Klettergebiete für den Herbst
Die besten Kletterwände Südtirols

Inhalt von

Sonnige Wände, Gipfelpanorama und sehr gute Absicherung: 11 Südtiroler Klettergebiete mit genialem Fels.

Klettern in Südtirol: 11 Gebietsempfehlungen
Foto: Rainer Eder
In diesem Artikel:
  • Info zum Klettern in Südtirol
  • Die schönsten Kletterwände Südtirols – 11 Gebietstipps

Info zum Klettern in Südtirol

Neben den großen Wänden der Dolomiten gibt es in Südtirol irre guten Fels in allen Graden. Hier stellen wir elf der besten Klettergebiete vor, die mit hervorragender Absicherung und rauhem Fels zu bezaubern wissen.

Charakter: Das Sportklettern in Südtirol ist wie schon angesprochen extrem vielfältig. Vom 10-Meter-Block bis zur 150-Meter-Wand, vom Fels für Einsteiger und Kinder bis zu Dachrouten für Profis ist in den verschiedenen Klettergärten alles anzutreffen. Gleiches gilt für die Gesteine, wobei in den großen Dolomitentälern (Grödental, Gadertal, Höhlensteintal) der Dolomit (Kalk) überwiegt. Im Norden und im Eisacktal sowie im Vinschgau um Meran gibt es aber auch Gneis, Granit und Porphyr. Die Gesteinsqualität ist meist sehr gut, die Dolomit-Klettergärten sind wie die großen Wände der Dolomiten oft steil, aber löchrig und griffig.

Unsere Highlights

Absicherung: Die Absicherung in den Klettergärten ist generell gut bis sehr gut. Umlenker sind immer vorhanden und fast immer in sehr gutem Zustand.

Klettern in Südtirol
Ralph Stöhr
Bergführer Pauli Trenkwalder dechiffriert die perfekte Lochabfolge in Vie cun me (6a) im sektor Wasserfall am Traumpfeiler.

Logistik: Südtirol und die Dolomiten sind touristisch bestens erschlossen. Unterkünfte (vom Campingplatz über die Pension bis zum 5-Sterne-Hotel) gibt es in Hülle und Fülle, Sportgeschäfte mit Bergsport-Ausrüstung an jeder zweiten Straßenecke. Fast jedes größere Tal hat eine eigene Webseite, über die Unterkünfte gebucht werden können.

Die schönsten Kletterwände Südtirols – 11 Gebietstipps

Vom Vinschgau bis zu den Drei Zinnen, vom Einsteigerfels bis zum Höhlendach: Hier empfehlen wir elf Klettergärten für ruhige Herbsttage.

11 Klettergebiete in Südtirol
KLETTERN Magazin
Südtiroler Klettergärten in diesem Artikel: 1) Latsch, 2) Stuls, 3) Stohlwond, 4) Hohe Festung, 5) Steinerne Stadt, 6) Traumpfeiler, 7) Frea, 8) Eiszeit, 9) Landro, 10) Landro Höhlen, 11) Rienztal.

1. Latsch

Der Zugang zum nahen und bekannten Vinschgauer Klettergarten Juval ist zwar viel kürzer, dafür liegen die in rund 20 Gehminuten bequem erreichbaren Wände oberhalb von Latsch ungleich schöner und hoch über dem Trubel des Tals. Der Gneis ist auch in Latsch von feinster Qualität, und mit rund 80 südseitig ausgerichteten Routen, vorwiegend im mittleren Schwierigkeitsbereich, lassen sich hier auch kühlere Herbsttage perfekt füllen.

  • Höhe: 700 m
  • Ausrichtung: Süd
  • Routen: 76 Routen in zwei Sektoren, 4 bis 8a, Schwerpunkt 5c bis 7a
  • Gestein: Gneis
  • Lage: 7 km östlich von Schlanders direkt oberhalb von Latsch im Vinschgau.

