OD Fliegende Jacke Jackentest Studio Nordbahnhof

10 Dreilagenjacken im Test - Plus: Check zum Jackenkauf

Leicht und stark

Die neuen Dreilagenjacken sind wahre Alleskönner: Sie sind leicht, aber robust und verbinden Wetterschutz mit Komfort. outdoor hat die besten Modelle ermittelt.

Die perfekte Funktionsjacke hält einem Wind und Wetter vom Leib und trägt sich selbst auf schweißtreiben­den Berg- oder Trekkingtouren angenehm. Außerdem wiegt sie wenig und lässt sich klein verpacken, damit sie bei schönem Wetter im Rucksack wenig Platz wegnimmt und nicht zur Last fällt. Bei härteren Einsätzen muss das Material dornigen Büschen, rauen Felsen und scheuernden Rucksack­riemen standhalten. Diese zum Teil sehr gegensätzlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen, ist keine leichte Aufgabe.

Doch leichte Dreilagenjacken erfüllen diese Aufgabe mit Bravour, das zeigt der aktuelle outdoor-Test von zehn Dreilagenmodellen ­unter 500 Gramm. Neben den neuesten Materialien steckt das ­geballte Wissen der Outdoor-Hersteller in den Testjacken. Das zeigt sich beispielsweise im Wetter­schutz-Check: Selbst als den Testern der Wind um die Ohren pfeift und sintflutartige Regengüsse auf sie herunterprasseln, geht die gute Laune nicht flöten. Denn in den zehn Testmodellen fühlt man sich selbst unter widrigen Bedingungen sehr sicher. Das bestätigt auch die ­outdoor-Powerbe­re­gnung im Labor, die alle zehn Jacken über­stehen, ohne in die Knie zu gehen. Dabei stellt dieser Extremtest höchste Anforderun­gen an die Regendichtigkeit ­einer Funktionsjacke – er ­simuliert ­einen mehrstündigen, sturmgepeitschten Wolkenbruch.

Beim Praxistest müssen die Testkandidaten außerdem zeigen, wie bequem sie sind. Hier kommt die Testcrew ebenfalls ins Schwärmen: »Dank aufwendiger Schnitte meistern neun der zehn Testjacken selbst Kletterpassagen, ohne dass man sich wie in einer Zwangsjacke fühlt«, freut sich outdoor-Test­redakteur Boris Gnielka. Sogar die Kapuzen sitzen durchweg gut – keine Selbstverständlichkeit, wie outdoor aus langjähriger Erfahrung weiß. Und keine Nebensache, denn schlecht sitzende Kapuzen rauben die Sicht. Mit einer guten Kapu­­ze behält man dagegen den Überblick – was mit dazu beiträgt, dass die gute Laune bei schlechtem Wetter nicht auf der Strecke bleibt.

Und wie sieht es mit dem Bedienkomfort der Jacken aus? Wie gut laufen Zipper und Schnürzüge? Lassen sich diese selbst mit Handschuhen verstellen? Sitzen die Taschen richtig? Sie sollten so positioniert sein, dass man sie noch mit angelegtem Rucksackhüftgürt nutzen kann. Oder drückt der Gurt dann auf den Tascheninhalt? In diesen Punkten gibt sich kaum ein Testmodell eine Blöße – das darf bei einem Durchschnittspreis des Testfelds von über 400 Euro aber erwartet werden.

Optimalen Komfort bietet eine Jacke allerdings nur dann, wenn man selbst bergauf nicht heiß läuft. Deshalb quält sich die outdoor-Testcrew unzählige deftige Anstiege hinauf – so zeigt sich schnell, ob man im eigenen Saft schmort oder genügend Feuchtigkeit aus der Jacke entweicht. Das beeindruckende Ergebnis: Alle Testjacken eignen sich für sehr anstrengende Berg- und Hochtouren oder mehrwöchige Treks mit wirklich schwerem Gepäck.

