Wald-Guide gratis als PDF

Foto: Colourbox.de Wald Sonne Bäume Landschaft
Warum wir den Wald so lieben? Wahrscheinlich wegen der Ruhe, den bunten Farben und der vielfältigen Natur. Hier noch ein paar weitere Gründe ...

1 Morgenstille:
Der frühe Morgen ist nicht nur für Jäger die schönste Tageszeit im Wald. Tiere lassen sich am besten beobachten, wenn der Wald erwacht.

2 Klangwelt:
Die Blätter der Bäume rauschen im Wind, die Vögel zwitschern, und die Zweige knacken unter den Füßen, ansonsten herrscht Ruhe: Die Geräusche des Waldes entspannen.

3 Harziger Duft:
Nadelbäume wie Tannen oder Kiefern verströmen einen angenehmen Duft, der Spuren von ätherischen Ölen enthält. Auch deswegen lässt es sich hier so schön durchatmen.

4 Kühlkammer:
An heißen Tagen gibt es nichts Schöneres, als in den Schatten des Waldes einzutauchen: Durch die Feuchtigkeit der Blätter entsteht Verdunstungskälte.

5 Reine Luft:
Der Wald wirkt wie ein riesiger Filter. Nur noch am Meer liegt weniger Feinstaub in der Luft, die immergrünen Nadelwälder sind besonders effektiv.

Wenig entspannt Körper und Geist mehr als ein Aufenthalt im Wald. In Japan hat man sogar einen Ausdruck dafür: Shinrin Yoku – Waldbaden. Wer mehr Informationen und Anregungen zu seinem persönlichen Badeerlebnis sucht, findet in unserem Wald-Guide lohnenswerte Reisetipps und wissenswerte Fakten zum Thema Wald.

Download hier:

Darin lest ihr:
Die besten Waldwanderwege
Die ältesten Bäume
Baumwipfelpfade
Blumen an Lichtungen
Ein Ranger im Bayerischen Wald
Der Wald in Zahlen
Urwälder in Deutschland
Die Wunder des Waldes
Legal wild im Wald zelten
Ab in die Pilze!
Durchblick im Blätterwald
Der Hüter der Bäume

Dass es heute in Deutschland so viel Wald gibt, ist eine Folge der frühen Industrialisierung: Hans Carl von Carlowitz, seines Zeichens Oberberghauptmann in Sachsen, stellte um 1700 fest, dass der Abbau von Silber ins Stocken geraten könnte. Und zwar nicht, weil es kein Erz mehr gab, sondern weil das zur Verhüttung benötigte Holz auszugehen drohte. Und nicht nur in Deutschland sah es schlecht aus, wie er auf einer Bildungsreise feststellen musste: »Binnen wenig Jahren ist in Europa mehr Holtz abgetrieben worden, als in etzlichen seculi (Jahrhunderten) erwachsen«, schrieb er in seiner 1713 erschienenen Abhandlung »Sylvicultura oeconomica oder Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht«.

Darin legte er die Grundlagen für das nachhaltige Bewirtschaften der Wälder, die Wiederaufforstung des geschlagenen Holzes. 1732 erschien eine zweite Auflage seines Werks, das zur Pflichtlektüre für alle hohen Beamten der deutschen Kleinstaaten wurde. Aus Deutschland verbreitete sich der Gedanke der Nachhaltigkeit in der Welt, als »Sustained yield forestry«, und 1992 sprach man beim Erdgipfel der Vereinten Nationen in Rio vom »Sustainable development«, der nachhaltigen Entwicklung. Gut, dass damals in Sachsen das Holz knapp wurde.

Hier entwickeln sich Wälder zum Urzustand zurück:

Schwarzwald
Seit 2014 gibt es den Nationalpark Nordschwarzwald. Seine Keimzelle, der Bannwald um den Wilden See, darf sich schon seit über 100 Jahren ungestört entwickeln. Hier sieht man Pilze und Farne an Baumveteranen und hört Hirsche röhren.

Edersee
Der Buchenwald des Nationalparks Kellerwald gehört zum UNESCOWeltnaturerbe. Wildschweine suhlen sich unter den säulenartigen Stämmen, in die Spechte hämmern. Tipp: auch die Knorreichen am Nordufer des Edersees besuchen.

Rügen
Auf der Ostseeinsel Rügen sollte man nicht nur durch die Buchenwälder des Nationalparks Jasmund streifen, sondern auch durch die der Urwaldinsel Vilm im Süden.

Foto: Colourbox.de Wandern auf dem Harzer Hexen-Stieg

Harz
Im »Brockenurwald« haben sich Reste eines sehr ursprünglichen Bergfichtenwalds erhalten. Seit 300 Jahren steht der Bereich am Brockengipfel unter besonderem Schutz.

Hainich
Rotbuchen, aber auch Ahorne, Linden und seltene Elsbeeren bestimmen das Bild des thüringischen Nationalparks Hainich. Seit 2011 gehören Teile zum Weltnaturerbe.

Bayerwald
Schon 1970 entstand der erste deutsche Nationalpark an der Grenze zu Tschechien. Er beschützt Bergmischwald, in höheren Lagen Bergfichtenwald.

Fotostrecke:

07.10.2018
© outdoor
Ausgabe 10/2017