OD Tourengehen im Winter © Smaily / Pixelio

11 Wintersoftshells im Test

Weiche Welle - aktuelle Softshell-Jacken im Vergleich

Im Winter sind Softshells ein Segen. Sie tragen sich geschmeidig, lassen Schnee einfach abrutschen und halten kurze Regenschauer ab. 11 Modelle im Test.

Wer in der Kälte aktiv ist, der weiß um das Problem: Ziehe ich mich warm an und schwitze, sobald ich mich anstrenge - oder wähle ich dünnere Schichten und riskiere, zwischendurch auszukühlen? Früher musste man Ersatzkleidung mitnehmen, um eventuell nassgeschwitzte Kleidung zu wechseln.

Heute sollen Softshells den Spagat schaffen: Warmhalten sollen sie und auch trocken, und Bewegungsfreiheit sollen sie auch noch bieten.

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Keine Frage: Eine gute Softshell bietet die bes­ten Voraussetzungen für eine gelungene Wintertour. Elf Modelle zwischen 225 und 400 Euro hat outdoor deshalb getestet. In den Alpen wie im Schwäbischen waren die Jacken sechs Wochen im Einsatz. Sechs Tester, darunter drei Frauen, protokollierten Trage- und Klimakomfort, prüften Bedienung und Kapuzensitz, Wind- und Wetterschutz. Zusätzlich mussten alle Shells nach Gebrauch und mehreren Waschgängen in der outdoor-Sprühregenkammer (s. Kasten) ihre Nieselregenfestigkeit beweisen.

Der Test zeigt: Nicht jede der Testsoft­shells eignet sich perfekt zum Wandern, Trekken, Bergsteigen oder für Skitouren. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Mangelnder Wetterschutz (Millet, Norrona), schlecht sitzende Kapuze (Schöffel) oder schwitziges Jackenklima (The North Face) drücken die Note – und den Spaß auf Tour. Schlecht sind sie deshalb nicht. Aber eben auch nicht extrem gut oder sehr vielseitig einsetzbar.

Dabei muss eine bestens zum Wandern geeignete Shell nicht mal teuer sein. Das zeigt die Bergans Utakleiv. Sie liegt mit 240 Euro deutlich unter dem Testjackendurchschnitt von 300 Euro. Ihr Tragekomfort gehört dennoch zu den bes­ten. Der weiche, elastische Stoff macht jede Bewegung mit und trägt sich sehr angenehm – gut für Genusstouren. Doch nicht nur dafür: Auch für sportliche Ausflüge bis hin zum Winterbergsteigen ist die Utakleiv prächtig geeignet – dank luftigem Jackenklima, guter Kapuze und hohem Wetterschutz. Schneefall, Wind und Kälte hält Utakleiv ab, auch Nieselregen – zumindest eine gute Viertelstunde lang.

Das kann die Vaude Platinum (350 Euro) noch besser. Mit ihr bleibt man im Nieselregen bis über eine Stunde lang trocken! Und in puncto Klima- sowie Tragekomfort ist sie der Bergans ebenbürtig – also erste Wahl für alle, die sportliche Touren vorhaben und aufs Wetter wenig Rücksicht nehmen. Frostbeulen jedoch, die vor allem eine warme, besonders komfortable Softshell suchen, sollten zur Arc‘teryx Gamma SV (400 Euro) greifen. Sie bietet zwar »nur« den Regenschutz der Bergans, ist aber dafür eine der weichsten, kuscheligsten sowie wasserdampfdurchlässigsten Softshells überhaupt. Und damit ideal für alle, die eine reine Wintersoft­shell für echtes, kanadisches Winterwetter suchen.

Für eher deutsches, also nasskaltes Wetter wurde das Patagonia Winter Guide Jacket (325 Euro) gemacht. Es hält nicht nur warm, sondern auch trocken, und das dauerhaft. Zumindest im Sprühregen. Doch auch kurze Re­gen­schauer steckt es weg, widersteht Schneetreiben, blockt Wind und wärmt mit dickem Futter – ein echter Alleskönner. Fein, dass die Traumjacke bei Anstrengung auch noch richtig gut abdampft. Somit eignet sie sich auch für sportliche Touren – ob mit Schneeschuhen, Ski oder Eisäxten spielt keine Rolle.

