Unterwegs auf dem Moselsteig

Bloggerwandern Rheinland-Pfalz 2018

Foto: Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH Bloggerwandern Rheinland-Pfalz Moselsteig
Gemeinsam mit Rheinland-Pfalz Tourismus und outdoor wanderten 20 Blogger auf dem Moselsteig. Den daran anschließenden Schreibwettbewerb gewann Romy Robst von Etappen-Wandern.de

Zwischen gelb gefärbten Reben stehend blicke ich auf eine der vielen Schleifen, die sich die Mosel durch den Schieferfels gebahnt hat. Zarte Sonnenstrahlen trocknen den Schweiß des letzten Anstiegs auf meiner Stirn. An Höhenmetern mangelt es dem Moselsteig nämlich nicht. Auch an Abwechslung nicht: Während mich meine Wanderschuhe eben noch durch einen märchenhaft nebligen Herbstwald führten, labe ich mich nun im Sonnenschein an dicken, süßen Trauben, die noch vereinzelt an knorrigen Weinstöcken hängen, und blicke dabei hinab ins Moseltal.

Gemeinsam mit 20 anderen Bloggern bin ich dieses Wochenende unterwegs auf zwei Etappen des 365 Kilometer langen Fernwanderwegs. Ein frischer Wind weht mir um die Nase, während ich am Samstag von Treis-Karden die ersten Schritte auf der Etappe 19 mache. Als ich nach den ersten Höhenmetern eine kurze Pause einlege und hinab ins Moseltal schaue, ziehe ich meine Mütze etwas tiefer ins Gesicht. Von Weitsicht keine Spur, dichter Nebel hängt tief über Karden, dessen romanische Stiftskirche St. Castor sich eben noch so aus dem Nebel abhebt.

Auf schmalen Waldwegen steige ich durch den Laubwald weiter nach oben, Herbstlaub raschelt unter meinen Wanderschuhen. Nebel wabert durch die Äste, und plötzlich taucht ein hölzerner Mönch neben dem Weg auf. Wer genau hinschaut, sieht ihn trotz mahnender Geste lächeln. Von hier aus soll der Blick hinab zur Mosel fantastisch sein, er bleibt uns heute Morgen jedoch versagt. Doch irgendwann hat die Sonne das Ringen mit dem Nebel gewonnen. Endlich offenbaren sich Weitsichten auf Moselschleifen vor bunten Weinreben.

Mit etwas Glück findet der Wanderer an den Weinstöcken im Herbst noch eine süße Traube. Ich halte mich an die Regel, dass in den Mund wandern darf, was in eine Hand passt. Es wäre ja auch schade, wenn aus den süßen Trauben kein Mosel-Riesling mehr würde. Dieser wiederum wird in Pommern gern zur Probe und zum Kauf angeboten. Bei einer Weinprobe schwirrt schnell der Kopf vor all dem Fachwissen, das leidenschaftliche Winzer wie Ulrich Fuchs ihren Gästen vermitteln.

Von Kelten und Römern

Eine mit knapp 14 Kilometern recht kurze Etappe 22 auf dem Moselsteig wartet am Sonntag auf mich. Das erste Zwischenziel ist die Burg Thurant. Zwischen terrassierten Schiefer-Steilhängen geht es hinauf, und gleich hinter dem Gemäuer, das übrigens 1209 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, wieder hinab – nur um auf einem Kreuzweg direkt wieder hinauf zum Bleidenberg mit seiner Dreifaltigkeitskirche zu führen.

Vom steilen Kreuzweg rahmen herbstlich-rot gefärbte Laubblätter den Blick zurück zur Burg Thurant ein. Das entschädigt für den steilen Weg, der Trittsicherheit und eine gute Portion Ausdauer erfordert. Doch die insgesamt 550 Höhenmeter an diesem Tag sind noch lange nicht geschafft: Der Moselsteig ist weder langweilig noch flach. Doch viel schwerer als auf dieser 22. Etappe wird es auf den 365 Kilometern der Fernwanderung nicht. Wer sich nicht nur auf den Weg konzentriert, merkt einmal mehr an den alten Weinbergmauern, dass die Gegend seit Urzeiten besiedelt ist.

Schon die Kelten errichteten an der Mosel Höhensiedlungen, die Römer die damalige Weltmetropole Augusta Treverorum: Trier, Endpunkt des Moselsteigs. Doch heute geht es zunächst höhehaltend, später absteigend nur bis Kobern-Gondorf. Befreit sauge ich den erdigen Geruch feuchten Herbstlaubes in meine Lunge, als ich die letzte Anhöhe meiner Wanderung, die Mönch-Felix-Hütte, erreiche und kurz innehalte. Der kleine Aussichtsturm, gewidmet einem Mönch aus dem Morgenland, der sich nach 40-jähriger Pilgerschaft an eben dieser Stelle erschöpft niederließ, lädt mich ein, meine eigene Wanderung Revue passieren zu lassen.

Mein Blick sucht das Moseltal-Panorama nach dem Weg ab, den ich gekommen bin. Herbstliche Weinberge grenzen sich klar von sich langsam bunt färbenden Wäldern ab und die Mosel verschwindet in einer eleganten Linkskurve hinter einem Berg. Mein Blick schweift nach rechts, wo am anderen Moselufer das Etappenziel Kobern-Gondorf liegt. Ich nehme einen letzten, tiefen Atemzug, dann mache ich mich beschwingt an den finalen Abstieg des Tages.

Mehr Eindrücke vom Moselsteig findet ihr auf Romy Robst Blog www.etappen-wandern.de

Sowie in den Blogs von: Heike Tharun und Elke Bitzer

Weitere Beiträge beteiligter Blogger findet ihr hier:

Zu letzterem gibt's auch ein Video:




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5. Bloggerwandern Rheinland-Pfalz & Saarland
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01.02.2019
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Ausgabe 4/2019