Die Naturfotos des Jahres 2017

Foto: GDT ENJ 2017, Erlend Haarberg GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2017
Erstmalig in der Geschichte des GDT-Wettbewerbs "Europäischer Naturfotograf des Jahres" wurden zwei Gesamtsieger prämiert! Die beiden Siegerfotos 2017 und weitere Bilder der letzten Fotowettbewerbe zeigen wir hier ...

"Während der letzten 25 Jahre habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, im Frühling Schneehasen in den Berg-Birkenwäldern von Zentral-Norwegen zu fotografieren.", sagt Erlend Haarberg, einer der beiden Gewinner des GDT-Fotowettbewerbs 2017. Diese Tiere sind nachtaktiv – auch zur Paarungszeit finden die meisten Aktivitäten im Schutz der Dunkelheit statt. Regelmäßig kommt es zu Kämpfen zwischen den Männchen, sei es um Nahrung oder um ein Weibchen, aber bedingt durch die nächtliche Lebensweise kann man dieses Verhalten nur selten beobachten.

"Ich habe sehr lange versucht, ein Bild wie dieses zu machen, bei dem alles stimmt: Die Hasen nehmen eine perfekte Position ein, und leichter Schneefall unterstreicht die Magie dieses Augenblicks."

Kamera + Einstellungen: Nikon D800E, 2.8/300mm, ISO 3200, Stativ, 1000W-Scheinwerfer

Foto: GDT ENJ 2017, Britta Jaschinksi GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres 2017

Britta Jaschinksi - Konfisziert

Diese beiden Hocker stehen stellvertretend für die vielen tief verstörenden Dinge, die weltweit von Menschen geschmuggelt werden. Anderthalb Millionen beschlagnahmte Objekte dieser Art lagert der "U.S. Fish and Wildlife Service" in einem Depot in Denver, Colorado. Um die konfiszierte Schmuggelware im Lager zu verteilen, werden große Rollwagen eingesetzt.

"Ich habe diese Körperteile so positioniert, dass sie eine gewisse Würde ausstrahlen, um den Tieren Respekt zu zollen, deren Leben geopfert wurde aus Geltungssucht, Habgier und Aberglauben", sagt die Fotografin Britta Jaschinksi über ihr Bild.

Kamera + Einstellungen: Nikon D810, 2.8/24-70mm, ISO 500, Stativ, Pro LED Lampe

Foto: GDT ENJ 2016, Audun Rikardsen Ein Atemzug in der Polarnacht

Der Wettbewerb GDT Europäischer Naturfotograf des Jahres wird jährlich von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen ausgeschrieben.

Zum Gesamtsieger des Fotowettbewerbs 2016 wurde der Biologe Audun Rikardsen aus Norwegen mit seinem Bild "A breath in the polar night" gewählt. Es zeigt einen Schwertwal beim Luft holen an der Meeresoberfläche in der Nähe von Tromsø im nördlichen Norwegen.

Der Fotograf Rikardsen, Professor für Biologie an der Universität in Tromsø, beschreibt die Entstehung dieses Fotos so: "Während ein Fischtrawler seine Netze einholt, versucht ein Trupp Schwertwale seinen Anteil zu ergattern. Extreme Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit erzeugen einen geradezu magisch wirkenden Nebel über dem Meer. Mein Boot, die Kamera und auch ich selbst sind von Eiskristallen überzogen, was das Fotografieren zu einer echten Herausforderung macht. Es vergehen Stunden, bis es mir endlich gelingt, diese Situation im Bild festzuhalten."

Die besten Naturfotos 2016 zeigen wir euch in dieser Fotostrecke:

Foto: GDT ENJ 2015, Richard Peters GDT Naturfotograf des Jahres 2015

Naturfotograf des Jahres 2015: Richard Peters

2015 sicherte sich der britische Fotograf Richard Peters mit seinem Bild "Schattenläufer" den Gesamtsieg des europäischen Wettbewerb der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen. Das Foto zeigte den Schatten eines Fuchses, während seines nächtlichen Streifzuges durch die Stadt – eine Silhouette der Natur in einer vom Menschen geschaffenen Welt.

Die Aufnahme von Richard Peters, der sich das Handwerk der Fotografie selbst beibrachte, ist in der Tat "ausgefuchst": "Das Bild zeigt den Schatten eines Fuchses, der auf seinem nächtlichen Pirschgang durch meinen Garten schnürt. Um das städtische Umfeld einzubeziehen, hatte ich die Kamera so hoch positioniert, dass auch das benachbarte Haus in die Komposition einbezogen werden konnte, und mit einer 30-sekündigen Belichtungszeit gelang es mir, zusätzlich die Sterne am Nachthimmel abzubilden. Das Licht im oberen Stock des Nachbarhauses hatte ich gar nicht eingeplant, aber es unterstreicht sehr schön den Kontext zwischen tierischem und menschlichem Leben in der Stadt. Die Kamera wurde ausgelöst, als der Fuchs durch eine Lichtschranke lief."

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13.12.2017
Autor: Ralf Bücheler
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