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Isolationsjacken im Test

Test: Winterjacken für eisige Temperaturen

Gute Winterjacken sollen auch bei deftigen Minusgraden warm halten! Welchen das am besten gelingt, lest ihr auf dieser Seite.

Mit Schneeschuhen losziehen, Skitouren gehen oder in der frischen, klaren Luft wandern, auch im Winter können Outdoorer einiges unternehmen. Doch Einsteiger ziehen häufig zu viel an, wenn sie sich bewegen – und frösteln nach einiger Zeit in der nassgeschwitzten Bekleidung. »Man sollte nur so viel tragen, dass man gerade noch nicht friert«, rät outdoor-Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Bei leichten Minusgraden reichen während des Gehens meist etwas dickere Unterwäsche, ein dünnes Fleece und eine Softshelljacke. Zu Beginn der Pausen oder bevor man auf Ski die Hänge hinunterbrettert, muss man dann aber eine mit Daunen oder Kunstfasern gefüllte Isolationsjacke überziehen, sonst kühlt der Körper in kürzester Zeit aus. (Die Top-Modelle der letzten beiden Jahre in der Fotostrecke oben)

Was macht denn eine gute Wärmejacke aus?

OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Schnitt Ärmel
Benjamin Hahn Fotografie

Der Schnitt
Eine erstklassige Bewegungsfreiheit macht nicht nur für Kletterer Sinn. Auch beim Wandern und Wintercampen hebt man die Arme öfters einmal über den Kopf. Rutschen dabei die Ärmel hoch, zieht es an den Handgelenken. Und wenn der Saum nach oben wandert, kriecht Kälte von unten in die Jacke. Dank der sehr aufwendigen, meist körperbetonten Schnitte passiert das aber bei fast keinem der Testkandidaten.

OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Länge
Benjamin Hahn Fotografie

Die Länge
Vor allem bei klirrendem Frost kühlt auch das Gesäß schnell aus. Dann sind länger geschnittene Modelle wie von Mountain Equipment oder Berghaus im Vorteil. Bei kurzen Jacken empfiehlt sich die Mitnahme einer gefütterten Shorts, die man in den Pausen kurz überzieht (Tipp: Vaude Waddington Short/Skirt).

OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Taschen
Benjamin Hahn Fotografie

Warmhaltezonen
Nur in isolierten Taschen kann man schnell die Hände aufwärmen. Auch das Smartphone oder eine Kamera finden hier Platz, da vor allem etwas ältere Akkus oder Batterien bei Kälte häufig ihre Leistungsfähigkeit einbüßen. Diese Möglichkeiten bieten fast alle Modelle im Feld.

OD 1217 Daunenjacken Kunstfaserjacken Details Kapuze
Benjamin Hahn Fotografie

Eine Kapuze, die sitzt
Kopf und Nacken sind nicht nur kälteempfindlich, hier geht auch viel Wärme verloren. Deshalb verbessert eine prall gefüllte Kapuze die Isolation enorm. Allerdings nutzt man sie nur, wenn sie sich sauber anpassen lässt – noch immer keine Selbstverständlichkeit, wie der Test zeigt. Im Idealfall gibt es einen Zug, mit dem sich die Kapuze ums Gesicht herum schließen lässt, und eine Volumenverstellung auf der Rückseite. Sie führt zu einem kappenähnlichen Sitz, der Kopfdrehungen mitmacht.

Das war der Wärmejacken-Test 2019:

22 Thermojacken für Damen und Herren traten 2019 zum Test an. Sie kosten 130 bis 470 Euro, die Bandbreite reicht von der federleichten Haglöfs-Daunenjacke mit schlappen 165 Gramm bis zu rund dreimal so schweren, extra prall mit Daune oder Kunstfasern gefüllten Winterjjacken für Eiseskälte, wie sie Winterwanderer im hohen Norden erwartet. Zwei Hersteller liefern dünne Synthetikjacken, die sich als leistungsfähige Fleece-Alternative zum Drunterziehen eignen. Erfreulich: Fjällräven, Haglöfs und Rab verwenden Daune aus artgerechter Haltung, erkennbar an der RDS-Zertifizierung (Responsible Down Standard) oder dem Fjällräven Down Promise.

Außerdem gibt es spannende, neue Materialien: »Eddie Bauer setzt auf Thindown, eine mit einem Trägerstoff verklebte Daune«, sagt Boris Gnielka. Das kunstfaserähnliche Vlies benötigt keine die Dämmung schwächenden Steppnähte und verklumpt nicht, wenn es nass wird – was mit normaler Daune passiert. Dagegen verwendet Mountain Equipment eine Faser (Polarloft Featherless), die aus Flocken besteht. Wie Daune steckt sie in Kammern, was sportivere, körperbetontere Schnitte ermöglicht als bei Jacken aus Synthetikvlies. Den Unterschied merkt man schon beim Anziehen: Die Mountain Equipment Superflux fühlt sich so flauschig an wie die Daunenmodelle im Feld und trägt sich damit noch geschmeidiger als die Kunstfaserkonkurrenz.