2. Stuls

Die Wand oberhalb des gleichnamigen Orts ist ein Sonnenmagnet, der Wandfuß bequem, die Kletterei plattig bis steil. Das Alpenpanorama lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Dazu eine sehr homogene Schwierigkeitsverteilung: Stuls verdient das Prädikat Familien- und Genießer-tauglich.

  • Höhe: 1350 m
  • Ausrichtung: Süd
  • Routen: 77 Routen in 4 Sektoren, 4 bis 8b, Schwerpunkt 6a bis 7b
  • Gestein: Gneis
  • Lage: Zwischen St. Leonhard im Passeiertal und dem Timmelsjoch, das ins Ötztal führt.

3. Stohlwond

Klettern in Südtirol
Ralph Stöhr
Fein ziselierter Gneis, fest und gut gesichert: Sandra Stöhr klettert Staudenparcour (5c+) an der Stohlwond.

20 Fahrminuten von Sterzing entfernt liegt ganz hinten im Tal von Ratschings und kurz vor den Häusern der letzten Ortschaft Flading die Stohlwond. Aus grünen Wiesen ziehen hier Wände aus feinstem Gneis in die Höhe. Neben einer Reihe leicht geneigter Wandklettereien im fünften und sechsten Franzosengrad locken im Sektor Schweinebucht einige stark überhängende Wandbereiche mit mehr oder minder guten Griffen. Der Fels ist rau, die Absicherung sehr gut. Die Stohlwond besteht aus verschiedenen, verteilt liegenden Sektoren. Kurzer Zustieg, gemütliche Lage, beste Felsqualität und ein breites Angebot an Routen in allen Schwierigkeitsgraden machen das Gebiet zu einem Top-Klettergarten. Neben dem beliebtesten Sektor Schweinebucht bieten sich für Anfänger auch die Sektoren Hennenstoll oder Alpenzoo an. Die Hardmover hingegen sollten das Bockhaus auf keinen Fall auslassen. Achtung: Montags ist das Gebiet für die Jäger reserviert und für Kletterer gesperrt. Ein Verbotschild am Zugangsweg weist darauf hin. Bitte betretet auf keinen Fall die Wiese unter der Wand, da der Besitzer die Kletterer nur toleriert, solange seine Wiese keinen Schaden davonträgt. Der gut ausgetretene Weg verläuft durch den Wald links der Wiese.

  • Höhe: 1400 m
  • Ausrichtung: Süd
  • Routen: 77 Routen in 6 Sektoren, 5b bis 8b, sehr gleichmäßig verteilte Schwierigkeiten
  • Gestein: Schiefer-Gneis
  • Lage: 15 km westlich von Sterzing und 5 km westlich von Ratschings.
Klettern in Südtirol
Ralph Stöhr
Genuss über grünen Matten: Mit über 60 Gneisklettereien von 4 bis 8b wartet die Stohlwand bei Ratschings auf.

4. Hohe Festung

Der Klettergarten neben der oberen Festung in Franzensfeste erfreut sich bereits seit Jahren großer Beliebtheit bei Anfängern und Familien. Die grüne Wiese und zahlreiche liebevoll errichtete Bänke und Tische machen das Plätzchen am Wandfuß besonders gemütlich. Neu dazugekommen ist der Sektor C, der sich oberhalb des Hauptsektors (B) befindet und bestens abgesicherte Routen im unteren Schwierigkeitsgrad aufweist.

  • Höhe: 820 m
  • Ausrichtung: Ost
  • Routen: 36 Routen in 3 Sektoren; 3 bis 6c+, Schwerpunkt 4 bis 6b
  • Gestein: Granit
  • Lage: 1,5 km südöstlich von Franzensfeste bei der Hohen Festung.

