Jack Wolfskin Texapore Ecosphere Foto: Jack Wolfskin

Jack Wolfskin Texapore Ecosphere

Green Friends
Aus Reststoffen und alten Plastikflaschen fertigt Jack Wolfskin leistungsstarke Jacken mit Klimamembran, die jedem Wetter standhalten. Eine innovative Erfindung namens Texapore Ecosphere macht es möglich.

»Weltpremiere!«, freut sich Daniele Grasso. Zwei Jahre lang hat er mit seinem Team an einer wasserdichten Hardshell-Jacke mit besonderem Clou getüftelt: Nicht nur Oberstoff und Innenfutter sind aus wiederverwerteten Kunststoffen, auch die Membran wurde recycelt – und das ohne Abstriche bei der Leistung. »In einer solchen Entwicklung steckt viel Arbeit und Herzblut«, betont der Director Apparel des Outdoor-Ausrüstungsunternehmens Jack Wolfskin, der auch Chef des Designteams ist. »Es ist ein großartiger Moment, wenn das Produkt zu 100 Prozent steht und alle Testergebnisse positiv sind.«

Texapore Ecosphere heißt diese Innovation, die mit dem Outdoor Industry Award 2017 ausgezeichnet wurde. Kernstück ist eine Klimamembran aus Polyester, die komplett aus Schnittabfällen besteht. Zero Waste nennt der Manager dieses Konzept: geschlossener Produktionskreislauf, null Abfall.

Nachhaltig und leistungsstark

»Wie sieht die Membran der Zukunft aus? Das haben wir uns zu Beginn dieses Projekts gefragt«, sagt Grasso. »Texapore Ecosphere ist unsere Antwort: Auf höchstem Niveau nachhaltig und gleichzeitig sehr performant mit einer Wassersäule von 20 000 Millimeter und einer Atmungsaktivität von über 15 000 Gramm Wasserdampfdurchlässigkeit pro Quadratmeter in 24 Stunden.«

Der Außenstoff, auf den die Membran laminiert wird, wie auch das Futter bestehen aus recycelten Plastikflaschen aus Polyethylenterephthalat (PET). Die Getränkeverpackungen werden in Japan und Taiwan gesammelt, gereinigt, geschreddert und zu Granulat eingeschmolzen. Im nächsten Schritt entsteht daraus Polyester-Garn und aus diesem wiederum die Stoffe. Das ressourcen- und klimaschonende Upcycling schlägt vor allem durch die lange Nutzungsdauer einer Jacke in der Ökobilanz positiv zu Buche. Im Produktionsprozess verwandeln sich so beispielsweise 19 Ein-Liter-PETFlaschen und 3,8 Quadratmeter recycelte Membran in ein PFC-freies Sierra Trail Jacket Men in der Größe L. Es ist eines der elf Modelle aus der TexaporeEcosphere-Serie, die erstmals mit der Frühjahr-Sommer-Kollektion dieses Jahres vertrieben wird.

Foto: Jack Wolfskin Jack Wolfskin Texapore Ecosphere

Aus Plastikmüll wird Granulat hergestellt, das Jack Wolfskin wiederum zu Polyester-Garn weiterverarbeiten lässt.

Transparente Lieferantenkette

Das Wiederverwertungskonzept zu perfektionieren ist das nächste Ziel von Daniele Grasso. Sein Ideal: eine Wetterschutzjacke, die komplett aus recycelten Materialien besteht. »Vor allem bei den Kleinteilen reicht derzeit jedoch die Qualität nicht für vollständig recycelte Alternativen«, erläutert er. »Aber wir feilen bereits mit unseren Lieferanten an einer Lösung dafür.«

Keine leichte Aufgabe. 15 verschiedene Bestandteile wie Reißverschlüsse, Knöpfe und Kordel sind durchschnittlich in einer Jacke verarbeitet. Insgesamt 105 verschiedene Fabriken rund um den Globus – von Vorstufen- und Materiallieferanten bis zu den Nähbetrieben – arbeiten an diesen Kleinteilen, weitere 100 Unternehmen an den Stoffen.

Lässt sich eine solch komplexe Lieferantenkette überhaupt transparent gestalten? »Ja, sogar inklusive der Zulieferer der zweiten und dritten Ebene«, versichert Melanie Kuntnawitz, Head of Vendor Control, die bei Jack Wolfskin die Nachhaltigkeitsthemen verantwortet. »Maximale Transparenz in der Lieferkette bildet den Unterbau jeglicher Nachhaltigkeitsaktivitäten.« Von Taiwan über Italien bis in die USA listet sie auf der Website von Jack Wolfskin alle Zulieferer und Konfektionäre. Detailliert kann man hier unter anderem die Auditergebnisse der Fair Wear Foundation, den Zertifizierungsstatus des Öko-Zulassungssystems Bluesign und teils auch Abwassertests einsehen. »Bei personalintensiven Prozessen wie dem Nähen konzentrieren wir uns vor allem auf die Kontrolle von Sozialstandards, Arbeitsbedingungen, Müllentsorgung und Arbeitnehmerschutz«, erklärt Melanie Kuntnawitz. »Wenn Chemikalien eingesetzt werden, liegt der Fokus eher auf schadstofffreien Produkten, sicheren Produktionsbedingungen, Abwasserprüfungen und Tests der produzierten Stoffe.«

Ganzheitlicher Ansatz

Dabei unterteilt sie die Zulieferer in Vorreiter, Unternehmen mit Verbesserungspotenzial und Firmen, deren Kontrollstatus sich noch in den Anfängen befindet. »Es geht schließlich nicht nur um einzelne Produkte und Technologien, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz«, beschreibt Kuntnawitz den Nachhaltigkeitsanspruch der Firma Jack Wolfskin, die hierfür 2016 den »Ispo Award Eco Achievement« erhielt. »Fairness, Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung sollen Teil unseres Unternehmenserfolges sein.«

Foto: Jack Wolfskin Jack Wolfskin Texapore Ecosphere

Membran aus Schnittabfall, Außen- und Innenstoff aus recycelten PET Flaschen: das Sierra Pass Jacket.

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