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Arctic Fox - Fjällräven Fjällräven

Die Arctic Fox-Initiative von Fjällräven

Im Namen des Polarfuchses Die Arctic Fox-Initiative von Fjällräven

Mit der Arctic Fox Initiative unterstützt Fjällräven Umweltprojekte. Auch für den Polarfuchs setzt sich die Firma ein.

Lange Sandstrände, malerische Buchten – und Müll, so weit das Auge reicht. Flip-Flops, Flaschen, Einwegwindeln, Kanister, Fischernetze und anderen Unrat hatte der Orkan Christian, der mit bis zu 190 Stundenkilometern vom Atlantik auf die Westküste Europas peitschte, in Cornwall an Land gespült. Martin Dorey, der dem Plastikabfall schon vor einigen Jahren den Kampf ansagte und Aufräumaktionen organisiert, war entsetzt. Über den Hashtag #2minutebeachclean rief der britische Buchautor und Aktivist aus dem kleinen cornischen Ferienort Bude die Küstenbewohner dazu auf, nur zwei Minuten ihrer Zeit zu investieren, um die Strände vom Müll zu befreien. Das war 2013. Aus dem lokalen Appell entwickelte sich eine landesweite Bewegung, aus dem Hashtag eine gemeinnützige Stiftung. Hunderte Tonnen Abfall wurden in den vergangenen Jahren zusammengeklaubt. Denn rund 15 Prozent des Wohlstandsmülls, der in die Ozeane gelangt,spuckt das Meer auch bei normalem Wellengang wieder aus. 810 Sammelstationen stehen heute in Großbritannien und Irland. »Kleine Taten machen gemeinsam einen großen Unterschied«, sagt Martin Dorey.

Martin Dorey
Fjällräven
Martin Dorey, Initiator des »Beach Clean«- Projekts ...

Mit Unterstützung von Fjällräven reitet der passionierte Surfer nun die nächste Welle: Sein »Beach Clean Network« ist Gewinner der Arctic Fox Initiative, die der schwedische Hersteller von Outdoor-Ausrüstung und Funktionsbekleidung gestartet hat. Weltweit werden damit gemeinnützige Projekte gefördert, die die Umwelt schützen oder Menschen dazu inspirieren, die Natur respektvoll zu genießen.

Beach Clean Project
Fjällräven
... hat Einsatzorte markiert.

Follower stimmen über Projektunterstützung ab

Ein Prozent aus dem Verkaufserlös von Sondermodellen des populären Rucksack-Klassikers Kånken fließen in den Fördertopf. 120.000 Euro waren es im ersten Jahr. Wem das Geld zugutekommen soll, entscheiden die Fjällräven-Follower über Facebook. Auf dem sozialen Netzwerk stellt das Nachhaltigkeitsteam jedes Jahr aus allen Online-Bewerbungen drei bis fünf Non-Profit-Organisationen zur Wahl. Je mehr Likes ein Kandidat erhält, umso höher ist die Fördersumme. Die meisten Daumen schnellten 2019 für die Aufräumer aus Cornwall nach oben und bescherten ihnen 60.000 Euro.

Beach Clean Project
Fjällräven
Das Projekt »Beach Clean Network«.

»Wir werden damit ein Netzwerk von 20 bis 30 Guardian Angels aufbauen, die sich als Ansprechpartner vor Ort um die Stationen kümmern und Meeresmüll zum Recyceln sammeln«, erklärt Dorey. »Leave no Trace«, das US-amerikanische Zentrum für Outdoor-Ethik, erhielt als Zweitplatzierter 40.000 Euro für die Produktion von Informationsfilmen und eines Online-Lernmoduls.

Grytan, Hej Främling, Inlöparna
Fjällräven / Johannes Poignant
»Hej Främling«, ein Integrationsprojekt.

20.000 Euro bekam die Integrationsinitiative »Hej Främling!«, die Geflüchtete und schwedische Bürger über gemeinsame Aktivitäten wie etwa Wandertouren, Fußball und Yoga zusammenbringt. Drei Projekte, drei Nationen.

»Es ist Zeit, über die Grenzen Skandinaviens zu schauen«, sagt Christiane Dolva Törnberg, die Leiterin des Bereichs Nachhaltigkeit bei Fjällräven. Der Schutz von Umwelt, Klima und Natur erfordere weltweites Engagement. Zumal die schwedische Marke, die Nachhaltigkeit seit jeher fest in ihren Werten verankert hat, mittlerweile in über 70 Ländern präsent ist. »Mit der Arctic Fox Initiative haben wir eine gute Lösung gefunden, wie wir Non-Profit- Organisationen aus aller Welt unterstützen können und zugleich unsere Markenfans in die Entscheidung einbeziehen«, erläutert die Nachhaltigkeitsmanagerin.

