Foto: Marmot / William Woodward

Marmot Regenbekleidung - jetzt noch nachhaltiger

Green Friends
Seit über 20 Jahren gehört die günstige Regenbekleidung der Marmot-Precip-Linie zu den Bestsellern im Segment. Die aktuelle Überarbeitung macht sie noch nachhaltiger.

Der Hollywood-Streifen »The Eiger Sanction« (Deutscher Titel: Im Auftrag des Drachens) aus dem Jahr 1974 war für Marmot ein Glücksfall: Für den Dreh in der Eigernordwand mit Hauptdarsteller Clint Eastwood benötigte die Filmcrew über 100 dicke Daunenjacken – und orderte diese bei Tom Boyce, einem der Marmot-Gründer neben Eric Reynolds und Dave Huntley. Ihn hatte der Filmproduzent einige Wochen zuvor beim Klettern in Peru kennengelernt. »Wir besaßen weder passende Modelle noch die Produktionskapazität für solch einen Großauftrag«, erzählt Dave Huntley im Gespräch mit outdoor. Doch innerhalb einer Woche entstand ein dicker Daunenparka, den die Filmmannschaft unbedingt haben wollte. »Weil das Geld für Nähmaschinen, Mitarbeiter und Materialien fehlte, wurde alles im Voraus bezahlt. Nur so konnten wir die Jacken produzieren«, sagt Huntley – ein wichtiger Schritt in der Marmot-Geschichte.

Auch das Jahr 1976 spielt eine große Rolle: Damals entdeckte die MarmotCrew Gore-Tex, das erste wasserdichte, atmungsaktive Material. Reynolds und Huntley fertigten Schlafsäcke daraus, verbrachten sieben Nächte im Kühlhaus und legten sich unter eine Sprinkleranlage. Nach weiteren erfolgreichen Tests kam es auch bei Daunenjacken zum Einsatz. In Sachen Regenbekleidung dauerte es allerdings noch Jahre, bis sich GoreTex durchsetzen konnte, denn erst seit Anfang der Achtziger ließen sich Nähte mit einem Band wasserdicht versiegeln.

Die Erfindung von Gore-Tex revolutionierte den Outdoor-Bekleidungsmarkt, doch wegen der hohen Preise griffen vorwiegend ambitionierte Bergsteiger und Mehrtageswanderer zu. Deshalb arbeitete die gesamte Outdoor-Branche an günstigeren Alternativen. Das führte bei Marmot zur Entwicklung des MembrainMaterials, dessen Atmungsaktivität bei zunehmender Anstrengung steigt. »Eine Membrain-Jacke kostete rund die Hälfte des vergleichbaren Gore-Tex-Modells«, sagt Sarah Kampf, die heutige PR-Chefin von Marmot Europe. Doch die Marmot-Führungsriege begriff damals schnell, dass die Preise weiterhin viel zu hoch lagen – so reifte die Idee für wasserdichte, atmungsaktive Regenbekleidung zum Spartarif. Im Vergleich zu Billigware vom Discounter sollte sie aus leistungsstärkeren, haltbareren Materialien bestehen und die technischen Features weitaus teurerer Funktionsjacken bieten – beispielsweise Belüftungszipper in den Achseln oder Sturmkapuzen mit Schild. Das gab es Mitte der neunziger Jahre noch nicht.

1998 war es schließlich so weit: Die auf den Namen Precip getaufte Regenbekleidung kam auf den Markt. Sie schlug ein wie eine Bombe, wurde weltweit zum Bestseller und brachte durch die niedrigen Preise neue Kunden in den Outdoor-Fachhandel, die zuvor eher in Kaufhäusern shoppten. Im Lauf der Jahre profitierte das Marmot Precip-Programm von immer besseren Beschichtungen wie dem 2013 eingeführten Nanopro, das in den outdoor-Tests in Sachen Atmungsaktivität und Langlebigkeit ähnlich gut abschneidet wie die deutlich teureren Membranen (Zum Testbericht).




Marmot Precip: Umweltfreundlich und günstig

»Jetzt wird Precip nachhaltiger. Mehr kosten sollte es aber nicht, schließlich steht die Linie für ein erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis«, sagt Sarah Kampf. Keine einfache Aufgabe, denn umweltfreundliche Materialien sind teurer als herkömmliche. Doch in der Vergangenheit gemachte Erfahrungen mit nachhaltigen Stoffen halfen bei der Umsetzung.

Der Precip-Außenstoff besteht aus Recyclenylon, das aus alten Fischernetzen und Teppichen gewonnen wird. Es ist robuster als die sonst verwendeten Polyesterstoffe. Die wasserdichte, atmungsaktive Beschichtung setzt weiterhin auf die Nanopro-Technik. Sie heißt nun Nano Pro Eco und kommt ohne gesundheitsschädliches PFC aus – wie die Imprägnierung auch.

Drei Jacken stehen zur Auswahl: Das Marmot Precip Eco Jacket (120 Euro, 285 g) orientiert sich am bewährten Vorgänger, während das Precip Eco Plus Jacket (140 Euro, 290 g) körperbetonter ausfällt. Das noch günstigere Precip Eco Lite Jacket (100 Euro) empfiehlt sich vor allem für den Alltag. Damit setzt Precip weiterhin Zeichen, denn so günstige, funktionelle und nachhaltige Regenbekleidung gibt es selten.

Foto: Marmot Marmot Eclipse Jacket - Evodry

Hier das Marmot Eclipse Jacket aus der umweltfreundlichen Ecodry-Kollektion.

Evodry-Kollektion mit PFC-freier Imprägnierung

2017 auf den Markt gekommen, handelt es sich bei den Jacken und Hosen der Evodry-Kollektion um die erste konsequent auf Nachhaltigkeit getrimmte wasserdichte, atmungsaktive Regenkleidung von Marmot. Der Außenstoff besteht aus wassersparend gefärbtem Recyclenylon. Der Clou ist jedoch die spezielle umweltfreundliche Imprägnierung, die ähnlich lange hält wie solche mit PFC – was kein anderer Hersteller schafft. Neben funktionellen Regenjacken und -hosen gibt es auch den sportiven Damenmantel Wm‘s Celeste Jacket (220 €).




Weitere Jacken und Hosen aus der Evodry-Kollektion hier