Lowa Reparaturwerkstatt Foto: Lowa | Richard Kienberger

Der Schuh-Reparaturservice von Lowa

Green Friends
Nach zahllosen Wanderungen sind die Sohlen hin? Dann bringt der Reparaturservice von Lowa die Treter wieder auf Trab.

Kisten mit lauter alten Schuhen stapeln sich auf dem Tisch. Eine nach der anderen packen die Lowa Mitarbeiter aus. Dann die Überraschung: In einer Box liegen gut 30 Jahre alte Bergstiefel – liebevoll eingewickelt und feinsäuberlich poliert. Bis auf die abgelaufene Sohle ist das Paar noch tipptopp in Schuss. »Sie haben schon viel erlebt. Können Sie meine Wanderschuhe noch flicken?«, steht auf dem Zettel obendrauf. »Klar können wir das«, sagt Arthur Kudelka, Leiter der Serviceabteilung beim Schuhhersteller Lowa. »Unsere Schuhe sind es wert, repariert zu werden.«

Einmal neu besohlen für 70 Euro

Über 33.000 Paar treffen jedes Jahr am Unternehmenssitz im oberbayerischen Jetzendorf ein. Gut ein Drittel davon besohlen die 15 Mitarbeiter der Serviceabteilung neu. Das kostet pauschal 69,95 Euro. Wenn es eilt, bietet sich ein Express-Dienst für 89,95 Euro an. Dann landen die Schuhe schon nach drei statt sechs Tagen wieder bei ihrem Besitzer. Auch Absatzerneuerungen, Haken-, Naht- und Fersenfutterreparaturen führt der Lowa-Reparaturservice durch. Und wenn ein neuer Schuh irgendwo drückt, sind Anpassungen wie Weiten und Längen kostenfrei. »Wir machen mit unserem Reparaturservice keinen Gewinn. Die Kostenpauschalen decken gerade einmal die Auslagen für das Material und die Arbeitszeit«, betont der Servicemanager. »Wir wollen damit auch kein Geld verdienen. Langlebige Produkte, die die Umwelt schonen, und treue Kunden, die dies wertschätzen, sind uns lieber.«

Foto: Lowa | Richard Kienberger Lowa Reparaturwerkstatt

Wie in »guten alten Zeiten« beim Schuster: Ein Service-Mitarbeiter versieht ein Paar Wanderstiefel mit neuen Laufsohlen.

Lowa-Reparaturservice seit 1923

Für Neubesohlungen eignen sich Alpin-, Backpacking- und Trekkingschuhe. Diese Modelle sind aufwendig gefertigt, denn bei ihnen kommt eine sogenannte gezwickte Machart zum Einsatz. Dabei zieht der Schuster den Schaft über den Leisten und verklebt ihn mit der Brandsohle. Die Laufsohle wiederum wird an der Brandsohle angebracht und ist komplett austauschbar. Bei Schuhen aus den Kategorien All Terrain Classic und All Terrain Sport können nur die Absätze erneuert werden. Nett: Der Rücksendung liegen ein Gruß des Schuhmachers sowie neue Schnürsenkel, Schuhcreme und Pflegetipps bei.

Repariert wird dort, wo die Wanderschuhe und Bergstiefel von Lowa auch entstehen: in dem kleinen Ort Jetzendorf am Flusslauf der Ilm, in dem Schuhmacher Lorenz Wagner 1923 das Unternehmen gründete und nach den ersten Silben seines Vor- und Zunamens benannte. Heute verkauft Lowa, das seit 1993 zur italienischen Tecnica-Gruppe gehört, weltweit gut 2,5 Millionen Paar Schuhe im Jahr, darunter auch gefütterte Boots, legere Freizeitschuhe und Sandalen. »Den Reparaturservice bietet Lowa seinen Kunden seit der Unternehmensgründung an«, sagt Corporate-Responsibility-Manager Ingmar Anderson. »Langlebigkeit ist bis heute eine wichtige Größe unserer nachhaltigen Unternehmensstrategie.«

In anderen Segmenten der Schuhbranche sieht das anders aus: Durch schnellen Verschleiß und modische Wechsel pusht man die Verkaufszahlen. Doch billige Qualität und Wegwerfmentalität gehen auf Kosten der Umwelt. Recycling ist durch die vielen unterschiedlichen Materialien, aus denen Schuhe bestehen, unwirtschaftlich. 438 Millionen Paar Schuhe kamen 2016 in Deutschland in den Handel. Jeder Zweite stopft seine Treter schon nach ein bis drei Jahren in den Altkleidercontainer oder die Mülltonne, ermittelte eine Studie von Greenpeace. Jeder Achte trägt sein Schuhwerk sogar weniger als ein Jahr. 58 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben noch nie einen Schuster aufgesucht.

Foto: Lowa Lowa Reparaturwerkstatt

Neue Sohlen kosten pauschal 69,95 Euro.

Viele Schuhe können auch gar nicht repariert werden, wenn etwa die Kunststoffsohle direkt mit dem Oberteil verklebt ist. Das spart im Vergleich zur gezwickten oder zwiegenähten Machart bei der Herstellung viel Geld. »Hochwertige Outdoor-Schuhe sind eine andere Liga«, sagt Kudelka. »Auch der Modeaspekt spielt hier keine große Rolle.« Entscheidend für einen Kauf sei, dass der Schuh auch auf längeren Strecken komfortabel, robust und möglichst wasserdicht bleibt. Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit bilden dabei für umweltbewusste Kunden weitere wichtige Kriterien. Denn je länger sie einen Schuh tragen, desto geringer fällt sein ökologischer Fußabdruck aus.

Langjährige Wandererinnerungen verbinden viele Outdoorer auch mit den Schuhen, die sie getragen haben. Kein Wunder, dass zahlreiche Dankesschreiben erleichterter Kunden die Wand der Serviceabteilung von Lowa zieren: »Vielen Dank, dass das noch ging!«

Foto: Lowa Lowa Irox & Lyxa GTX

Neu 2018: Lowa Irox GTX Mid und die Damenversion Lyxa GTX Mid Ws

Weitgehend vegan

Immer mehr Deutsche verzichten auf Fleisch – den Tieren und der Umwelt zuliebe. Konsequenterweise sind daher auch Produkte ohne Leder oder tierische Bestandteile gefragt. Das schränkt die Auswahl bei OutdoorSchuhen erheblich ein. Lowa bietet mit dem Irox GTX Mid und der etwas niedrigeren Damenversion Lyxa GTX Mid Ws zwei Modelle an, die weder Leder noch Wolle oder Klebstoff mit tierischen Bestandteilen enthalten. Beide sind leichte Trekkingstiefel aus robustem Textil, Gore-Tex-Membran und griffiger Schuhsohle für mittelschwere Trekking- und Bergtouren. Die Zweizonenschnürung und der flexible Schaft sorgen für eine individuelle Passform und Bewegungsfreiheit. Bei Bedarf kann der Lowa-Reparaturservice die Profilsohle erneuern

Mehr über die neuen Lowa-Schuhe erfahrt ihr auf lowa.de