllt auf die Kaffeetafel kommt. Sein Rezept hütet seine Familie schon seit Generationen.

Die Wurstwirtschaft, das Landhotel – zwei Beispiele von vielen. Der Gast lässt es sich schmecken und nimmt etwas mit von der Gelassenheit, mit der die Dinge im Saarland vonstatten gehen. Entspannt geht es auch zu, wenn beim Boule die Metallkugeln gegeneinanderklackern – viele Orte im Saarland prägt dieses mediterrane Moment aus dem nahen Frankreich.

Wer lieber wandern geht, kann dies zum Beispiel gleich vor den Toren Saarbrückens – und findet auch hier Gelegenheit zum Relaxen: Unter Buchen schwingen Hängematten, die man ausleihen und an ausgewiesenen Stellen aufhängen kann. Das Angebot kam so gut an, dass 2019 im ganzen Saarland in angenehmen Wanderpausenabständen Plätze für Hängematten eingerichtet werden.

Unterwegs im Nationalpark

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald erkunden Wanderer die Natur mit dem Ranger Peter Keller. Zwar besitzt das Saarland nur einen kleinen Teil dieses Schutzgebiets, aber der hat es in sich. Der Ranger weist auf Besonderheiten hin – und plötzlich nimmt man Pilze wahr, riecht den humusreichen Waldboden und hört Vögel zwitschern, deren Namen zuvor unbekannt waren. Drei Stunden geht es abseits jeder Hektik und offizieller Pfade durch einen Wald, der auf seinem Weg zurück zum Urzustand ist, einem wahren Urwald von morgen.

Mehr Zeit mitbringen muss, wer sich für ein anderes Unternehmen mit großem Erholungswert interessiert: eine Floßfahrt, bei der die eigene Kraft die Geschwindigkeit festlegt. Die angehenden Flößer bauen die Plattform aus Holz unter Anleitung selbst. Zwei Tage dauert das Projekt, inklusive einer Fahrt auf dem Würzbacher Weiher im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau. Für das Floß fällen die Teilnehmer des Workshops vor allem kranke Fichten und forsten danach gleich wieder mit Buchen auf. Nachhaltiger kann man sich kaum vergnügen.

Nachhaltigkeit als gute Grundschwingung

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saarland.de Max Coquard

Der Gedanke der Nachhaltigkeit ist im ganzen Saarland verbreitet – und brachte ihm als einzigem deutschen Bundesland die Zertifizierung »Nachhaltiges Reiseland« von Tour Cert ein (siehe unten). Der Schritt zum Prädikat erwies sich als eine mehr oder weniger leichte Übung, denn viele der Kriterien für das Siegel scheinen hier schon als Grundschwingung vorhanden, die es nur noch zu verfeinern galt. Ein Jahr lang kamen die Tourismuszentrale Saarland und ihre 43 Partnerbetriebe auf den Prüfstand und wurden auf Kriterien wie Gemeinwohl, Kultur und Identität, Ressourcenmanagement, Schutz von Natur und Umwelt abgeklopft.

Am besten spiegelt die Kampagne »Saarland to stay« den nachhaltigen Gedanken wider: Ein Porträt von Markus Keller, seines Zeichens Genussgastwirt 2017/2018, findet sich ebenso wie frische Ausflugs-Ideen – beispielsweise ein Besuch im stillgelegten Eisenwerk Völklinger Hütte, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Hier stehen Ausstellungen und Inszenierungen im Schatten von Hochöfen für eine nachhaltige Nutzung alter Industrieanlagen.

Besonders schonend sind Nutzer der Saarland-Card unterwegs. Sie fahren kostenfrei mit Bussen und Bahnen im saarländischen Verkehrsverbund, können umsonst hiesige Weine verkosten und im »Garten der Sinne« in Merzig oder dem Erlebnisbad Schaumberg entspannen – denn Hektik darf gerne woanders regieren, aber bitte nicht im gemütlich-genussvollen Saarland.

Wie zertifiziert TourCert?

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TourCert
TourCert Siegel

Mit dem allgemeinen Interesse am Thema Nachhaltigkeit steigt auch die Nachfrage nach passenden Urlaubszielen. Tour Cert prüft seit 2014 anhand international anerkannter Kriterien wie klimafreundlicher Anund Abreise und Unterstützung lokaler Betriebe, ob Reiseziele ökologische, aber auch soziale Standards einhalten. Ist sich eine Region unsicher, ob sie den Schritt zur Zertifizierung schafft, kann sie sich zuerst einem TourCert-Check unterziehen und sich auch in einzelnen Bereichen schulen lassen. Das Saarland ist das einzige deutsche Bundesland, das sich »Nachhaltiges Reiseziel« nennen darf. Infos: tourcert.org

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