Auf der nächsten Seite: Die Stärken und Schwächen der Jacken

OD Salewa Kyle GTX Jacket
Regenjacken
OD RAB Super Dru Jacket
Regenjacken
OD Patagonia Grade VI Jacket
Regenjacken
OD Outdoor Research Mentor Jacket Jacket
Regenjacken
OD Norrona Falketind Pro Shell Jacket
Regenjacken
OD MTN. Equipment Morpheus Jacket Jacket
Regenjacken
OD Mammut Zenith Jacket
Regenjacken
OD Integral Designs Thru Hiker Jacket
Regenjacken
OD Haglöfs Spitz/Spitz Q Jacke
Regenjacken
OD Arcteryx Alpha LT Jacke
Regenjacken

Leicht und stark - die Stärken und Schwächen der Modelle

Das liegt einerseits an der Verarbeitung sehr atmungsaktiver Materialien, zum Beispiel des neuen Gore-Tex Pro Shell oder des noch etwas atmungsaktiveren Event-Materials. Wie viel Feuchtigkeit aus der Jacke tatsächlich entweicht, hängt zudem von ihrer Konstruktion ab. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, wie viel Platz die Bänder (Tapes) verdecken, mit deren Hilfe die Nähte wasserdicht verklebt werden – an ihnen entweicht keine Feuchtigkeit. Daher kommen immer schmalere Tapes zum Einsatz: Beim Arc’teryx-Modell beispielsweise messen diese zum Teil nur noch sieben Millimeter – ein Drittel der üblichen Breite. »Außerdem braucht eine Jacke Ventilationsöffnungen«, schnauft ­outdoor-Tester Hansi Rath – und reißt die Belüftungsreißverschlüsse in den Achseln seiner Jacke auf, die sogenannten Pitzips. Dadurch entweicht zusätzlich Feuchtigkeit und Hitze – so wie wenn man zum Lüften das Fenster öffnet. Auch weit zu öffnende Ärmelbündchen helfen und mit Netz gefütterte Taschen.

Schwachpunkte finden sich im Testfeld somit kaum, trotzdem besitzt jede Jacke mehr oder weniger ausgeprägte Stärken. Überlegen Sie sich deshalb gut, welche Punkte Ihnen besonders am Herz liegen – schließlich müssen Sie für eine der empfehlenswerten Jacken mindestens 300 Euro auf den Tisch blättern.

Trekker, Bergsteiger und Kletterer, die mit jedem Gramm geizen, werden vor allem mit zwei Modellen glücklich. Das Thru Hiker Jacket von Integral Designs glänzt mit dem niedrigsten Gewicht und kleinsten Packmaß im Test: Mit 310 Gramm wildert es sogar im Terrain der Ultraleichtjacken. Gleichzeitig bietet es einen sehr guten Wetterschutz und Klimakomfort. Die spartanische Ausstattung erfreut hingegen nur Minimalisten, so gibt es beispielsweise nur eine Tasche. Bei der 350 Gramm leichten Arc’teryx Alpha LT muss der Anwender dagegen auf nichts verzichten: Neben drei Taschen bietet sie sogar lange Pitzips. Außerdem trägt sie sich angenehm und schützt sehr gut vor Wind und Wetter. Ihr größter Nachteil: der deftige, aber angemessene Preis von 500 Euro.

Die Super Dru von Rab hingegen punktet mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test. Für 349 Euro bietet sie hohen Komfort und sehr guten Wetterschutz. Mit einem Gewicht von 400 Gramm wiegt sie nicht allzu viel und eignet sich sowohl zum Trekking als auch für Hoch- oder Klettertouren. Das Falketind Pro Shell Jacket von Norrona wiederum ist optimal für extremste Witterung, denn der große, steife und weit heruntergezogene Kapuzenschild und der hohe Kragen schützen Gesicht und Wangen sogar bei Winterstürmen.

Das sehr gut schützende Mentor Jacket von Outdoor Research punket mit dem besten Klima im Test – ideal für Leute, die auf Tour ­alles geben. Außerdem trägt es sich weich und geschmeidig. Auch der Preis überzeugt: 420 ­Euro ist diese vielseitige und reichhaltig ausge­stattete Jacke allemal wert. Die Haglöfs Spitz schließlich beeindruckt durch Strapazierfähigkeit und vereint Wetterschutz mit Komfort. Nur für Klettereinsätze eignet sie sich weniger: die Kapuze passt nicht über einen Helm.
Fazit: Dreilagenjacken waren noch nie so komfortabel und leistungsstark – gut zu wissen, wenn es mal hart auf hart kommt.

OD Mammut Zenith Jacket
outdoor
Belüftung an den richtigen Stellen: die sogenannten Pitzips helfen dabei.

