Myriam mit dem Trea Guide auf Klettersteigen und Hochtour im Stubai

Foto: Myriam Kopp Mammut Lesertest 2015 - Stubai

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Um den Mammut-Rucksack Trea Guide 30+7 ausgiebig testen zu können, suchte sich outdoor-Leserin Myriam aus Steinheim unterschiedliche Touren aus. Es ging auf einen Klettersteig ins Ötztal, zum Mehrseillängen-Klettern in die Schweiz, Bergwandern im Allgäu und auf eine Hochtour ins Stubai.

Genug Gelegenheiten, den Rucksack auf unterschiedliche alpine Arten auf Herz und Nieren zu prüfen. Hier ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse mit dem Damenrucksack Mammut Trea Guide 30+7:

Klettersteige im Ötztal

"Mitte Juni fuhr ich mit einem guten Freund ins Ötztal nach Längenfeld. Am ersten Tag machten wir den Klettersteig „Lehner Wasserfall“. Der Steig hat im Normalweg die Schwierigkeit B/C und kann dann über zwei Varianten C/D und D/E erreichen. Wir entschieden uns für die leichtere Variante. Es war unser erster Klettersteig in diesem Jahr und wir wollten uns erst mal wieder an die Schwierigkeit langsam gewöhnen.

Gleich zu Beginn entdeckte ich eine super Eigenschaft des Rucksacks. Den Hüftgurt kann man komplett entfernen und hat somit super Platz für den Klettergurt, den man beim Klettersteigen ja ständig an hat.

Der Klettersteig war gut zu gehen. Es gibt viele Tritte und Griffe im Fels. Die Stahlseile sind auch sehr gut verlegt und in Top-Zustand. Highlight ist die Seilbrücke am Ende des Steigs, die über den tosenden Lehner Wasserfall verläuft. Hier bekam der Rucksack etwas Spritzwasser ab, was aber kein Problem darstellte. Alles blieb trocken. Nach gemütlichen zwei Stunden kamen wir am Ausganspunkt wieder an.

Am nächsten Tag stand dann noch der Klettersteig „Stuibenfall“ auf dem Plan. Bei diesem Steig wollte unbedingt mein Bergfreund den Rucksack tragen. Da sagte ich natürlich nicht nein. Ohne Gepäck ist es doch immer entspannter. Beim Stuibenfall handelt es sich um einen recht einfachen Klettersteig der Kategorie B/C, der auch für Kinder sehr gut geeignet ist. Der Steig ist ebenfalls super gesichert. Höhepunkt ist auch hier wieder eine Seilbrücke über den Wasserfall. Leider war an diesem Steig sehr viel los und wir mussten oft längere Zeit warten. Der Mammut Trea Guide war mir beim Klettersteiggehen ein sehr guter Begleiter."




Mehrseillängen-Klettern in der Schweiz

"Eine Woche später ging es dann in die Schweiz nach Ponte Brolla in der Nähe von Locarno. In diesem Gebiet gibt es zahlreiche Gneisfelsen, die super mit Bohrhaken versehen sind und zum Mehrseillängen-Klettern einladen. Da man hierbei oft den ganzen Tag in der Felswand steht beschlossen wir, je Seilschaft einen Rucksack mit Getränken, einem kleinen Vesper und einem Notfallbag mitzunehmen. Ich nahm natürlich meinen neuen Testrucksack mit.

Auch hier bewährte sich wieder der abnehmbare Hüftgurt. Auch fiel mir die gute Bewegungsfreiheit auf, die ich mit dem Rucksack hatte. Das Deckelfach des Rucksacks würde ich beim nächsten Klettern nicht ganz voll machen. Richtet man den Blick nach oben, stößt der Helm sonst hinten am Deckelfach an, was ich als störend empfunden habe. Alles in allem bin ich mit dem Rucksack beim Klettern sehr zufrieden."

Bergwandern im Allgäu

"Ende Juni wollte ich meinem Vater die Berge zeigen. Zu seinem 60. Geburtstag habe ich ihm deshalb ein Bergwochenende geschenkt. Zusammen mit ihm und meinem Mann ging es von Oberstdorf zur Rappenseehütte im Allgäu. Der Aufstieg von ca. 1.100 Höhenmetern legten wir bei strahlendem Sonnenschein zurück.

Was mich schon beim Packen des Rucksacks positiv überraschte: ich bekam alles für drei Tage in den Bergen unter. Außer das Vesper mussten meine beiden Männer tragen ;-). Der Rucksack ist nämlich eigentlich nur als Tagesrucksack ausgelegt. Wir gingen noch zum Rappensee, der direkt hinter der Hütte liegt. Umgeben von Rappenseekopf und Hochrappenkopf genossen wir noch die untergehende Abendsonne am See.

Am nächsten Morgen ging es früh raus, da gegen Nachmittag Gewitter angesagt waren. Über den Heilbronner Weg ging es zur Kemptner Hütte. Da noch sehr viele Schneefelder im Weg lagen, machte es die Tour um einiges anstrengender und gefährlicher. Um meinen ungeübten Bergsteiger-Papa machte ich mir an ein paar Stellen Sorgen, aber er meisterte es super! Die letzte Stunde liefen wir im Dauerregen zur Hütte.