Einen anderen Schwerpunkt setzt Outdoor Research mit seiner bauschigen Verticalx-Wattierung. Sie lässt Feuchtigkeit besonders schnell verdunsten. Das sorgt für den bei Anstrengung nötigen Kühleffekt und hält in Pausen oder bei geringer Aktivität den Körper trocken und warm. »Neu ist die Idee nicht, doch erstmals wärmt ein auf optimalen Feuchtetransport getrimmtes Material ähnlich gut wie die anderen Synthetikfasern im Test 2019 – das zeigen unsere Isolationsmessungen«, erklärt Boris Gnielka.

Wie wir Winterjacken testen, könnt ihr euch in im Podcast anhören:

Fazit des Isojacken-Tests 2019: Alles in allem glänzt das Feld mit einer erstklassigen Performance. Dennoch besitzt jede Winterjacke eigene Stärken: Die Daunenjacken Mont·Bell Mirage Parka und Haglöfs L.I.M. Essens Jacket bieten ein sensationelles Wärme-Gewichts-Verhältnis, während die Fjällräven Keb Touring Down Jacket den Nachhaltigkeitssieger stellt.

Die erste Wahl für Touren bei nasskalter Witterung sind die Synthetik-Jacken von Mountain Equipment und Outdoor Research sowie der Preistipp Jack Wolfskin Argon Hoody. Wer dagegen eine warme Jacke zum Drunterziehen will, greift zur Patagonia Micro Puff Jacket oder zur Carinthia G-Loft TLG:

BlackYak Niata Daunenjacke
BlackYak Niata Daunenjacke Eddie Bauer Evertherm Daunenjacke Fjällräven Keb Touring Down Jacket Haglöfs L.I.M. Essens Jacket 12 Bilder

Isolationsjacke Preis in Euro Hier können Sie die Winterjacken kaufen
Mont-Bell Mirage Parka (Testsieger 12/19) 400  
Fjällräven Keb Touring Down Jacket (Kauftipp 12/19) 460 Preisvergleich
Mountain Equipment Superflux Jacket (Kauftipp 12/19) 220 Preisvergleich
Jack Wolfskin Argon Hoody (Kauftipp 12/19) 130 Preisvergleich
Valandre Troll Jacket (Editors Choice 2019) 549 Preisvergleich
Carinthia G-Loft Ultra (Kauftipp 01/17) 170 Preisvergleich
Yeti Virtue (Kauftipp 01/17) 450 Preisvergleich
Schöffel Zion (Kauftipp 01/17) 220 Preisvergleich
Schöffel Saas Fee (Damen) 230 Preisvergleich
Rab Zero G 500 Preisvergleich
Fjällräven Keb Padded Hoodie 260 Preisvergleich
Patagonia Nano Puff Jacket 210 Preisvergleich
Marmot Terrawatt 350 Preisvergleich
Montane Blue Ice Jacket 220 Preisvergleich
Arcteryx Cerium LT (Testsieger 12/17) 400 Preisvergleich
Mountain Equipment Skyline Jacket (Kauftipp 2017) 270 Preisvergleich
Rab Continuum Jacket (Kauftipp 12/17) 300 Preisvergleich
Gamsbokk Mt. Vinson (Kauftipp 12/17) 220  
Patagonia Micro Puff Hoody (Testsieger 12/17) 300 Preisvergleich

Rückblick: Das war der Wärmejacken-Test 2017/2018:

Ende 2017 hatte unsere Testcrew 21 Wärmejacken von 220 bis 400 Euro getestet. 14 davon waren mit Daune gefüllt, sieben mit Kunstfasern. Die leichtesten Kandidaten brachten weniger als 300 Gramm auf die Waage, die schwersten rund doppelt so viel. Außerdem begeisterten alle getesteten Winterjacken mit kleinem Packmaß: »Im Schnitt nur zwei Liter – so findet der Kälteschutz in jedem Rucksack Platz«, sagt Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka.

Ein großes Lob verdienen die Hersteller auch in Sachen Nachhaltigkeit: Fast alle Daunen stammen aus kontrollierter, artgerechter Produktion. Zusätzlich verarbeitet Haglöfs beim Bivvy Down Hood noch Recyclestoffe, die Imprägnierungen kommen ohne das in die Kritik geratene PFC aus. Außerdem sind alle Materialien Bluesign­zertifiziert – einer der strengsten Umweltstandards.

Vier Hersteller verwenden wasserabweisende Daune. Das klingt vielversprechend und funktioniert in Laborversuchen hervorragend, doch die Praxis sieht anders aus: »Vor allem bei Druck, etwa durch einen Rucksack, oder der Komprimierung im Packbeutel verklumpt eine feucht gewordene Füllung genauso wie unbehandelte Ware und verliert ihre Isolation«, so Gnielka. Der große Vorteil liegt aber in der schnelleren Trockenzeit. Möchte man eine nässeunempfindliche Wärmejacke, gibt es auch weiterhin keine Alternative zum Kunstfasermodell.

