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OD Captain James Cook Legenden Public Domain (Wikipedia)

Outdoor Legenden: James Cook

Porträt: James Cook - alles auf eine Karte gesetzt

In unserer Serie über legendäre Outdoor-Pioniere stellen wir Ihnen den britischen Seefahrer und Abenteurer James Cook vor.

Ob es dem Captain wohl gefiele, dass derart viele Städte, Inseln, Buchten, Meeresstraßen, Gletscher, Berge und Gebirgszüge seinen Namen tragen? Über 80 sind es. Hinzu kommen drei Universitäten, ein Krankenhaus, ein Campermobil und diverse Fahrräder. Kein Wunder: Immerhin ist er es, der die Karten der Welt entscheidend verändert, der mehr Länder und Kulturen entdeckt hat als vor ihm je ein Seefahrer. Dabei beginnt Cooks Karriere nicht gerade vielversprechend.

Geboren wird er als eines von fünf Kindern eines Landarbeiters. Er darf in die Dorfschule, wird mit 17 Jahren Lehrling bei einem Krämer. Als 18-Jähriger wird er Schiffsjunge auf Kohletransportschiffen, lernt jeden Handgriff als Matrose und Maat auf Handelsseglern. Mit 26 Jahren wechselt er zur Royal Navy, bekommt sein erstes Kommando und legt die Steuermannsprüfung ab. Ab sofort überzeugt er als Erkunder und Vermesser, etwa des St.-Lorenz-Stromes, der Gewässer bei Neufundland und der kanadischen Ostküste. Der große, hagere Brite erstellt exakte Karten und bekommt mit dem Schoner Greenville ein eigenes Kommando. Als kundiger Schiffsführer und eifriger Datensammler, mit denen er in den Wintermonaten Seekarten und Segelhandbücher erstellt, wächst sein internationaler Ruf.

1768 wird er Leutnant, und im selben Jahr startet er, von der Royal Society beauftragt, mit dem umgebauten Kohlenfrachter HM Bark Endeavour zu einer Expedition: Er soll im Pazifik den Durchgang des Planeten Venus vor der Sonne beobachten, um mit den Daten die Entfernung zwischen Erde und Zentralgestirn noch genauer zu berechnen.

Tahiti, mitten im südlichen Pazifischen Ozean, ist das Ziel:

Hier bleibt die Sonne während der gesamten Venus-Wanderschaft immer über dem Horizont. 149,6 Millionen Kilometer sind es bis zur Sonne, weiß man heute. Cook und sein Team kommen mit ihrem Ergebnis bis auf wenige tausend Kilometer an das exakte Maß heran. Anschließend will er den sagenumwobenen Südkontinent entdecken, von dessen Existenz schon die alten Griechen überzeugt waren – eine gigantische Landmasse südlich von Australien. Auf dem Weg vermisst Cook zuerst die Inselwelt Ozeaniens, dann kartografiert er die beiden Inseln Neuseelands, läuft mit seiner Endeavour auf dem Great Barrier Reef auf und nimmt Australien für England ein. Doch den Südkontinent findet er nicht – genauso wenig wie auf seiner zweiten Südseereise.

Bis zum 71. Grad südlicher Breite dringt er vor, weiter als je ein Seefahrer zuvor – verfehlt die Antarktis aber knapp. Und doch nützt ihm die neue Erfindung eines englischen Chronometers – »The Watch« genannt. Mit Hilfe dieses Instruments erstellt er erstmals eine präzise Karte der Südhalbkugel. Im Rang eines Captain kartiert er bei seiner dritten großen Reise die nordamerikanische Westküste. Als auf einer Hawaii-Insel ein Mastbruch repariert werden muss, werden der Kapitän und seine Männer von einheimischen Kriegern angegriffen, Cook getötet. Ob der berühmte Chronometer exakt zu dieser Zeit stillgestanden hat, sei dahingestellt. Sicher ist, dass auf den kleinen Globen, die bald darauf populär werden, auch genau die Bucht eingezeichnet ist, in der Cook sein Ende fand. Und auch sie trägt heute seinen Namen.

James Cook - Daten und Fakten:

Der britische Seefahrer wird 1728 in Marton geboren und 1779 von Einheimischen auf Hawaii ermordet. Die Europäer verdanken ihm die ersten verlässlichen Kartenwerke der pazifischen Inseln und umfassende Studien ihrer Bewohner, Flora und Fauna.

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