The Green Issue
Top-Thema
Jack Wolfskin Super DWR Imprägnierung Jack Wolfskin

Jack Wolfskin Super DWR

PFC-freie Imprägnierung - auch bei Fleece

»Super DWR« hat Hersteller Jack Wolfskin seine neue umweltschonende Imprägnierung getauft. Der Clou: Sie funktioniert auch bei Fleece-Stoffen.

Mit ziemlich hohem Druck spritzt das Wasser aus den Duschköpfen einer Sporthalle in Idstein am Taunus. Darunter steht bekleidet in voller Montur: Daniele Grasso, der Director Apparel und zugleich Leiter des Design-Teams bei Jack Wolfskin. Er unterzieht die neu entwickelte »Super DWR«-Imprägnierung einem unorthodoxen persönlichen Härtetest. »Sensationell!« Grasso dreht den Hahn zu und schüttelt ein paar letzte Tropfen von seinem Eagle Peak Jacket, das erstmals zur Sommersaison in den Handel kommt. »Unsere neue Imprägnierung funktioniert sowohl auf diesem gewebten Stoff einer Hardshell als auch auf dem gestrickten Fleece aus Nanuk Dynamic, das wir für unsere Hydro Jackets verwenden.« Super DWR nennt Jack Wolfskin diese Technologie.

Jack Wolfskin Hydro Hooded Light Jacket
Jack Wolfskin
Die Fleece-Jacke Hydro Hooded Light Jacket aus dem elastischen Material Nanuk Dynamic erweist sich durch ihre PFC-freie Super-DWR-Imprägnierung als stark wasserabweisend und zugleich atmungsaktiv. Sagt der Wetterbericht keinen oder leichten Niederschlag voraus, kann man zusätzlichen Regenschutz also getrost zu Hause lassen. Die leicht windabweisende Jacke besitzt außerdem einen UV-Schutz 40 plus – perfekt zum Beispiel für Touren in höheren Gebirgsregionen. Ihr Obermaterial fühlt sich veloursartig an, während ihre Innenseite gebürstet und dadurch besonders weich und warm ist. Größe S für Frauen wiegt nur 293 Gramm, Größe M für Männer 347 Gramm. Für kältere Tage bieten sich das Hydro Jacket und das Hydro Hooded Jacket an. Der Preis für das Hydro Hooded Light Jacket: 119,95 Euro.

Das Ungewöhnliche: Die einzelnen Fasern, aus denen später das Garn entsteht, werden unter hohem Druck und ohne Wassereinsatz mit einer dünnen, haltbaren, stark wasserabweisenden Schicht überzogen, auf Englisch »Durable Water Repellency« (DWR). Bei üblichen Imprägnierungen hingegen behandeln Hersteller nur die Oberfläche. Zwei Jahre hat Grasso mit seinem Team und im Austausch mit Lieferanten daran gearbeitet, die Leistung PFC-freier Technologien weiterzuentwickeln. Mit Super DWR soll die wasserabweisende Performance ohne umweltschädliche per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) nun eine neue Bestmarke erreichen. Das Wasser perlt nicht nur genauso gut ab wie auf Textilien, die mit PFC-haltigen Mitteln behandelt sind.

»Die Imprägnierung ist sechs Mal langlebiger als bei bisherigen PFC-freien Methoden, weil die Beschichtung die Fasern so fest umhüllt«, sagt Grasso. »Nach über 18 Waschgängen liegt die wasserabweisende Funktion noch bei 70 Prozent.« So wird weniger Nachimprägnierungschemie benötigt. Und sollte diese doch einmal erforderlich sein, bietet Jack Wolfskin PFC-freie Einwasch- und Spray-Lösungen sowie einen Re-Imprägnierungs-Service.

PFC-Verzicht rückt in greifbare Nähe

Zur Sommersaison erscheint ein leichtes Modell der Fleece-Jacke auf dem Markt, das Hydro Hooded Light Jacket. Außerdem rüstet Jack Wolfskin neben dem Eagle Peak Jacket erstmalig weitere Hardshells mit Super DWR aus. Bereits 2019 erreichte das Unternehmen das langjährige Ziel, bei Bekleidung, Taschen und Rucksäcken ganz auf PFC zu verzichten – ein Jahr früher als geplant. Diesen Sommer kommen auch Zelte und Accessoires dazu.

Jack Wolfskin / Maximilian Prechtel

Recycling gewinnt an Bedeutung

»Mit Entwicklung eines PFC-freien Laminats für wasserdichte Jacken haben wir den ersten Meilenstein gesetzt«, resümiert Melanie Kuntnawitz, Head of Vendor Control, die bei Jack Wolfskin die Nachhaltigkeitsthemen verantwortet. Mit Texapore Ecosphere aus recyceltem Polyester sei mit der Frühjahrskollektion 2018 der zweite gefolgt: »Uns ist es gelungen, PFC-freie, hochfunktionale Regenbekleidung aus wiederverwerteten Kunststoffen herzustellen.« Deren Oberstoff und Innenfutter produziert das Unternehmen komplett aus recycelten PET-Flaschen. Die Membran mit einer Wassersäule von 20 000 Millimetern und einer Atmungsaktivität von über 15 000 Gramm pro Quadratmeter entsteht aus wiederverwerteten Schnittabfällen aus der Produktion. »Upcycling funktioniert auch bei Hightech- Produkten und ist eine sehr gute Ergänzung zum Zero-Waste- Prozess«, sagt Kuntnawitz. Um noch mehr Kleidungsstücke mit der Texapore-Ecosphere-Membran auszustatten, werden dem Material nun erstmals 15 Prozent recycelte PET-Flaschen beigemischt – das geht problemlos ohne Qualitätseinbußen.

Kurzum: Recycling gewinnt bei Jack Wolfskin immer stärker an Relevanz. Bei 38 Styles aus der Sommerkollektion bestehen die Hauptstoffe vollständig aus wiederverwerteten Materialien, zunehmend fallen auch Kleinteile wie Reißverschlüsse und Knöpfe in diese Kategorie. Auf 15 Millionen Plastikflaschen – aus Abfallsammlungen wie aus Meeresmüll – summiert sich das recycelte PET der vergangenen drei Jahre. Auch Neuentwicklungen wie die Microguard-Ecosphere-Kunstfaserfüllung und das Nanuk-Ecosphere-Fleece werden daraus gefertigt.

Zugleich arbeitet das Unternehmen im Microfiber Consortium an Lösungen zur Verminderung von Mikroplastik. »Innovationen und Nachhaltigkeit gehen bei Jack Wolfskin Hand in Hand«, so Melanie Kuntnawitz. »Hightech und Umweltschutz – das ist für uns kein Gegensatz, sondern der Weg in die Zukunft.« Mehr Infos auf jack-wolfskin.de

Mehr zum Thema The Green Issue
Lowa Wanderschuhe
Nachhaltigkeit
Tatonka
Nachhaltigkeit
Arctic Fox - Fjällräven
Szene
Marmot Regenjacke
Nachhaltigkeit