Gespannt wartet die Testcrew jedes Mal auf die Ergebnisse der Isolationsprüfung. »Im Praxiseinsatz zeigt sich grob, wie warm die Modelle ausfallen, doch erst die Labormessungen führen zu exakt vergleichbaren Werten«, erklärt Boris Gnielka.

Die mit Daunen gefüllte Mountain Equipment Skyline glänzt mit der besten Wärmeleistung. Sie lässt sich von wenig verfrorenen Personen in Pausen bis minus 18 Grad einsetzen und schützt durch ihren langen Schnitt auch das Gesäß – genug für frostige deutsche Winter oder für Skandinavientouren im Frühjahr, der idealen Zeit zum Skiwandern.

Rang zwei belegt die Berghaus Ramche Micro (Daune) mit einem unteren Temperaturlimit von minus 15 Grad, dicht gefolgt von den meisten anderen Daunenmodellen und der Gamsbokk Mt. Vinson, der dicksten Kunstfaserjacke. Sie alle bieten mit Werten um minus zwölf Grad ausreichend Reserven für Wintertouren in unseren Breiten.

Die übrigen Kandidaten kommen dagegen schon bei Temperaturen zwischen minus fünf und null Grad an ihre Grenzen – zu wenig für Pausen in der kalten Jahreszeit, doch perfekt als extra warme Zwischenschicht für Frostbeulen. Skitourengeher können sie auf Abfahrten zudem als Schutz gegen den eisigen Fahrtwind tragen. So genutzt, verschiebt sich das Temperaturlimit um rund 15 Grad nach unten (gehendes Männchen). Für diese Einsätze empfehlen sich vor allem die nässeunempfindlichen Synthetikmodelle von Patagonia (–3° C) und Fjällräven (0° C), die durch ihren körpernahen Schnitt und die nicht zu dicke Füllung gut unter eine Softshell passen.

Wichtig: Ein gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis

»Steckt der Kälteschutz die meiste Zeit im Rucksack und kommt nur während der Ruhephasen zum Einsatz, sollte man auf ein möglichst gutes Wärme-Gewichts-Verhältnis achten«, rät Testredakteur Boris Gnielka. Hier geben die hochwertigen Daunenjacken den Ton an, vor alle die Berghaus Ramche (–15°C/320 g) und die Arcteryx Cerium LT hoody (–12°C/300 g). Beide isolieren nicht nur sehr gut, sondern gehören auch zu den leichtesten Jacken im Testfeld 2017.

Den zweiten Platz teilen sich drei Kandidaten: Rab Continuum (–12°C/355 g), Mountain Equipment Skyline (–18°C/490 g) und die gerade einmal 250 Gramm schwere Patagonia Micro Puff Hoody (–3° C). Letztere beweist, dass auch Kunstfaserjacken mitterweile enorm leistungsfähig sein können. Die wärmste Kunstfaserjacke wiederum, die Gamsbokk Mt. Vinson Hoody (–13°C/555 g), schneidet immerhin noch gut ab.

Schwachpunkt Kapuze

In Sachen Tragekomfort und Ausstattung gibt es kaum Kritik, nur die Kapuzen von Marmot, Schöffel und Mountain Hardwear stören: Sie lassen sich ums Gesicht herum nicht schließen. Dadurch zieht es an den Wangen. Und wenn sich der Kopf bewegt, schaut man in die Kapuzenröhre.

Das Fazit unseres Winterjacken-Tests:

Grob lässt sich das Feld in zwei Gruppen einteilen. In ersterer finden sich die dickeren Winterjacken, der ideale Kälteschutz fürs Camp oder Pausen. Den besten Kompromiss aus hoher Isolation und geringem Gewicht bieten die Daunenjacken von Arcteryx, Berghaus und Rab. Erstere sichert sich mit knappem Vorsprung vor der Berghaus Ramche den Testsieg in dieser Kategorie, während die Rab Continuum einen Kauftipp bekommt. Sie ist nicht ganz so leistungsfähig wie die beiden Topperformer, kostet mit 300 Euro aber 100 Euro weniger.

Wer schnell friert oder in Skandinavien Skiwandern will, sollte zur Mountain Equipment Skyline greifen. Sie glänzt mit der besten Wärmeleistung und niedrigem Preis. Bevorzugt man dagegen eine nässeunempfindliche oder sehr günstige Jacke, heißt der Kauftipp Gamsbokk Mt. Vinson (Synthetik, 220 €). Außerdem gibt es einen klaren Testsieger bei den Jacken, die man während des Wanderns oder Skifahrens als Zwischenschicht tragen kann: die ultraleichte Patagonia-Kunstfaserjacke Micro Pfuff Hoody.

Die besten von uns getesteten Jacken im Preisvergleich:

Die getesteten Winterjacken 2017 im Detail:

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Jacken Winterjacken od-1218-winterjacken-test-1 (jpg) Detail-Check: Daunenjacken und Kunstfaserjacken Darauf sollte man bei Isolationsjacken achten

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