5. Steinerne Stadt

Die Steinerne Stadt am Sellajoch ist das Ergebnis eines gewaltigen Felssturzes und zählt zu den größten Klettergebieten in Südtirol. Bereits seit Jahrzehnten dient dieser einzigartige Ort direkt unter dem Langkofel als Trainingsgebiet. An den bis zu 20 Meter hohen Dolomitblöcken finden sich nicht nur viele Sportkletterrouten, sondern auch zahllose Boulder. Besonders für Familien ist die Steinerne Stadt ein beliebtes Ausflugsziel. Die Felsblöcke sind unterschiedlich ausgerichtet, daher kann stets in der Sonne oder im Schatten an durchweg schönen Routen in leichten bis mittleren Schwierigkeiten geklettert werden.

  • Höhe: 2150 m
  • Ausrichtung: alle Himmelsrichtungen
  • Routen: 167 Routen in 17 Sektoren; 4 bis 7c, Schwerpunkt 4 bis 6c
  • Gestein: Dolomit
  • Lage: Rund 1 km nordwestlich des Sellajochs, direkt hinter dem Hotel Passo Sella.

6. Traumpfeiler

Klettern in Südtirol
Ralph Stöhr
Der Traumpfeiler ist ein besonders perfekter Felsvorsprung in der Meisuleswand mit fantastischen Mehrseillängenrouten und zwei schönen Klettergärten am Wandfuß.

Der Traumpfeiler gehört mit seinen Mehrseillängen-Routen zu den schönsten "Klettergärten" in der Umgebung. Die Routen sind bestens abgesichert, bis zu sechs Seillängen lang und bieten Verdon-artiges Klettern an einem traumhaften, grauen Pfeiler. Daneben liegen noch die zwei Sektoren Wasserfall und Woodstock, welche ebenfalls schöne Kletterei auf Platten mit Löchern bieten. Der Klettergarten liegt nahe der Passstraße und hat einen sehr kurzen Zustieg. Die Sektoren Wasserfall und Woodstock eignen sich sehr gut für sonnige Abende, wenn auch der Lärm der Passstraße allmählich verstummt. Bei den Mehrseillängenrouten im Sektor Traumpfeiler wird über die Aufstiegsroute abgeseilt.

  • Höhe: 2000 m
  • Ausrichtung: West
  • Routen: 64 Routen in 3 Sektoren, 5b bis 8a+, Schwerpunkt 6a bis 7b
  • Gestein: Dolomit
  • Lage: 3,5 km südöstlich von Wolkenstein an der Westseite der Sellagruppe.

7. Frea

Dieses Felsband aus kompaktem Dolomit verläuft etwas unterhalb des Grödnerjochs. Hier befinden sich unzählige Routen, Einseil- und auch einige mit mehreren Mehrseillängen. Der Klettergarten von Frea besteht aus fünf Sektoren, die alle sehr nahe beieinander liegen. Zwei von ihnen sind nur über einen kurzen Klettersteig oder von den unteren Sektoren aus über zwei Seillängen erreichbar. Geklettert wird größtenteils auf senkrechtem Fels und teilweise auch auf Platten. Das umliegende Panorama ist erstklassig. Da sich zwei Sektoren des Klettergartens genau oberhalb von zwei anderen befinden, ist das Tragen eines Helms empfehlenswert. Wer in den oberen Sektoren klettert, sollte sich beim Stahlseil des Klettersteigs einhängen.

  • Höhe: 2200 m
  • Ausrichtung: Nordwest
  • Routen: 75 Routen in 5 Sektoren; 4b bis 7c+, Schwerpunkt 5c bis 6b+
  • Gestein: Dolomit
  • Lage: 500 Meter südwestlich des Grödnerjochs an der Nordseite der Sellagruppe und direkt über der Passstraße.

8. Eiszeit

Klettern in Südtirol: 11 Gebietsempfehlungen
Christian Pfanzelt
Paul Steinig wagt sich ohne Flugangst in die 35 harten Meter von 'Pilotwings' (8a+), der Toproute im Klettergarten Eiszeit.

