30 Jahre outdoor: Ein Rückblick

Foto: Boris Gnielka Gran Canaria

Fotostrecke

Vor 30 Jahren erschien die erste Ausgabe von outdoor. Das »Magazin für das Abenteuer« war von Anfang an selbst ein Abenteuer! - Wir blicken zurück auf die Anfänge unseres Magazins und wollen gemeinsam mit euch das beste Heftcover aus 30 Jahren outdoor küren (siehe Fotostrecke) ... Außerdem könnt ihr beim Gewinnspiel ganz unten hochwertige Preise gewinnen!

Wer durch die wild anmutenden outdoor-Ausgaben der ersten Jahre blättert, gewinnt den Eindruck: Abenteuerreisende mochten Lila, Pink und Türkis und brachten viel Zeit mit. Unter sechs Wochen zog niemand los, möglichst weit weg und in eine Weltgegend, von der vorher kein Mensch je gehört hatte. Zu Fuß, per Rad oder mit dem Kanu: Manche drangen in Winkel vor, in die sich nicht einmal die Einheimischen wagten, sei es, weil dort wilde Tiere lebten, ausschließlich Giftpflanzen wuchsen oder der Verdacht bestand, die Ecke könnte aus irgendeinem Grund gefährlich sein.

Foto: Stephan Glocker

Munro-Bagging in den schottischen Highlands.

Fast schien es, als ob jeder, der Ende der Achtziger aus eigener Kraft in die Berge, die Wüste oder den Dschungel vorstieß, irgendwann einen Text an outdoor schickte, dazu Bilder, sogenannte Dias. Wer das lange genug so trieb, kam mit seinem Abenteuer ins Heft – oder fand sich hinter einem Redaktionsschreibtisch wieder, um dort das Material zu sichten, zu dessen Flut er vorher selber beigetragen hatte.

Glücklich, wer die Übersicht behielt. Altgediente outdoor-Reiseredakteure träumen bis heute ein- bis zweimal im Jahr den Albtraum vom fehlenden Dia, unwiederbringlich verlorengegangen auf der langen, wechselvollen Reise durch Grafik und Druck. Selbstverständlich handelt es sich genau um jenes Motiv, von dem der Fotograf einem noch am Telefon erklärt hatte, wie schwierig es gewesen sei, »das überhaupt hinzubekommen mit dem Bär und dem Biker, das hast du vielleicht einmal in hundert Jahren, und dann noch die Gewitterfront hinten …« Sie sehen es sich untereinander an, die altgedienten outdoor-Redakteure – wenn einer von ihnen mit diesem Schatten im Gesicht im Büro auftaucht, dann nicken sie wissend: Du hast den Traum gehabt, mein Freund.

Foto: Wolfgang Löschberger

Floßtour auf dem Yukon.

Ausrüstungsredakteure hatten es leichter: weniger Dias, dafür immer das neueste Equipment – »wir fühlten uns wie Alkoholiker im Schnapsladen« (anonyme Auskunft). Das Wichtigste war, praxisrelevante Testmethoden zu entwickeln. Eine Funktionsjacke zum Beispiel, die in einem Hightech-Test wasserdicht bleibt, selbst wenn es in einem Regenturm aus zwanzig Meter Höhe auf sie niederprasselt, die ist doch sicher wirklich dicht?

Wie sich auf Testtour erwies, leider nicht. Des Rätsels Lösung: Im Hightech-Test steckte in der Jacke kein Mensch, sondern eine Puppe mit Feuchtesensoren, und die Kapuze lag so glatt und ideal an und war so weit zugezogen, wie es im echten Leben nicht vorkommt. Ein anderes Rätsel drehte sich um einen Hersteller, berühmt für seine perfekten Kleidungsschnitte, der plötzlich eine Hose schneiderte, die niemandem passte. Bis nach ein paar Monaten jemand auf die Idee kam, mal aufs Etikett zu schauen und das früher in der Outdoor-Branche selten gehörte Wort »Damenkollektion« nuschelte.

Als outdoor alle weißen Flecken auf dem Globus mit Farbfotos gefüllt hatte, machte sich die Redaktion auf die Suche nach neuen Zielen. Sie entdeckte einen ganz neuen Kontinent. Er hieß: vor der Haustür. Die Alpen, das Mittelgebirge rückten ins Heft, und entgegen weitverbreiteter Befürchtungen wurde niemand gezwungen, dort in Kniebundhosen zu wandern. Der neue Erdteil besaß auch den Vorteil, dass man auf ihm Outdoor-Abenteuer erleben konnte, selbst wenn das Studium schon beendet war und ein Trip von sechs Wochen eher die Ausnahme.

Foto: Robert Bartscher

Zelttest im Windkanal von Porsche.

Bis heute berichtet outdoor über beides: Touren in der Ferne, Touren ganz in der Nähe, zu Fuß, per Rad, per Kanu. Bis heute liefern wir alle Informationen, damit unsere Leser gleich nach der Lektüre losziehen können. Und bis heute testen wir Ausrüstung in der Natur und im Labor. Und auch, wenn sich niemand mehr über Landkarten beugt und mit dem Bindfaden die Länge von Wanderungen ermittelt, auch wenn Texte und Bilder in Millisekunden von Neuseeland in die Redaktion zischen, niemand mehr verzweifelt Dias sucht und wir neulich sogar unser DTV-Lexikon ausrangiert haben:

Beim Wandern setzt man immer noch einen Fuß vor den anderen, beim Radfahren kommt immer noch eine Umdrehung nach der anderen, beim Paddeln folgt immer noch ein Schlag auf den nächsten. Und wir lieben es immer noch! ...

Mehr zum großen outdoor-Jubiläum im neuen Heft:

Ab 09.10. am Kiosk - u.a. mit diesen Themen:

  • Wanderträume für den Herbst
  • Magisches Island: Die Westfjorde entdecken
  • Hüttentour im Karwendel
  • Wildes Neuseeland: Trekking in den Marlborough Sounds
  • Deutschland: Die 10 besten Ziele zum Wandern & Einkehren
  • Test: Softshelljacken
  • Test: Funktionswäsche
  • Sternstunden: Faszinierender Nachthimmel
  • Smarte Tarife: Alles übers Telefonieren und Surfen im Ausland

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23.10.2018
Autor: Gunnar Homann
© outdoor