Wölfe in Deutschland - Zahlen & Fakten

Die Zahl der Wölfe in Deutschland ist gegenüber dem letzten Jahr um 27 Prozent gestiegen. Die Karte unten zeigt, wo die Tiere leben - im Video seht ihr den heimischen Räuber in Aktion ...

73 Rudel, 30 Paare, drei Einzeltiere - so viele Wölfe gibt es laut Bundesamt für Naturschutz derzeit in Deutschland. Das sind 13 Rudel und neun Wolfs-Paare mehr als im Vorjahr.

Die meisten Wölfe leben nach wie vor in Brandenburg, gefolgt von Sachsen und Niedersachsen. Gesichtet wurden Wölfe in allen Bundesländern außer dem Saarland, aber erst nach etwa einem halben Jahr in einem bestimmten Gebiet gelten die Wölfe als ansässig.

Foto: Bundesamt für Naturschutz Wölfe in Deutschland - Karte

Weitere Zahlen & Fakten zum Wolf:

  • Deutschland war über 150 Jahre wolfsfrei - durch Schutzmaßnahmen erholt sich der Bestand langsam wieder.
  • Die Wolfszahlen in Deutschland steigen stetig - 2018 wurden bereits 73 Wolfsrudel gezählt, sowie 3 Einzeltiere.
  • Die meisten Wölfe hierzulande leben in Brandenburg, gefolgt von Sachsen und Niedersachsen.
  • Die Wölfe in den nördlichen Bundesländern stammen von den Nachkommen eingewanderter Tiere aus Ostpolen ab. Die Tiere der südlichen Bundesländer stammen zumeist aus den Alpen und Italien.
  • Normalerweise machen Wölfe einen Bogen um Menschen, bislang gab es auch noch keine derartigen Zwischenfälle (Stand Feb. 2019)
  • Ein ausgewachsener Wolf braucht pro Tag etwa 3-4 Kilo Fleisch. Übergriffe auf Nutzvieh stellen derzeit das größte Problem dar.
  • Allein im Jahr 2018 gab es 60 bis 65 Nutztierrisse. Auch Herdenschutzhunde und Zäune bringen keinen 100%igen Schutz.
  • Isegrim: So heißt der Wolf in der Fabel. Er wird dort als grimmig und bösartig beschrieben, genauso wie in einigen Märchen - was seinem Image ebenfalls schadet.
  • Die enge Verbindung von Wolf und Mond - insbesondere durch das Anheulen - ist ein Mythos. Allerdings stärkt das gemeinsame Heulen im Rudel den Zusammenhalt, so wie wenn Menschen zusammen singen!
  • Ein weiterer Mythos ist der Werwolf - ein Mensch, der sich bei Vollmond in einen Wolf verwandelt und auf Beutejagd geht.
  • Der ausgewachsene Wolf hat in Deutschland keine natürlichen Feinde und steht an der Spitze der Nahrungskette.
  • Die in Europa vorkommenden Wölfe sind meist grau/bräunlich gefärbt, die Schwanzspitze ist schwarz.
  • Der Wolf kann hervorragend riechen: seine Artgenossen und Beutetiere riecht er auf bis zu 2 km Entfernung.
  • Der Wolf kann auch nachts ausgezeichnet sehen. Sein Blickwinkel liegt bei 250 Grad. (Mensch nur 180)
  • Im Unterschied zum Schäferhund, mit dem der Wolf manchmal verwechselt wird, hat der Wolf eine gerade Rückenlinie und lässt den Schwanz (die Rute) beim Laufen hängen.
  • Wölfe sind soziale Tiere mit starken Bindungen. Sie leben in einer Art Familienverband, dem Rudel.
  • Frei lebende Rudel bestehen aus einem Elternpaar und dessen Nachwuchs.
  • Jungtiere verlassen das Rudel meist mit 1 bis 2 Jahren, um ein eigenes Rudel zu gründen.
  • Der Wolf legt in seinem Territorium täglich große Strecken zurück - was im eng besiedelten Deutschland ebenfalls zu Problemen führen kann.
  • Seit dem Jahr 2000 sind alleine in Sachsen so nachweislich 51 Wölfe überfahren worden (Stand 2018).
  • Neben dem Wolf ist auch der Luchs in Deutschland wieder heimisch. Sein Bestand wächst im Vergleich zum Wolf aber nur leicht.
  • Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist in Deutschland streng geschützt. Nachdem er lange Zeit aus seinem heimischen Lebensraum verschwunden war, gibt es heute wieder zwei voneinander isolierte Vorkommen in der Region des Harzes und im Bayerischen Wald (77 Luchse, Stand: 2018).

Obwohl Wölfe nach der Fauna-Flora Habitat-Richtlinie der EU unter strengem Schutz stehen, mehren sich auch die Fälle von illegaler Tötung, so das BfN. Mehr Infos: dbb-wolf.de

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Foto: Axel Gomille Wölfe in Deutschland

Weitere interessante Fakten zur Rückkehr des Wolfes in Deutschland gibt es auch in unserem Interview mit Wolfsexperte Axel Gomille

Praktische Tipps bei Wolfsbegegnungen

Das Bundesamt für Naturschutz gibt außerdem die folgenden Tipps für den seltenen Fall einer Wolfsbegegnung in freier Wildbahn:

  • Verhalten Sie sich bitte ruhig. Bleiben Sie stehen und halten Sie Abstand.
  • Laufen Sie nicht weg, sondern gehen Sie langsam rückwärts und sprechen Sie dabei laut.
  • Falls der Wolf nicht wegläuft, halten Sie an, schreien Sie ihn an und klatschen in die Hände. Machen Sie sich groß, um ihn einzuschüchtern.
  • Wenn Sie mit Hund unterwegs sind, leinen Sie ihn bitte grundsätzlich an und führen Sie ihn nahe bei sich. Sollte sich ein Wolf trotzdem nähern, rufen Sie laut und klatschen Sie in die Hände, um Ihre Anwesenheit deutlich zu machen.
  • Bitte locken Sie keine Wölfe an und füttern Sie diese keinesfalls. So verhindern Sie, dass ein Wolf seine natürliche Scheu vor dem Menschen verliert.
  • Melden Sie Wolfsbegegnungen an die zuständigen Länderbehörden. Auffälliges Verhalten kann so frühzeitig erkannt werden, so dass, wenn notwendig, entsprechend gegengesteuert werden kann.

Unter allen dokumentierten Wolfssichtungen in der Lausitz waren nur einige wenige, in denen sich Wölfe Menschen genähert haben, obwohl sie deren Anwesenheit schon bemerkt hatten. Meistens handelte es sich in diesen Fällen um unerfahrene, neugierige Jungwölfe oder es überwog vor dem Fluchtimpuls das Interesse der Wölfe für Hunde oder Schafe in der Nähe der jeweiligen Person. Grundsätzlich gilt, dass man sich bei einer Begegnung ruhig verhalten und Wölfen mit Respekt begegnen sollte. Denn Wölfe sind, wie Wildschweine auch, große wehrhafte Wildtiere.

21.02.2019
Autor: Quelle: Bundesamt für Naturschutz BfN
© outdoor
Ausgabe 2/2019