Corona, Bergsport & Wandern
Corona-Virus: Infos für Outdoorer
OD-2014-Bayern-Winter-Special-Oberstdorf-2 (jpg) Tourismus Oberstdorf

Parkplatznot in den Bergen

Overtourism in Corona-Zeiten Parkplatznot in den Bergen - was tun?

Zum Stichwort "Overtourism" und der Corona-Lage in den Bergen haben wir uns mit zwei Experten unterhalten ...

Die Zeit, in der man träumte eine Fernreise in wärmere Gefilde zu machen, kommt einem mittlwerweile wie eine halbe Ewigkeit vor. Daher zieht es immer mehr Menschen raus aus dem Alltag und rein in die Berge. Doch genau das bringt auch Probleme mit sich – Stichwort "Overtourism", der sich seit der Corona-Pandemie 2020 in einigen Bergregionen noch erheblich verschärft hat.

Mini-Interview mit ADAC-Sprecher Johannes Boos:

Derzeit zieht es viele Deutsche in die Berge, was zu überfüllten Wanderparkplätzen und unerlaubtem Nutzen von Alternativflächen führt. Sehen Sie eine Lösung?
Nicht jeder muss mit dem Auto in die Berge. Viele Tagesausflüge sind mit Bahn und Bus gut machbar – vor allem unter der Woche bieten die Öffis Richtung Berge meist genug Platz.

Wird sich die Lage in der kalten Jahreszeit entspannen?
Der Trend geht wegen Corona zu Winterurlaub und Tagesausflügen im Nahbereich. Der Andrang verschiebt sich daher weiter in die Wintersportgebiete.

Ihre Prognose für Sommer 2021?
Niemand weiß, wie sich die Lage entwickelt. Ob es nächsten Sommer wieder so einen Run auf die Berge gibt, hängt auch davon ab, inwieweit fernere Urlaubsziele dann eine Option sind.

Wo kann man ohne Parkplatzprobleme gut wandern?
Viele Tourismusämter bieten Infos zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Inspiration liefert außerdem die neue App »ADAC Trips«. Nach Eingabe der Interessen gibt die App individuelle Tipps und nennt mögliche Aktivitäten. Oder man sucht damit gezielt nach Aktivitäten und Highlights, die man gesehen haben muss, in der Nähe oder am Reiseziel. Zudem soll die App bei der Planung des nächsten Urlaubs helfen, mit wichtigen Informationen zum Reiseziel. Klar ist: Der Geheimtipp von heute kann nächsten Monat schon Trendziel sein.

Stefan Schwarzbach, Vorstand beim Deutschen Skiverband, schätzt die Wintersaison 2020/21 so ein:

Können wir nach dem Teil-Lockdown wieder in die Skigebiete?
Das hängt von den weiteren Entwicklungen ab. Immerhin besitzt Wintersport den Vorteil, dass er Outdoor-Sport ist. Allerdings nur, wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: auf den Sport. Für Après-Ski ist heuer keine Saison.

Auf welche Einschränkungen aufgrund von Covid-19 müssen Wintersportler sich einstellen?
Die obligatorische Maske wird uns nicht erspart bleiben – auf Loipen und Pisten ebenso wie in Skibussen und der Seilbahn. Außerdem gelten natürlich die gelernten Abstandsregeln.

Schneeschuhwanderer, Langläufer und Skitourgeher können besser Abstand halten als Pistennutzer. Inwiefern sind sie betroffen?
Abstandhalten sollte auch für Alpinfahrer kein Problem sein. Auf einer normal ausgelasteten Piste stehen rund 100 Quadratmeter pro Person zur Verfügung. Aber klar: je individueller der Sport, desto geringer das Ansteckungsrisiko.

Ihr Toptipp für Wintersportler?
In diesem Winter? Pause machen und mal tief durchatmen.

Hier noch weitere Tipps zum Thema:

Gut zu wissen: So ist das Parken nicht erlaubt

  • in zweiter Reihe parken
  • der Zeiger der Parkscheibe muss auf die nächste volle oder die nächste halbe Stunde der Ankunftszeit eingestellt werden, bei Überschreitung droht ein Verwarnungsgeld
  • das Halten und Parken auf Gehwegen ist verboten, soweit nicht durch Verkehrszeichen oder durch Parkflächenmarkierungen ausdrücklich erlaubt (auch bei sehr breiten Gehwegen oder Fahrzeuge mit zwei Rädern)
  • das Parken vor Grundstücksein- und -ausfahrten.
  • das Parken im Bereich einer engen oder unübersichtlichen Straßenstelle oder im Bereich einer scharfen Kurve ist nicht erlaubt (Bußgeld zwischen 15 Euro und 60 Euro).
  • linksparken, also das Parken entgegen der Fahrtrichtung, ist nur in Ausnahmefällen erlaubt (bspw. in Spielstraßen oder Einbahnstraßen)
  • parken vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen mit weniger als 5 Meter Abstand, bei angelegten Radwegen in Fahrtrichtung rechts neben der Fahrbahn sogar ein Abstand von 8 Metern
  • das Parken auf Schutzstreifen für den Radverkehr

Unsere Podcast-Episode zur Situation auf den Berghütten 2020 gibt's hier:

Ihr könnt den Podcast entweder gleich hier auf dieser Seite anhören, oder auch auf einer der gängigen Plattformen: iTunes, Spotify, Deezer, Audio now, Soundcloud, Acast, The Podcast App, Google Podcast-App auf Android-Smartphones, Lecton sowie Castbox, Podcast Addict und vielen anderen Podcast-Apps und Verzeichnissen.

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