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Atmungsaktive Regenjacken im Test: Dreilagenjacken

Gegen Wind und Wetter: Regenjacken im Test 2012

Sie gelten als der ultimative Wetterschutz. Wer eine Regenjacke kaufen will, fragt sich: Werden die neuen Regenjacken dem Anspruch gerecht? Wie schlagen sich die aktuellen Top-Modelle unter den atmungsaktiven Outdoor-Regenjacken in unserem Härtetest?

Hinweis: Einen tagesaktuellen Preisvergleich zu den hier getesteten Regenjacken finden Sie unten auf dieser Seite.

Sie wollen eine wasserdichte und atmungsaktive Regenjacke kaufen? Hier erklären wir, worauf Sie beim Kauf Ihrer Regenjacke beachten müssen.

Wenn es so etwas wie die perfekte Regenjacke gibt, dann sollte sie in diesem Testfeld zu finden sein: Dreilagenjacken sind die Flaggschiffe der Hersteller und die erste Wahl von Expeditionsbergsteigern, Profialpinisten und ambitionierten Wanderern. Sie trotzen Wolkenbrüchen, Stürmen und rauem Fels, kein anderer Jackentyp bietet so viel Wetterschutz und Robustheit bei so wenig Gewicht.

Der Trick: Die Hersteller kleben das Futter schon bei der Materialherstellung auf, anstatt es wie bei Zweilagenjacken lose in die Jacke einzuhängen. Dadurch entsteht ein dreilagiges Sandwich (Dreilagenlaminat), das den hauchdünnen wasserdichten, atmungsaktiven Film (Membran) optimal schützt, der zwischen Außenstoff und Futter liegt. Außerdem verstärken sich die drei Schichten - so bilden schon leichte Stoffe erstaunlich strapazierfähige Laminate.

12 Regenjacken im Test

Wenn Sie nicht Ihre erste Regenjacke kaufen, dann wissen Sie, dass es Unterschiede bei Qualität, Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität gibt. In unserem Test der besten Regenjacken gehen wir auf diese Unterschiede ein.

Zwölf aktuelle Dreilagenjacken haben wir in den Labor- und Praxistest geschickt, von der Fjällräven Eco-Trail für 300 Euro bis hin zur Arcteryx Alpha SV, die mehr als das Doppelte kostet. Die 3L-Jacken wiegen im Schnitt gerade einmal 515 Gramm, ihr durchschnittliches Packvolumen liegt bei 1,8 Liter.

Schnell zeigt sich: Nicht alle Materialien sind so haltbar wie erwartet. Die für die Langlebigkeit der Regenjacken so wichtige Abriebfestigkeit einiger Außen- und Innengewebe könnte höher sein. So wies der Oberstoff bei vier Regenjacken-Kandidaten nach wenigen Scheuerzyklen Abnutzungserscheinungen auf, ein Futter geht sofort in die Knie. Acht Outdoorjacken, darunter auch die beiden günstigsten, überstehen die Tortur im Labor aber ohne Blessuren.

Trotzdem gibt es zwischen den Jacken Unterschiede: "Die Dicke des Oberstoffs variiert", verrät Testredakteur Boris Gnielka. Da sind zum einen Arbeitstiere wie die Alpha SV, die sich für den täglichen Einsatz unter härtesten Bedingungen eignet. Der dicht gewebte Oberstoff der Regenjacke ist nicht nur enorm abrieb- und reißfest, er verhindert auch, dass sich feinste Sandpartikel auf der Membran ablagern und sie mit der Zeit durchscheuern. Selbst Details wie die Klemmverschlüsse am Saum hat der Hersteller auf maximale Haltbarkeit getrimmt: Schaumstoffpolster reduzieren beim Gehen die Reibung der Verschlüsse auf dem Stoff. Trotzdem wiegt die Alpha SV nur 485 Gramm – und meldet schon einmal Anspruch auf die Krone als Königin der Regenjacken an.

Fünf Allround-Regenjacken im Testfeld

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Hersteller
Bollwerk gegen Wind und Wetter: die Arcteryx Alpha SV.

Doch die machen ihr die fünf Allrounder im Testfeld streitig. Diese Regenjacken sind nicht ganz so robust, fühlen sich durch die etwas dünneren Materialien aber spürbar weicher an und rascheln weniger. "Sie dürften für die meisten Anwender die beste Wahl sein, denn längere Trekking- oder Bergtouren überstehen auch sie problemlos", sagt Boris Gnielka. Sehr gute Noten für den Tragekomfort bekommen unter anderem die Berghaus Kangchenjunga, das günstige Fjällräven Eco-Trail Jacket und die Zero von The North Face, weil sie durch ihre hervorragenden Schnitte selbst beim Klettern nicht einengen.

Noch geschmeidiger als diese beiden Regenjacken trägt sich im Leichtgewicht Test, das Guide Jacket (380 Gramm) vom tschechischen Bergsportspezialisten Directalpine – ein weiterer Titelaspirant? Wenn es um Tages- und Wochenendtouren geht, dann schon, denn da kommt es auf ein möglichst geringes Gewicht und Packmaß des Wetterschutzes an. Für wochenlange Treks eignet sich die Regenjacke Directalpine Guide, mit 350 Euro eine der preiswertesten Jacken im Test, durch ihren sehr leichten Oberstoff aber weniger. Auch im Alltagseinsatz hat Directalpine Guide nichts verloren – er beansprucht Regenjacken über die Jahre hinweg ähnlich stark wie die harschesten Expeditionen. Wenn Sie eine Regenjacke kaufen wollen, ist es also sinnvoll, sich vorher klar zu machen, wofür Sie Ihre Regenjacke nutzen wollen.