Diese äußerst kompakte Wand gehört mittlerweile zu den bekanntesten Klettergärten in den Dolomiten. Der Sektor "Classic" besticht durch seine gelb-graue Wand, die von Löchern durchzogen ist und technische Kletterei vom Feinsten bietet. Außerdem wurde von Armin Craffonara der neue Sektor "Summertime" eingerichtet, der sehr interessante Routen im mittleren Schwierigkeitsbereich aufweist. Wie der Name des Klettergartens bereits erahnen lässt, sind die Temperaturen meist niedrig, da die Wand nach Norden ausgerichtet ist und auf über 2000 Metern liegt. Im Herbst kann es da schnell kühl werden. Achtung: Bei starken Gewittern ist dieser Klettergarten mit Vorsicht zu genießen, dann sollten die Muren in Nähe des Klettergartens wegen Steinschlag oder Murengefahr nicht betreten werden.

  • Höhe: 2100 m
  • Ausrichtung: Nord
  • Routen: 57 Routen in 4 Sektoren; 5c bis 8b, Schwerpunkt 6b bis 8a
  • Gestein: Dolomit
  • Lage: 800 Meter östlich des Grödner Jochs an der Nordseite der Sellagruppe, fast direkt über dem Parkplatz zum Pisciadu-Klettersteig.

9. Landro

Unweit der Straße gelegen und mit sehr kurzer Zustiegszeit zählt dieser Klettergarten mit seinen drei Sektoren zu den beliebtesten im Höhlensteintal. Sowohl Anfänger als auch ambitionierte Kletterer kommen hier voll auf ihre Kosten. Der linke Teil des Sektors Hexentanz wurde außerdem um einige leichte Routen erweitert.

  • Höhe: 1450 m
  • Ausrichtung: Ost
  • Routen: 91 Routen in 3 Sektoren; 4 bis 8b+, relativ homogen verteilte Schwierigkeiten
  • Gestein: Dolomit
  • Lage: 500 m südlich des Dürrensees im Höhlensteintal.
Klettern in Südtirol: 11 Gebietsempfehlungen
Rainer Eder
Wer es richtig steil mag, wird im Klettergarten Landro Höhlen fündig. Erschließer Hannes Pfeifhofer turnt durchs Dach.

10. Landro Höhlen

Zwei höhlenartige Löcher charakterisieren diesen Klettergarten. Die herrliche Aussicht erstreckt sich vom Dürrensee bis zum Monte Cristallo, und die äußerst fotogenen Routen reichen von 5c bis 8b+. Zuletzt wurde der Klettergarten im rechten Wandteil um einige neue Routen erweitert. Beim Wald, durch den der Zustieg durchläuft, handelt es sich um einen Sommereinstand des Wildes. Bitte auf keinen Fall die markierten, beschriebenen Wege verlassen, um das Wild nicht zu stören.

  • Höhe: 1500 m
  • Ausrichtung: Süd, West
  • Routen: 56 Routen, 4 bis 8b+, Schwerpunkt 6a bis 8a
  • Gestein: Dolomit
  • Lage: 2 km südlich des Dürrensees im Höhlensteintal.

11. Rienztal

Klettern in Südtirol: 11 Gebietsempfehlungen
Rainer Eder
Grandioser Fels und großes Panorama: Katrin Mair im 'Zinnenblick' (7c) im Rienztal.

Der Klettergarten Rienztal gehört zu den ältesten der Umgebung. Versteckt in einem idyllischen Tal ist er trotz des relativ langen Zustiegs sehr beliebt und häufig besucht. Dank des wunderschönen Ausblicks auf die Drei Zinnen während des 45-minütigen Zustiegs sind dessen Mühen schnell vergessen.

  • Höhe: 1650 m
  • Ausrichtung: Süd
  • Routen: 68 Routen in 2 Sektoren; 3 bis 8a+, sehr homogene Schwierigkeitsverteilung
  • Gestein: Dolomit
  • Lage: 1,5 km nordwestlich des Dürrensees (Lago di Landro) im Höhlensteintal (Val di Landro).

(nach oben)

Mehr:

Die aktuelle Ausgabe
01 / 2023

Erscheinungsdatum 06.12.2022

Abo ab 13,50 €