Christiane Dolva - Fjällräven
Fjällräven
Christiane Dolva Törnberg ist Nachhaltigkeitsmanagerin bei Fjällräven.

Ab dem 25. April sind die Follower mit ihrem Voting wieder an der Reihe. Wie hoch die Fördergelder diesmal ausfallen, hängt erneut vom Umsatz der Rucksack-Modelle »Kånken Art« und »Kånken Rainbow« ab, die in verschiedenen Größen erhältlich sind. Beide Modelle bestehen aus dem fein gewebten, aber strapazierfähigen Stoff G-1000 HeavyDuty Eco S, der recyceltes Polyester mit Bio-Baumwolle kombiniert und mit umweltfreundlichem Greenland Wax imprägniert ist.

Erfreuliche Entwicklungen

Besonders exklusiv präsentiert Fjällräven das Stoffdesign des Kånken Art. Jedes Jahr gestalten andere Künstler den Aufdruck: Abstrakte, farbenfrohe Landschaften prägen das Muster des Stockholmer Designers Erik Olovsson. Ganz filigran dagegen huschen Wiesel, Fuchs und Waschbär in den Zeichnungen von Cecilia Heikkilä durch mystisch dunkle Wälder. Das nächste tragbare Kunstwerk, das im Juni enthüllt wird, stammt aus der Hand von Moa Hoff. Die Illustratorin lässt darin Eindrücke einer Wanderung aus ihrer Kindheit aufleben. Alle drei Künstler kommen aus Schweden. »Da arbeiten wir gern mit Landsleuten zusammen, wir sind ja eine schwedische Marke«, sagt Christiane Dolva Törnberg. Anders bei den geförderten Initiativen: »Wir versuchen, ganz einfach die besten Projekte weltweit auszuwählen. Egal, woher sie kommen.« Nur ein einziges laufe außer Konkurrenz und werde immer Unterstützung erhalten: das Schutzprojekt für ein neugieriges, aber scheues Tier, den Polarfuchs. Unternehmensgründer Åke Nordin begegnete ihm ab und an auf seinen Wanderungen und benannte 1960 seine Firma nach ihm – »Fjällräven« ist das schwedische Wort für Polarfuchs.

Fjällräven Classic
Fjällräven / Håkan Wike

Seit dem Jahr 1994 unterstützt der Outdoor-Hersteller die Forschungsaktivitäten des Instituts für Zoologie der Universität Stockholm. Unter anderem finanziert Fjällräven die Stelle eines Doktoranden, der jährlich mit freiwilligen Helfern – alle ausgerüstet mit Kleidung und weiterem Equipment – die Bestände der bedrohten Tierart zählt. Das edle, warme Fell des Polarfuchses war im 19. Jahrhundert so begehrt, dass von den damals schätzungsweise 6000 bis 10.000 Exemplaren in Skandinavien nur wenige die intensive Bejagung überlebten. Heute hingegen gefährdet vor allem der Klimawandel den ursprünglich schneereichen Lebensraum der Tiere. Konkurrenten wie der Rotfuchs dringen in ihr Territorium ein und machen ihnen die Lemminge streitig. Doch Zufütterungen und Schutzmaßnahmen zeigen langsam Erfolg: Wurden 2008 noch 150 erwachsene Füchse in Schweden und Norwegen gesichtet, sind es heute doppelt so viele. Und immerhin 72 Jungtiere kamen allein in Schweden 2019 auf die Welt – es war ein ziemlich gutes Jahr für Fjällräven.

Fjällräven Sommerhose
Fjällräven
LUFTIG LEICHT »Sommerkleidung stand zuvor nie im Fokus bei Fjällräven«, sagt Henrik Andersson, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung. Doch die Marke ist mittlerweile auch in wärmeren Gefilden gefragt. »Wir haben daher beschlossen, unser Sortiment anzupassen. « Ergebnis: die Abisko-Midsummer-Kollektion aus dem neuen Material G-1000 Air Stretch, einem Mix aus Bio-Baumwolle und recyceltem Polyester. Die Wanderhose Abisko Midsummer Trousers (169 Euro) aus diesem leichten, atmungsaktiven Stoff trocknet schnell und hat seitliche Belüftungsreißverschlüsse.
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