Regenjacken im outdoor-Test Boris Gnielka

Robuste Hardshells im Test

Die besten Regenjacken 2019

Wir haben acht robuste Regenjacken für Wander- und Bergtouren getestet – welche die beste Mischung aus Regenschutz und Atmungsaktivität bieten, erfahrt ihr in unserem Testbericht ...

Im Idealfall lacht die Sonne vom Himmel – doch das Wetter kann man sich auf Tour nicht auswählen. Die Regenjacke dagegen schon: Gute Modelle trotzen Wind und Wetter, tragen sich selbst auf deftigen Anstiegen oder bei zügigem Tempo komfortabel und bieten eine praxisgerechte Ausstattung.

Außerdem sollte der Regenschutz nicht nur robust sein, sondern auch leicht und klein verpackbar, steckt er bei schönem Wetter doch meist im Rucksack. »Am besten erfüllen sogenannte Dreilagenjacken diese Anforderungen«, sagt OUTDOOR-Ausrüstungsredakteur Boris Gnielka. Grund: Bei diesen Laminaten entsteht durch die Verklebung des Außenstoffs, der hauchdünnen wasserdichten, atmungsaktiven Folie (Membran) und des Futters schon mit leichten Geweben ein robustes Materialsandwich, denn die drei Lagen verstärken sich gegenseitig und die in der Mitte eingebettete, empfindliche Membran ist optimal geschützt.

Insgesamt landeten also 15 solcher Hardshell-Regenjacken für Damen und Herren in der Preisklasse von 260 bis 580 Euro in unserem Vergleichstest 2019. Auffällig: Immer mehr Hersteller folgen dem Ruf nach besonders nachhaltiger Bekleidung und verarbeiten selbst entwickelte Materialien. »Bei Fjällräven, Jack Wolfskin und Patagonia bestehen alle drei Lagen aus Polyester. So lässt sich die Jacke später recyceln«, erklärt Boris Gnielka. Das klappt mit herkömmlichen Laminaten nicht.

Der Hersteller Fjällräven kompensiert zusätzlich das bei der Produktion des Keb Eco-Shell Jackets entstehende CO2, Jack Wolfskin nutzt für den Außenstoff Recycle-Polyester, die Grundlage der Membran bilden Produktionsabfälle. Auch kommen die Imprägnierungen beider Hersteller ohne bedenkliches PFC (Per- und polyfluorierte Chemikalien) aus. Erfreulich zudem, dass die Jack Wolfskin Kanuka Ridge zu den günstigsten Testkandidaten zählt.

Arc’teryx und Rab setzen auf tausendfach bewährte Materialien von Marktführer Gore-Tex, während Outdoor Research seine Ascent-Shell-Membran mit einer noch jungen Technik namens Elektrospinning fertigen lässt, die eine extrem feine Struktur von mikroskopisch kleinen Poren ermöglicht. Dies verspricht eine hervorragende Atmungsaktivität und Langlebigkeit. Wie die Regenjacken in unserem Vergleichstest performten, erfahren Sie hier:

Stärken der Arc’teryx Alpha AR

 macht jede Bewegung mit
 bequeme Kapuze
 top Wetterschutz & Klima
 leicht & robust

Schwächen

 teuer
 rascheliges Material

Stärken der Outdoor Research Interstellar

 trägt sich komfortabel
 bequeme Kapuze
 top Wetterschutz
 problemlose Handhabung

Schwächen

 etwas weicher Kapuzenschild
 leichte Saugeffekte am Kinn

Stärken der Montane Ultra Tour

 für eine 3-Lagen-Jacke günstig
 Bewegungsfreiheit
 Kapuzensitz

Schwächen

 Reißverschlüsse laufen etwas hakelig
 leichte Saugeffekte am Kinn

Stärken der Fjällräven Keb Eco-Shell

 nachhaltig produziert
 langlebig
 hochfunktionell + dicht
 lässt Bewegungsfreiheit
 gute Kapuze + Kragen, die hervorragend vor eisigem Wind schützen

Schwächen

 hoher Preis

Stärken der Haglöfs L.I.M. MTN Proof

 geringes Gewicht
 kleines Packmaß
 bequeme Kapuze
 guter Wetterschutz

Schwächen

 Stauraum und Klima könnten noch einen Tick besser sein

Stärken der Jack Wolfskin Kanuka Ridge

 gute Jacke für Wanderer
 lässt Bewegungsfreiheit
 bequeme Kapuze
 weiches Material
 nachhaltig produziert

Schwächen

 taugt weniger für Zelt- oder Bergtouren
 tief sitzende Taschen

Stärken der Patagonia Cloud Ridge

 nachhaltig produziert
 top Bewegungsfreiheit
 bequeme Kapuze
 weiches Material

Schwächen

 Material raschelt
 Reißverschlüsse etwas schwergängig
 Wetterschutz + Komfort könnten besser sein

Stärken der Rab Ladakh

 macht jede Bewegung mit
 problemlose Bedienung
 Kapuze und Kragen schützen perfekt

Schwächen

 Material raschelt
 unser Testmodell war nicht sauber genug verarbeitet

Alles dicht? – Der Beregnungstest

Das wichtigste Kriterium für den Kauf einer wasserdichten, atmungsaktiven Funktionsjacke ist allerdings der Wetterschutz. Diesen prüft OUTDOOR mit der seit rund 20 Jahren bewährten „Powerberegnung“. Sie gleicht einem mehrstündigen, sturmgepeitschte Wolkenbruch, und statt der üblicherweise bewegungslosen Dummys stapfen Tester durch die Gischt – so wie auf Tour. Meisterhaft schlagen sich die beiden Kandidaten von Arc’teryx und Fjällräven. Sie sind nicht nur dicht, sondern große, steife Kapuzenschilde und hohe Kragen halten effektiv eisige Böen vom Gesicht fern. Auch die preiswerten Jacken von Montane, Jack Wolfskin sowie Outdoor Research überstehen die Wasserschlacht ohne große Blessuren: An der einen oder anderen Stelle wandert minimal Feuchtigkeit ins Innere (Saugeffekte) oder die Kapuzenschilde und Kragen könnten einen noch etwas besseren Windschutz bieten – »Jammern auf höchstem Niveau«, so Gnielka. Nur in der Ladakh von Rab wurden unsere Tester von der Brust an abwärts nass. Als Schwachstelle entlarvten sie ein etwas zu kurzes Tape innen an der Abdeckleiste des Reißverschlusses.

Unser Testfazit:

Eine sehr gute Funktionsjacke zum Wandern, Trekking und Bergsteigen gibt es für 260 Euro – das beweist die erfreulich leistungsfähige Montane Ultra Tour. Möchte man den bestmöglichen Klima- und Tragekomfort, muss man 340 Euro für die sehr leichte, kleinst verpackbare Outdoor Research Interstellar Jacket (325 g, 1,1 l) ausgeben. Den besten Wetterschutz in Kombination mit top Klimakomfort und Ausstattung bietet die superb verarbeitete Arc’teryx Alpha AR (400 g) für ca. 580 Euro, während die erste Wahl für umweltbewusste Wanderer, Trekker und Bergsteiger Fjällräven Keb Eco-Shell (ca. 500 €) heißt. Die günstigste nachhaltige Jacke ist die Jack Wolfskin Kanuka Ridge.