OD Peak Performance Black Light 3-Layer  Funktionsjacke Benjamin Hahn

15 aktuelle Funktionsjacken im Test

Schutzfaktor - Dreilagenjacken im Vergleich

Wenn Die Outdoor-Hersteller ihre neuen Top-Jacken auf den Markt bringen, herrscht Hochspannung: Was leisten die Flaggschiffe?

Es herrscht Weltuntergangsstimmung: Regen prasselt wie Trommelfeuer auf die outdoor-Testcrew herunter, der Sturm zerrt wie eine unsichtbare Faust an den High-End-Testjacken, bei denen die Hersteller maximalen Wetterschutz versprechen. Trotzdem sind viele outdoor-Tester durchnässt. Über undichte Näh­te sowie falsch konstruierte Taschen und Kapuzen läuft Wasser in die Jacken – so das ernüchternde Ergebnis des outdoor-Tests vor drei Jahren. Und wie sieht es in diesem Jahr aus?

Bieten die Spitzenmodelle nun tatsächlich Strapazierfähigheit, Komfort und Wetterschutz? Das klärt der outdoor-Test von 15 Herren- und Damenjacken zwischen 325 und 593 Euro. Mit von der Partie ist fast alles, was Rang und Namen hat: Vaude, Mammut, The North Face, Marmot, Patagonia und Haglöfs schickten ihre neuesten Flaggschiffe ins Rennen. Sie müssen sich gegen bewährte, aber ständig weiter­entwickelte Klassiker behaupten, zum Beispiel von der kanadischen Edelschmiede Arc’teryx oder dem britischen Top-Hersteller Mountain Equipment.

Robuster Materialsandwich

Alle Hersteller setzen bei ihren Top-Modellen auf das gleiche Konzept: das Dreilagenlaminat, eine äußerst robuste Art der Jackenkonstruktion. Zum einen verstärken sich die drei miteinander verklebten Schichten gegenseitig; zum anderen ist die zwischen Ober- und Futterstoff einge­schlossene atmungsaktive, wasserdichte Folie (Membran) ideal geschützt. Außerdem kommen nur Top-Materialien zum Einsatz. Jedes hat seine besonderen Stärken, so das Ergebnis des outdoor-Tests. Das von elf Herstel­lern verwendete Gore-Tex Pro Shell punktet durch Stra­pazierfähigkeit und geringes Gewicht. Event ist das atmungsaktivste Funktionsmaterial im aktuel­len outdoor-Test, es wird beim Vaude-Modell verarbeitet. Die schwedische Hardcore-Schmiede Klättermusen hingegen setzt auf ein enorm dehnbares, geschmeidiges Material, das im outdoor-Test in puncto Atmungsaktivität so gut abschneidet wie Pro Shell.

Auch bei der Konstruktion der Jacken haben die Entwickler ganze Arbeit geleistet – echte Schwachpunkte findet outdoor kaum. 13 der 15 Testmodelle überstehen den Wetterschutz-Check ohne Blessuren – nicht einmal die outdoor-Powerberegnung zwingt sie in die Knie, die einen sturmgepeitschten mehrstündigen Wolkenbruch simuliert. Bei der Komfortprüfung im outdoor-Praxistest schneiden sogar alle Modelle gut oder sehr gut ab – was man in dieser Preisklasse aber auch erwarten darf. Hauptkritikpunkt: Nur vier Jacken bieten leichtgängige Zipper, bei allen anderen laufen sie mehr oder weniger störrisch.

Hardcore-User oder Allrounder?

Zwei Gruppen kristallisieren sich im Test heraus. Die vier schwereren und extrem strapazierfähigen Hardcore-Modelle empfehlen sich für alle Outdoor-Profis, Tourenguides und Bergführer, die fast täglich und bei jedem Wetter auf Tour sind. Zwei Jacken ragen heraus: Klättermusen und Norrona. Sie bieten den besten Wetterschutz im Test. Die Klättermusen Brede ist noch bequemer, wiegt aber ein hal­bes Kilo mehr als die Norrona Trollveggen.

Wer seine Jacke nicht täglich nutzt, aber jede freie Minute mit Trekking, Bergsteigen und Klettern verbringt, wählt einen der elf Allroun­der – sie punkten unter anderem durch ihr geringes Gewicht von weniger als 600 Gramm. Unter den neun sehr guten Allroundjacken finden sich vier Highlights: Das Argon Jacket von Mountain Hardwear glänzt mit dem besten Klima im Test – der Tipp für Leute, die es auf Tour richtig krachen lassen. Die Changabang von Mountain Equipment bietet dagegen den besten Wetterschutz der Allrounder und empfiehlt sich für Touren in stürmischen Regionen oder im Winter. Die Arc’teryx Theta AR wiederum lockt in dieser Gruppe mit den robustesten Materia­lien, während Gramm­zähler auf die Leichtgewichte von Peak Performance und Marmot abfahren werden – ein guter Jahrgang. Wählen Sie das Modell, das Ihren Ansprüchen am ehesten entspricht und optimal passt. Dann sind Sie gegen Wind und Wetter gewappnet.