Info-Spezial zum Test - Material und Funktionsweise von Dreilagenjacken

Schichtarbeit: Alle atmungsaktiven, wasserdichten Funktionsmaterialien bestehen mindestens aus zwei miteinander verbundenen Schichten (Laminat) – dem Außen- oder Oberstoff und der hauchdünnen wasserdichten, atmungs­aktiven Schicht auf der Innenseite des Oberstoffs. Um die atmungsaktive, dünne Barriere vor Beschädigungen zu schützen, besaßen die ersten Funktionsjacken ein (Netz-)Futter. Dieses Prinzip kommt auch heute noch bei den sogenannten Zwei­lagenjacken zum Einsatz.

OD Gore Tex Pro-Shell-Innenseite
Frank Wacker / outdoor
Extrem robust: Die Gore-Tex-Pro-Shell- Innenseite.
OD Wasserabweisend
Frank Wacker / outdoor
Stark wasserabweisender Stoff einer Dreilagenjacke.

Weniger ist mehr: Findige Köpfe stellten dann fest, dass die Jacken strapazierfähiger, leichter und kleiner verpackbar werden, wenn man das Futter auch noch mit den anderen beiden Lagen verklebt. Das war die Geburtsstunde der Dreilagenjacken. Anfangs waren diese noch extrem steif, doch moderne Dreilagenjacken haben mit den Stoffpanzern vergangener Tage nichts mehr gemein: Dank leichterer Stoffe tragen sich die Testmodelle weich und geschmeidig.

Vorsprung dank Technik: Durch immer fortschrittlichere Materialien werden Dreilagenjacken immer besser. Die Imprägnierung des Außenstoffs bespielsweise hält im Schnitt spürbar länger – und das erhält die Atmungsaktivität bei Regen. Event bietet die derzeit atmungs­aktivste Membran, der Futterstoff bei Gore-Tex Pro Shell punktet mit der höchsten Abriebsfestigkeit aller Dreilagenmaterialien – gute Gründe für eine neue Jacke, oder nicht?

Info-Spezial zum Test - Check zum Jackenkauf

Kapuze
Eine gute Kapuze drückt nicht und lässt sich über zwei bis drei Schnürzüge exakt an den Kopf anpassen. Dadurch macht sie Kopfbewegungen mit – das verhindert, dass man in die Kapuzenröhre schaut, sobald man den Kopf dreht. Achten Sie außer­dem auf einen großen, versteiften Schild. Im Idealfall bildet dieser vor dem Gesicht einen Tunnel, dann sind Wangen, Nase und Stirn selbst bei extremer Witterung optimal geschützt.

Kragen
Ein steifer, bis knapp unter die Nase reichender Kragen gehört auch zur Pflichtausstattung. Hinter ihm kann man sich bei stürmischem Wetter verkriechen und getrost auf besseres Wetter warten.

OD Kapuze und Kragen Dreilagenjacke
Frank Wacker / outdoor
Wenn Kapuze oder Kragen nicht gut passen, ist es mit dem Regenschutz schnell dahin.
OD Ventilation und Taschen Dreilagenjacke
Frank Wacker / outdoor
Belüftung und Stauraum gehören zu einer guten Jacke.

Belüftung
Zusätzliche Ventilationsmöglichkeiten steigern den Klimakomfort enorm. Am effektivsten funktionieren Reißverschlüsse in den Achseln (Pitzips). Je länger diese sind, desto besser. Auch weit zu öffnende Ärmelbündchen eignen sich zur Belüftung. Das Optimum stellen Ärmelbündchen dar, die sich bis zu den Ellenbogen hochschieben lassen.

Taschen
Eine Brusttasche ist Pflicht, zwei sind besser. Reichen Taschen bis zum Saum, drückt der Rucksackhüftgurt auf den Inhalt – damit fallen sie als Stauraum aus. Taschen, die vom Körper nur durch ein Netzfutter getrennt sind, eignen sich ohne Inhalt als Ventilationsöffnungen.

Schnitt
Gute Funk­tionsjacken machen jede Be­wegung mit, ohne dass es an den Ellenbogen, unter den Achseln oder am Rücken spannt. Ein langer Schnitt schützt ohne Regenhose besser, kann bergauf oder beim Klettern behindern. Jacken mit einem verlängerten Rückenteil sind ein guter Kompromiss.

Weitere Tests:

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