Corona-Virus: Infos für Outdoorer
Corona-Virus: Infos für Outdoorer
Coronavirus in Asien - Frau mit Atemschutzmaske Getty Images / d3sign

Ausgangssperren und Reiseverbote

Wohin dürfen wir noch?

Das Coronavirus (Covid-19) breitet sich immer noch aus, das öffentliche Leben wird weiter eingeschränkt – das führt vor allem auch bei uns Outdoor-Begeisterten zu Verunsicherung. Was wir derzeit beachten sollten ...

Die Tage werden länger, die Temperaturen klettern und die Vögel geben klassisch ihr Frühlingskonzert – "Endlich wieder auf Tour gehen", würde die Devise bei uns Outdoorern jetzt lauten, wenn Covid-19 nicht wäre. Stattdessen ist klar geworden: Wir sollten, nein, wir müssen diese Saison viel bedachter angehen als sonst.

Welche Ausgangsbeschränkungen gelten in Deutschland ?

Auch wenn bundesweit keine einheitliche Regelung gilt, verfolgen die Landesregierungen insgesamt einen klaren Kurs in der Corona-Krise. Einen Überblick der einzelnen Bundesländer mit Verlinkung zu deren Corona-Informationsseiten hat das ZDF zusammengestellt. Dort erfährt man rasch, wie die Ausgangs- beziehungsweise Kontaktbeschränkungen gehandhabt werden: Bayern, Berlin, Brandenburg, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt gestatten das Verlassen der eigenen vier Wände nur noch mit triftigen Gründen. Sport und Bewegung an der frischen Luft, so die Vorgaben, zählen als solche.

Joggen im Wald
Getty Images / NurPhoto
Alleine im Wald joggen ist kein Problem.

Das heißt, sowohl längere Spaziergänge, Wanderungen, Waldläufe oder Fahrradtouren sind erlaubt, wenngleich ausschließlich in näherer Umgebung. Touristische Unternehmungen jeglicher Art, wie eine Fahrt in die Berge und andere größere Ausflüge, sind untersagt, sie werden bei Verstoß geahndet. Man sollte in der Nähe des Wohnorts bleiben, egal ob auf zwei Rädern oder mit geschnürten Wanderstiefeln. So kommt ihr im Falle einer polizeilichen Kontrolle nicht in Erklärungsnot.

Denn da gerät man schneller hinein als man denkt: Laut Donaukurier müssen einige Kletterer mit einer Anzeige rechnen, da sie an den Felsen in Dollnstein und Wellheim zugange waren. Die Begründung der bayerischen Ordnungshüter: Im Fels zu klettern, sei nun mal kein triftiger Anlass, die Wohnung zu verlassen. Verständlich – zumal Rettungsdienste, Bergwachten und Tourismusverbände doch ohnehin an unsere Vernunft appellieren. "Bitte gehen Sie in der momentanen Situation nicht in die Berge – und unternehmen Sie insbesondere keine schwierigen und lan-gen Touren", ruft auch Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV) zur Risikominimierung auf.

Runter vom Wasser!

Wassersportler dürfen sich da ebenfalls angesprochen fühlen. "Rechtlich gesehen fallen Schwimmen, Kanufahren oder Segelbootfahren unter den Ausnahmetatbestand", ordnet die Berliner Polizei das Paddeln auf der Havel zwar dem erlaubten Individualsport bei.

Indes fragt man sich jedoch: Muss eine Kajak-Tour nach dem Motto "Corona nimm das" derzeit wirklich sein? Am Starnberger See zum Beispiel, berichtet die Münchner Merkur, sind die Rettungskräfte aufgrund in Not geratener Wassersportler bereits zweimal ausgerückt. Um genau solche Fälle zu verhindern, sollten wir als Outdoor-Begeisterte jetzt im Kollektiv Verantwortungs-Bewusstsein an den Tag legen und unser Zeichen der Solidarität setzen.

Das gilt ebenfalls innerhalb der restlichen zehn Bundesländer, obwohl dort anstatt einer Ausgangs- bisher nur die Kontaktbeschränkung besteht. Insofern man ausschließlich mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder höchstens einer außenstehenden Person unterwegs ist, ist der Aufenthalt im Freien gestattet, wann einem danach ist – auch ohne besagten "triftigen Grund".

Was sollte man unbedingt beachten, wenn man raus geht?

Die klare Empfehlung lautet, sich auf die nahe Umgebung zu beschränken. Achtet auf eurer Tour darauf, den bundesweit geltenden Mindestabstand von 1,5 Metern unbedingt einzuhalten. Ganz wichtig: Vermeidet Menschenansammlungen sowie längere Aufenthalte an öffentlichen Plätzen! Gegen eine kurze Rast auf der Aussichtsbank spricht zwar nichts, Wurzeln schlagen sollte man dort aber nicht – vor allem, da andere womöglich dasselbe regionale Ausflugsziel im Visier haben. Und denkt bitte gar nicht erst ans Picknicken oder Grillen – beides ist verboten.

Als OUTDOOR-Redaktion ist uns bewusst: All die Gipfel, all die Täler, Flüsse, Seen – sie locken so Manchen noch stärker als sonst in die Natur – gerade, weil das öffentliche Leben diesen unverhofften Winterschlaf hält und uns die Sonne derzeit ganz schön oft entgegenlacht. Aber sparen wir uns die großen Touren doch einfach auf, bis auch die Gaststätten wieder erwachen, wir uns wieder näher kommen und mit der gemeinsamen Einkehr für zurückgelegte Strecken belohnen dürfen. In der Zwischenzeit schließen wir uns der Meinung von DAV-Präsident Klenner an: "Die Zeit der Bergtouren wird wieder kommen."

Und wem nach Wassersport ist, der übt sich fürs Erste einfach im (regelmäßigen) Händewaschen!

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Darf ich trotzdem noch ins Ausland reisen?

Viele Länder haben ihre Grenzen aufgrund der sich rasch ausbreitenden Corona-Pandemie bereits dicht gemacht.

Das Auswärtige Amt rät: "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland wird bis mindestens Ende April 2020 gewarnt, da mit starken und weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im internationalen Luft- und Reiseverkehr, weltweiten Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen ist. Noch im Ausland befindliche Touristen sollten zurückreisen, solange es noch Reisemöglichkeiten gibt."

Die wichtigsten Informationen dazu finden Reisende auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Hier steht auch alles über die Maßnahmen bei einer Infektion mit dem Coronavirus im Ausland, die gesundheitliche Prävention, die Behandlung bei Corona-Symptomen, und ab wann eine Pauschalreise kostenfrei storniert werden kann.

"Reisen widersprechen dem Grundgedanken der Isolation" – OUTDOOR im Gespräch mit einem Medizin-Experten

Unsere Redakteurin Kerstin Rotard im Gespräch mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Reisemedizin in Düsseldorf, Prof. Dr. med. Tomas Jelinek.

Ihr könnt den Podcast entweder gleich hier auf dieser Seite anhören, oder auch auf einer der gängigen Plattformen: iTunes, Spotify, Deezer, Audio now, Soundcloud, Acast, The Podcast App, Google Podcast-App auf Android-Smartphones, Lecton sowie Castbox, Podcast Addict und vielen anderen Podcast-Apps und Verzeichnissen.

Auf der Webseite unseres Schwestermagazins KLETTERN findet ihr außerdem noch viele Informationen zum Thema Coronavirus und der Klettersport:

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