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Softshelljacken im Test

Schichtwechsel

Wer in einer Softshell wandern geht, muss unterwegs nur noch in Extremfällen zur Regenjacke greifen. Acht Allround-Softshells mit Kapuze im Test.

Kaum quellen die ersten Wolken übers Sustenjoch, fliegen auch schon feine Schneegrieselflocken durch die Luft, aufs Geröll – und in die erhitzten Gesichter von Jan und Nadine. 1000 Höhenmeter stecken bereits in ihren Beinen, 300 liegen noch vor ihnen. In Softshelljacke und -hose bekleidet steigen sie weiter, springen zuweilen über größere Blöcke und freuen sich auf einen heißen Tee in der nächsten Hütte. »Solange es nicht in Strömen schüttet, kommen wir dort trocken an«, freut sich Jan und zieht die weiche Kapuze ins Gesicht.

Klarer Fall: In 99 Prozent aller Fälle reicht eine Softshelljacke als Wetterschutz völlig aus. Vor allem Modelle mit Kapuze. Sie erlauben es, bei halbwegs sicherer Wetterprognose die Funktionsjacke daheim zu lassen – das spart Gewicht und Platz im Rucksack. Außerdem entfällt unterwegs das nervige An- und wieder Ausziehen bei wechselhaftem Wetter. Und: Softshells tragen sich deutlich komfortabler als die steifen, rascheligen Funktionsjacken, vor allem mit aufgesetzter Kapuze: Der dünne, weiche Softshellstoff beeinträchtigt kaum das Gehör – man kann sich auch bei Sauwetter problemlos unterhalten. Doch welche Soft­shell nehmen? Um das zu klären, hat outdoor acht aktuelle Kapuzensoftshells getestet.

Entwickelt für den Einsatz bei trocken-kühlem bis wechselhaftem Wetter, sollen die 100 bis 260 Euro teuren Modelle vor allem beim Trage- und Klimakomfort punkten. Doch auch der Wetterschutz darf nicht zu kurz kommen: Wind, Nieselregen und kurze Schauer sollen Softshells abhalten, dabei auch etwas vor Kälte schützen. Erst bei richtigem Sauwetter – strömender Regen und peitschende Stürme – endet gemeinhin die Schutzwirkung der weichen Hüllen. Dafür sind sie nicht gemacht, dafür gibt‘s Funktionsjacken.

Rund zwei Monate waren die Soft­shells im Einsatz: bei etlichen Wandertouren in Deutschlands Mittelgebirgen sowie auf Mallorca. Fünf Personen, darunter drei Frauen, beurteilten – stift- und fragebogenbewehrt – Passform, Sitz, die Geschmeidigkeit der Stoffe und den Bewegungsspielraum in den Testshells. Das Jackenklima verglich das Team auf dafür festgelegten Jogging- und Bikerunden, der Regenschutz wurde unter einer speziellen Sprühnebeldusche ermittelt. Damit die werkseitige Imprägnierung – im ungewaschenen Neuzustand besonders wirksam – das Ergebnis nicht verfälscht, mussten vorher alle Modelle drei Maschinenwaschgänge hinter sich bringen.

Echte Ausreißer zeigten sich im Test nicht, absolute Überflieger aber auch nicht. Jede Jacke hat Stärken, aber auch Schwächen. Fünf Modelle sind besonders empfehlenswert. Für welches man sich entscheidet, bestimmen individuelle Anforderungen und Geldbeutel.

Wanderer sollten sich vor allem zwei Modelle anschauen: Bergans Ramberg für 219 Euro und Millet Super Touring Jacket – mit 260 Euro teuerste im Test. Beide eignen sich perfekt für Fluchten ins Wanderwochenende: Sie tragen sich weich, lassen sich einwandfrei handhaben und bieten auch mit umgeschnalltem Rucksackhüftgurt genügend Platz in ihren Taschen. Ihre Ärmelabschlüsse lassen sich weit öffnen – gut fürs Jackenklima oder wenn man die Ärmel bis zum Ellbogen hochschieben möchte. Kommt man ins Schwitzen, kann man bei Bergans Achselreißverschlüsse öffnen – das kühlt. Bei der Millet ist das dank des leichten Polartec-Powershield-Materials erst bei hohen Temperaturen nötig. Und der Nässeschutz? In beiden Modellen übersteht man kurze Regenschauer trocken, selbst längere Nieselregenattacken sind in ihnen kein Problem. Wer noch mehr Wetterschutz braucht, sollte zum Patagonia-Modell greifen – muss aber in puntco Tragekomfort Abstriche in Kauf nehmen – ihr Material ist ziemlich steif und raschelig.

Wer sportlich unterwegs ist – sei es auf dem Bike, beim Bergsteigen oder Trailrunning – sollte sich die Modelle von Adidas, Mountain Equipment und The North Face ansehen. Sie bestehen aus weichem, kaum gefüttertem, hochelastischem Material. Selbst bei stark schweißtreibenden Aktivitäten bleibt ihr Jackenklima im Lot, Bewegungsfreiheit gibt‘s mehr als genug. Auch der Nässeschutz der drei Sportler liegt auf hohem Niveau – zumindest für einen halbstündigen Nieselregen reicht er. Erfreulich: Während die Mountain Equipment nicht unter 200 Euro zu haben ist, gibt‘s die Adidas schon für 100. Dafür muss man allerdings die unschön auffasernden Flachnähte des Herrenmodells in Kauf nehmen (Damenmodell kommt ohne Flachnähte aus). Die The North Face liegt mit 180 Euro preislich dazwischen, ihre hauchdünne, schirmlose Kapuze schützt kaum vor Nässe, lässt sich aber gut als Kälte- und Windschutz unter einem Helm tragen – für Biker und Bergsteiger ideal.

Sie starten auch bei üblen Wetterprognosen ins Wochenende und gehen auch bei Regen laufen? Dann sollten Sie zusätzlich zur Soft­shelljacke auch die Funktionsjacke mitnehmen, denn beim Nässeschutz – und nur hier – liegt sie immer noch vorn.

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Die Softshells im Detail:

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Gute Kapuzensoftshells schützen fast genauso vor Wind und Wolkenbruch wie...

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