Wanderer im Sommer bei Sonne und Hitze Getty Images / Koldunova-Anna

Wetterrückblick: 2020 zweitwärmstes Jahr in Deutschland

Wetter Jahresrückblick 2020 geht als zweitwärmstes Jahr in die Geschichte ein

Seit 1881 wird das Wetter jährlich aufgezeichnet und verglichen. Die Zahlen zeigen: das vergangene Jahr war das zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn ...

In den ersten drei Augustwochen 2020 überrollte eine Hitzewelle ganz Deutschland und knackte fast schon konsequent die 30-Grad Marke. Auch der Niederschlag lag mit 710 Litern pro Quadratkilometer deutlich unter dem Muss für die Natur und Umwelt. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort.

2020 im Wärmevergleich auf Platz 2 seit Beginn der Aufzeichnungen

Die Durchschnittstemperatur in Deutschland von 10,4 Grad katapultierten das vergangene Jahr auf Platz zwei der heißesten Jahre seit 1881. Spitzenreiter ist bis dato das Jahr 2018 mit einer mittleren Temperatur von 10,5 Grad. Damit ist es nun das zehnte Jahr in Folge, in dem die Temperatur das vieljährige Mittel übertrifft.

"Das Jahr 2020 startete bereits mit einem ‚Winter ohne Winter‘. Schnee war selbst in den Bergen Mangelware. Mitte Februar wurde im Südwesten schon die 20-Grad-Marke geknackt", erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. Das Frühjahr und der Sommer lagen ebenfalls jenseits der Durchschnittswerte der vergangenen 30 Jahre. Besonders der August, der in Teilen Norddeutschlands zu so vielen Hitzetagen wie noch nie führte, fiel besonders warm aus und die überdurchschnittlich sommerlichen Temperaturen reichten bis in den Herbst.

Auch die Trockenheit lag über dem Durchschnitt

Nicht überraschend ist daher auch die Tatsache, dass das Jahr 2020 besonders trocken war. Ähnlich wie in den Vorjahren hat es 2020 mit 710 Litern auf den Quadratkilometer weniger als üblich geregnet. Damit konnte auch das Defizit der letzten Jahre nicht ausgeglichen werden. Vor allem in den sonst regnerischen Monaten von März bis Mai fiel nur ungefähr die Hälfte des sonst üblichen Regens.

Wetter Jahresrückblick 2020, zweitwärmstes Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen
WetterOnline
Der Wald leidet besonders unter der Trockenheit.

Regional gab es diesbezüglich in Deutschland große Unterschiede: Im Schwarzwald und an den Alpen kamen mit bis zu 2000 Liter pro Quadratkilometer die höchsten Jahresmengen zusammen. Nicht einmal 500 Liter schafften dagegen viele Teile Nordostdeutschlands. Die Folge: tiefere Bodenschichten konnten sich nicht von der Dürre erholen. So verzeichnete das Landesumweltamt in Nordrhein-Westfalen Ende November 2020 bei gut zwei Drittel der Messstellen zum Wasserspeicher niedrigere Werte als im Vorjahr.

Deutschland in puncto Sonnenstunden unter den Top 5

Ganze 1901 Sonnenstunden hat uns das Jahr 2020 beschert und war somit das 4. sonnigste Jahr seit Messbeginn der Sonnnenscheindauer im Jahr 1951. Vor allem im Süden schien die Sonne besonders oft, sodass im Kaufbeuren im Allgäu der Sonnenstunden-Höchstwert mit 2250 Stunden erreicht wurde. Vergleichsweise wenig zeigte sich die Sonne dagegen in der norddeutschen Tiefebene und im Mittelgebirge.

Global gesehen wird sich das Jahr 2020 ebenfalls in die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn einreihen. Nach dem Stand von Ende Dezember war das vergangene Jahr etwa 1,2 Grad wärmer als in der vorindustriellen Zeit von 1850 bis 1900. Und der Trend? Klimaforscher gehen davon aus, dass auch das Jahr 2021 zu einem der wärmsten gehören wird...

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