Die getesteten Softshells:

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Softshell-Jacken
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Softshell-Jacken
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Softshell-Jacken
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Softshell-Jacken
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Softshell-Jacken
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Softshell-Jacken
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Softshell-Jacken
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Softshell-Jacken
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Outdoor-Gear
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Softshell-Jacken

Info-Spezial zum Test - Check zum Kauf und Testverfahren

Am besten greifen Sie zu einer Softshell, die im outdoor-Test mit mindestens »gut« abgeschnitten hat. Aber auch sie muss passen. Checken Sie deshalb im Fachgeschäft zuerst den Sitz der Softshell. Sie sollte weder zu luftig noch so eng sitzen, dass kein dünnes Fleece mehr darunter passt. Auch die Länge muss stimmen, vor allem wenn die Softshell gut vor Kälte schützen soll. Prüfen Sie auch die Bewegungsfreiheit. Strecken Sie dazu bei geschlossener Jacke die Hände nach oben – die Softshell sollte dabei kaum hochrutschen. Nun die Kapuze: Macht sie Kopfdrehungen mit, oder gucken Sie in die Röhre? Zuletzt prüfen Sie die Leichtgängigkeit der Reißverschlüsse sowie die Taschen. Sind sie groß genug, und sitzen sie oberhalb des Rucksackhüftgurts? Dann passt‘s!

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Ist die Kapuze zu groß oder lässt sie sich nicht richtig an den Kopf anpassen, stört sie die Sicht erheblich. Achten Sie deshalb auf eine Kapuze, die Kopfbewegungen mitmacht, nicht an den Ohren drückt und ein stabiles Schild gegen Regen und Schneefall besitzt.
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Neben der Kapuze sollten Wanderer und Bergsteiger auch Wert auf hochsitzende Schubtaschen legen, die nicht zu tief ausfallen. Nur dann lassen sich Rucksackhüft- und Klettergurt schließen, ohne dass sie auf den Tascheninhalt drücken. Alternative: zwei Brusttaschen (oder eine große).

Ärmelabschlüsse dürfen weder zu eng ausfallen (Platz für dicke Uhren) noch zu weit (Schutz vor Zugluft). Ideal sind per Klettverschluss weitenverstellbare Bündchen oder Daumen­schlau­fen. Letztere wärmen den Handrücken und halten die Ärmel beim Hochgreifen in Position.

So testet outdoor

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Testredakteur Boris Gnielka bei der Sprühberegnung.

Dauergebrauch: Alle Soft­shelljacken wurden von sechs Testern, darunter drei Frauen, über einen Zeitraum von sechs Wochen täglich getragen: auf dem Weg zur Arbeit, beim Biken, Laufen und an etlichen Wander- und Kletterwo­chenenden. Dabei zeigten sich bereits manche Schwach­stellen, vor allem in puncto Handhabung, Klima- sowie Tragekomfort.

Sprühregendusche: Softshelljacken sollen bei prasselndem Regen nicht die Funktionsjacke ersetzen – diese ist für richtiges Gruselwetter immer noch erste Wahl. Doch bei kurzen Regenschauern sowie – im Idealfall – auch bei länger anhaltendem Niesel- oder Sprühregen sollte eine gute Wintersoftshell schon trocken halten. Diesen Niesel- bzw. Sprühregen simuliert outdoor mit einer speziellen Sprühregendusche. Sie produziert keine dicken Regentropfen, deren Wucht das Material sofort durchschlügen, sondern feine Tröpfchen. Typische Schwachstellen wie nicht abgeklebte Firmenlogos, grobe Nähte oder schlecht imprägnierte Einfassbänder von Reißverschlüssen deckt die Beregung schonungslos auf.

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Wo klemmt's? Das zeigte der Praxistest in den Alpen.

Waschprozedere: Während der sechswöchigen Tragephase wurden alle Softshells insgesamt viermal in der Waschine gewaschen. Das simuliert zusätzlichen Gebrauch und lässt – in Verbindung mit der intensiven Benutzung – nur wirklich robuste Imprägnierungen überleben.

Praxistest: Abschließend mussten alle Softshells mit in die Berge, und zwar ins Lechquellengebirge: Auf einer ambitionierten Wochenendtour ermittelten die Tester den Klimakomfort, die Bewegungsfreiheit, Handhabung und sonstige Trageeigenschaften im direkten Vergleich. Aufgrund eines Wintereinbruchs konnte auch die Isolation der Testsoftshells optimal untereinander verglichen werden.

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