Hier hat der Rucksack leider versagt. Eine Regenhülle ist nicht dabei und der Praxistest zeigte, der Rucksack ist nicht wasserdicht. Auf der Hütte angekommen stand regelrecht das Wasser im Rucksack. Zum Glück hatte ich vorsorglich alles Wichtige in eine Plastiktüte gepackt und die blieb zum Glück trocken.

Am nächsten Morgen war der Rucksack immer noch feucht. In der Sonne trocknete er beim Abstieg dann aber. Immer an der Trettach entlang, ging es bis nach Oberstdorf wo unser Auto stand. Meinem Vater hat es super gefallen und mir und meinem Mann natürlich auch."

Hochtour und Klettersteige im Stubai

"Die nächste Wochenendtour folgte unmittelbar. Mit drei Freunden ging es ins Stubai. Die Franz-Senn-Hütte war Ausgangspunkt unserer Touren. Da wir eine Hochtour geplant hatten, musste ich zusätzlich Pickel, Steigeisen, Klettergurt und einen Helm mitnehmen. Dies alles hatte in dem Testrucksack nun wirklich keinen Platz. Um den Rucksack aber auch auf einer Hochtour testen zu können, schnallte ich ihn auf meinen bisherigen Rucksack auf und trug beide bis zur Hütte. Der Aufstieg hielt sich mit ca. 1,5 Stunden zum Glück in Grenzen.

Am gleichen Tag machten wir noch den Höllenrachen-Klettersteig. Hier ließ ich den Rucksack allerdings davor stehen. Der Steig ging nur ca. 30 Minuten und unnötiges Gepäck störte nur. Der Steig hat die Schwierigkeit C/D. Höhepunkt ist eine Seilrolle direkt über den tosenden Höllenrachen. Trocken bleibt da keiner.

Morgens ging es dann auf Hochtour, mit dem Ziel „Vorderer Wilder Turm“. Bis zum Gletscher waren es schon ca. 2 Stunden Gehzeit. Landschaftlich sehr schön gelegen, kommt man an mehreren Gletschern und einem Gletschersee vorbei. Zwei Stellen mussten in leichter Kletterei überwunden werden, bevor man den Gipfel erreicht hat. Nach ca. 8 Stunden kamen wir wieder auf der Hütte an, pünktlich zum ersten Regentropfen.

Wie auch bereits bei der Hüttentour mit meinem Vater, merkte ich ebenfalls das schwere Gewicht des Rucksacks. Ich empfand den Tragekomfort bei vollem Gewicht nicht sehr angenehm. Den Hüftgurt hatte ich bei dieser Tour auch wieder abgemacht, da auf dem Gletscher der Gurt sonst stören würde, da man einen Klettergurt an hat. Allerdings brachte der Hüftgurt des Rucksacks auch nicht sehr viel. Die Last lag bei mir immer komplett auf den Schultern. Der Hüftgurt saß zu locker, ich konnte ihn auch nicht enger stellen.

Was ich noch positiv erwähnen möchte sind die Materialschlaufen am Rucksack und die Pickelöse am unteren Teil des Rucksacks. Die Spitze des Pickels passt super in die Öse und der Pickel selbst kann mit den Materialschlaufen perfekt fixiert werden. So ist dieser scharfe Teil des Pickels gut geschützt und man benötigt keinen zusätzlichen Pickelschutz."

Mein Fazit zum Mammut Trea Guide 30+7 Rucksack:

"Für Tagestouren finde ich den Rucksack sehr gut geeignet, da er dafür genug Stauraum bietet. Die Aufteilung mit einem Haupt- und einem Deckelfach reicht dafür auch vollkommen aus. Den seitlichen großen Reißverschluss empfinde ich auch als sehr praktisch um schnell in das Hauptfach des Rucksacks zu gelangen. Die Farbe, eine Mischung aus dunkelblau und lila hat mir auch sehr gut gefallen. Ebenso die Halterung an den Reißverschlüssen. An den Verschlüssen kann man super ziehen, auch wenn man Handschuhe an hat. Besonders die Pickelhalterung war top. Dies würde ich mir bei jedem Hochtouren Rucksack wünschen. Auch für Klettersteige und Klettertouren ist der Rucksack sehr gut geeignet. Dank abnehmbarem Hüftgurt ist man bei diesen Disziplinen sehr flexibel und der Rucksack stört nicht.

Für Mehrtagestouren oder Touren mit schwerem Gepäck ist der Rucksack meiner Meinung nach nicht geeignet, da sich z.B. der Hüftgurt nicht eng genug schließen lässt um das Gewicht von den Schultern auf die Hüfte zu verlagern. Allerdings muss man auch beachten, dass der Rucksack für solche Touren auch nicht konzipiert wurde. Was ich auch vermisste, waren Außentaschen für Trinkflaschen. Im Rucksack kann man lediglich einen Wassersack anbringen. Wer aber nicht gerade ein Fan von Wassersäcken ist, muss seine Trinkflasche(n) in das Innere des Rucksacks packen und jedes Mal rauskramen. Auch die fehlende Regenhülle bzw. fehlende Wasserdichte des Rucksacks finde ich schade."

Alle Rucksäcke des Lesertests im Überblick:

14.04.2000
© outdoor