Die getesteten Funktionsjacken im Detail:

OD Arc'teryx Theta AR Funktionsjacke
Regenjacken
OD Bergans Luster Funktionsjacke
Regenjacken
OD Haglöfs Crux/Crux Q Funktionsjacke
Regenjacken
OD Marmot Fjell Jacket Funktionsjacke
Regenjacken
OD Mammut Shisha Pangma Funktionsjacke
Regenjacken
OD Mammut Annapurna Womens Funktionsjacke
Regenjacken
OD Klättermusen Brede Jacket Funktionsjacke
Outdoor-Gear
OD Mount. Equipment  Changabang Funktionsjacke
Regenjacken
OD Marmot Troll Wall Jacket Funktionsjacke
Regenjacken
OD Norrona Trollveggen Pro Shell Funktionsjacke
Regenjacken
OD Mount. hardwear Argon Jacket Funktionsjacke
Regenjacken
OD Patagonia Shelter Stone Jacket Funktionsjacke
Regenjacken
OD Peak Performance Black Light 3-Layer  Funktionsjacke
Regenjacken
OD The North Face Mammatus Jacket Funktionsjacke
Regenjacken
OD Vaude Krypton Jacket Funktionsjacke
Regenjacken

So testet outdoor

Funktionsjacken geht es beim outdoor-Test an den Kragen: Sie werden bei zehn Maschinenwäschen malträtiert, müssen den Wassermassen der outdoor-Extremberegnung standhalten und im Praxistest überzeugen.

Der Waschmarathon simuliert den Dauergebrauch mehrerer Monate. Nach den zehn Maschinenwäschen zeigt sich schnell, wie haltbar die Imprägnierung ist oder ob sich beispielsweise Nahtbänder (Tapes) lösen, die zum Abdichten der Nähte von innen aufgeklebt werden.

OD Frank Wacker testet Materialeigenschaften
Benjamin Hahn
Der Autor testet Material-Eigenschaften.
OD Frank Wacker in der Beregnungsanlage
Benjamin Hahn
Die Beregnungsanlage sprüht Wasser von allen Seiten auf das Testobjekt.

Die Powerberegnung gleicht einem mehrstündigen, sturmgetriebenen Wolkenbruch und entlarvt schonungslos jeden Konstruktions- und Verarbeitungs­fehler der Testkandidaten. Diese Standard­beregnung ermöglicht die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Jacken über Monate und Jahre hinweg – im Praxiseinsatz allein wäre dies nicht möglich: Es herrschen zu unterschiedliche Bedingungen. Der Windschutz von Kapuzenschild, Kragen, Bündchen und Saum wird im Praxistest bewertet.

Die Klimaprüfung ermittelt das Jacken­klima in mehreren Schritten. Zum einen misst das outdoor-Labor den Dampf­durchgang der Materialien, zum ­anderen aber auch die Menge an Kondensat (je weniger, desto besser) und die Feuchtigkeitsverteilung auf der Materialinnenseite: Je mehr sich Feuchtigkeit verteilt, desto angenehmer das Klima. Mit diesen Werten und den Ergebnissen des Praxistests wird die Atmungsaktivität bestimmt. Auch die Imprägnierung des Oberstoffs beeinflusst den Klimakomfort: Ein Außengewebe, das kaum Nässe aufnimmt, erhält die Atmungs­aktivität und fühlt sich nicht so klamm an. Die Qualität einer Imprägnierung zeigt sich nach der outdoor-Beregnung. Zusätzlich bestimmt outdoor die Fläche der Tapes und die Menge sich überlappender Materiallagen (Konstruktion): Weniger Tapefläche und Überlappungen bedeuten, dass mehr Feuchtigkeit aus der Jacke entweicht.

Der Praxistest dient als Bewertungsgrundlage für den Tragekomfort. Da­bei benotet die outdoor-Testcrew auch die Handhabung und Ausstattung der Jacken.

Check: Diese Funktionen sollte Ihre zukünftige Jacke haben

Keine Frage, bei ihren Flaggschiffen sparen die Hersteller nicht an der Ausstattung: Alle Testjacken besitzen beispielsweise Kapuzen, die sich über mehrere Verstellmöglichkeiten an den Kopf anpassen lassen und sogar über einen Kletterhelm passen. Welche Features noch zu finden sind und was es zu beachten gibt, lesen Sie hier nach.

OD Jackentest Detail: Pitzips zur besseren Belüftung
outdoor Magazin

Belüftung
Alle Testjacken bieten Ventilationsöffnungen, über die man auf schweißtreibenden Touren zusätzlich Dampf ablassen kann. Am effektivsten sind möglichst lange Achselreißverschlüsse (Pitzips). Auch weite ­Ärmel­bündchen oder mit Netz gefütterte Taschen dienen der Belüftung.

OD Jackentest Detail: Taschen, die sinnvoll plaziert sind
outdoor Magazin

Taschen
Top: Fast alle Testmodelle besitzen Taschen, die vom Rucksackhüftgurt nicht verdeckt werden. Extratipp: Auch wenn ­Taschen dicht halten, verstaut man empfindliche Geräte (Handy oder Digicam) in Gefrierbeuteln – der Inhalt der Taschen wird durch Kondenswasser feucht.

OD Schneefang in einer Jacke
outdoor Magazin

Schneefang
Wer sich erst im tiefsten Powder so richtig wohlfühlt und seine Jacke auch auf Skitouren oder beim Freeriden trägt, sollte auf einen Schneefang achten. Er verhindert, dass es Schnee von unten in die Jacke schiebt. Es gibt ihn bei Marmot, Mountain Equipment und Norrona.

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