Alex Honnold: Spektakulärer Free-Solo-Aufstieg am Taipei 101

Alex Honnold Free-Solo am Tapei 101
Skyscraper Live: Ohne Seil auf einen Wolkenkratzer

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.01.2026
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American Climber Alex Honnold Climbs Taipei 101 Building
Foto: CFOTO/Future Publishing via Getty Images

Der legendäre Free-Solo-Kletterer Alex Honnold wagte sich 2026 an ein einzigartiges Abenteuer: Nachdem der ursprüngliche Termin am Freitag, den 23. Januar wegen Regens verschoben werden musste, konnte er dann am Sonntag bei besseren Wetterbedingungen die Fassade des Taipei 101 (eines der höchsten Gebäude der Welt), in Angriff nehmen. Der 508 Meter hohe Wolkenkratzer, der sich mit seinen 101 Etagen als architektonisches Meisterwerk in den Himmel erhebt, bietet nicht nur eine atemberaubende Aussicht, sondern auch eine noch nie dagewesene Herausforderung für den kalifornischen Extremkletterer.

Ein globales Spektakel – live auf Netflix

Der Aufstieg wurde weltweit live auf Netflix übertragen, sodass Kletterbegeisterte und Abenteuersportfans rund um den Globus Zeugen dieses außergewöhnlichen Moments werden konnten. Das Event um 2:00 Uhr am 25. Januar deutscher Zeit, das unter dem Titel "Skyscraper Live" gestreamt wurde, markierte die erste live übertragene Free-Solo-Begehung eines Wolkenkratzers und fesselte nicht nur Kletterbegeisterte, sondern auch ein breites Publikum. Ein Moment, in dem Kletterkunst und extreme Nervenkraft auf einer globalen Bühne zusammentrafen.

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Eine lang gehegte Idee

Die Idee, den Taipei 101 free solo zu bezwingen, ist nicht neu. Honnold hatte bereits im Jahr 2012 mit der Planung des Projekts begonnen, damals noch mit dem Gedanken, das Ganze über National Geographic zu übertragen. Doch aufgrund logistischer und sicherheitsrelevanter Hürden wurde das Vorhaben immer wieder verschoben.

American Climber Alex Honnold Climbs Taipei 101 Building
CFOTO/Future Publishing via Getty Images

Technische und mentale Herausforderungen

Der Taipei 101 ist keine gewöhnliche Kletterwand. Mit seinen markanten "Bamboo Boxes", die die acht überhängenden Etagen des Gebäudes bilden, bietet der Wolkenkratzer eine Reihe technischer Herausforderungen. Honnold muss sich an diesen extrem steilen Abschnitten vorbeibewegen, die keine Zeit für Verschnaufpausen lassen – jede falsche Bewegung könnte zu einem fatalen Fehler führen. Glücklicherweise gibt es während des Aufstiegs kleine Balkone, die ihm in den einzelnen Etagen als Erholungsstellen dienen. Doch diese Pausen sind rar und der Kletterer muss konstant seine Ausdauer und Konzentration aufrechterhalten.

Mentale Stärke als Schlüssel zum Erfolg

Für Honnold ist die mentale Vorbereitung ebenso wichtig wie die physische. Wie er selbst betont, ist es die ständige Konzentration auf den nächsten Schritt, die ihn während solcher Soloaktionen auf dem Boden der Realität hält. "Es geht nicht darum, wer zuschaut, sondern wie ich den Aufstieg meistere", erklärt er. Die Kombination aus unglaublichem Fokus, jahrelanger Erfahrung und der Fähigkeit, Ängste auszublenden, macht diese Art von Kletterei so einzigartig und gefährlich zugleich.

Mit dieser Aktion hat Alex Honnold also ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Free-Solo-Kletterns abgeschlossen. Der Aufstieg am Taipei 101 war nicht nur ein Test seiner körperlichen Grenzen, sondern auch ein Moment, in dem Honnold als einer der größten Kletterer der Gegenwart neue Maßstäbe setzte.

Taipei 101
Paul Biris via Getty Im ages