Im Klimatest gibt sich keine der atmungsaktiven Regenjacken Blößen. "Das gesamte Feld liegt auf einem erfreulich hohen Niveau: Es gibt kaum Schwächen, sondern nur mehr oder weniger ausgeprägte Stärken", fasst Boris Gnielka die Ergebnisse zusammen. Alle Materialien punkten im outdoor-Labor mit einer sehr guten bis überragenden Atmungsaktivität. Zusätzlich besitzen sämtliche Test-Regenjacken gut funktionierende Belüftungen, die für einen kühlenden Luftaustausch sorgen. Top: Das Outdoor Research Mentor Jacket – es zeigt, was in Sachen Belüftung möglich ist. Ventilationsreißverschlüsse, die vom Oberarm über die Achseln bis zum Saum laufen, das ist schon edel, bei Bedarf lässt sich die atmungsaktive Regenjacke fast so luftig wie ein Poncho tragen. Zusätzlich bietet die Outdoor Research Mentor Taschen mit Netzfutter. "Sie dienen nicht allein zur Belüftung", erklärt Boris Gnielka, "sondern eliminieren auch übereinanderliegende Materiallagen, die die Atmungsaktivität der Regenjacke mindern würden."

Ebenfalls gut fürs Klima: möglichst wenig Tapes. Die Hersteller setzen sie ein, um Nähte der Regenjacken dicht zu halten, allerdings kann über sie auch keine Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen. Kein unerheblicher Faktor, denn selbst bei der Directalpine Guide, der Jacke mit dem wenigsten Tape, kommt eine Fläche von 2,5 DIN-A4-Blättern zusammen - und damit liegt sie gut 30 Prozent unter dem Durchschnitt. Auch eine möglichst dauerhafte Imprägnierung hat großen Einfluss auf die Atmungsaktivität der Regenjacke, denn sie bleibt erhalten, wenn der Oberstoff sich nicht vollsaugt. Hier setzt die Arcteryx Alpha SV neue Maßstäbe. Doch auch bei den meisten anderen Dreilagenjacken perlt Wasser selbst nach zehn Wäschen noch gut ab.

Alle Testergebnisse im Überblick finden Sie auf Seite 2 und in der Fotostrecke oben

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Regenjacken (sofern Angebote vorhanden)

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Testfazit & Ergebnisse

Zwar überstehen alle Funktionsjacken die Powerberegnung, ohne baden zu gehen. Doch weil es hier und da ein paar Stellen gibt, an denen Feuchtigkeit nach innen zieht (Saugeffekte), bleibt nur ein halbes Dutzend Topperformer. Zu denen gehört die Berghaus Kangchenjunga. Die Funktionsjacke schützt nicht nur perfekt gegen Nässe, ihr mächtiger Kragen und der große versteifte Schild bilden zudem ein Bollwerk gegen eisigen Wind. Dicht auf den Fersen folgen unter anderem die Jacken von Arcteryx, Outdoor Research, Fjällräven und Directalpine sowie das Damenmodell von The North Face.

Fazit: "Den einen Alleskönner gibt es nicht – aber einige Topmodelle für unterschiedliche Einsätze", bringt es Boris Gnielka auf den Punkt. Wer eine extrem robuste Outdoorjacke sucht, die beim Dauergebrauch nicht in die Knie geht, greift zur Arcteryx Alpha SV. Die Allrounder von Berghaus, Outdoor Research und Fjällräven sowie die Damenjacke von The North Face sind nicht ganz so hart im Nehmen, bieten aber mehr Komfort - und kosten deutlich weniger. Das Leichtgewicht von Directalpine wiederum ist für alle ideal, die einen funktionellen, sehr komfortablen Wetterschutz für Tages- und Wochenendtouren möchten.

Outdoorjacken im Test 2012 - Dreilagenjacken

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Die Ergebnisse des Dreilagenjackentests im Überblick:

Jacke / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Arcteryx Alpha SV 680 Euro Überragend
Bergans Stryn 640 Euro Gut
Berghaus Kangchenjunga 450 Euro Sehr gut
Directalpine Guide 350 Euro Sehr gut
Fjällraven Eco Trail 30 Euro Sehr gut
Haglöfs Spirit 400 Euro Gut
Mammut Thrilltrip 500 Euro Gut
Marmot Cerro 500 Euro Gut
Mountain Hardware Drystein II 500 Euro Gut
The North Face Zero 400 Euro Sehr gut
Vaude Aletsch 400 Euro Befriedigend//

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Regenjacken (sofern Angebote vorhanden)

Diese Kriterien gelten bei outdoor-Jackentests

Wetterschutz:
Hier fließen die Ergebnisse der outdoor-Powerberegnung mit ein, die einen mehrstündigen, sturmgetriebenen Wolkenbruch simuliert. Zuvor werden die Testjacken aber zehn Mal gewaschen – das entspricht dem Dauergebrauch mehrerer Monate und zeigt, wie haltbar die Imprägnierung ist oder ob die zur Abdichtung der Nähte aufgebrachten Bänder (Tapes) halten. In der Praxis benoten die Tester den Windschutz von Kapuze und Kragen. Im Idealfall bildet der Kapuzenschild eine Röhre, der Kragen reicht bis zur Nase, und die Kapuze dichtet um die Wangen herum ab.

Komfort:
Im Praxiseinsatz bei Wanderungen, Mehrtagestouren und beim Klettern bewertet die Testcrew, wie geschmeidig sich die Jacken tragen und ob Schnürzüge, Zipper oder Stoffkanten unangenehm drücken. Außerdem wird beurteilt, wie viel Bewegungsfreiheit die Testmodelle lassen. Auch die Kapuzen werden überprüft: Gute Modelle sind komfortabel, lassen sich exakt an den Kopf anpassen und machen Kopfdrehungen mit. Zum Schluss steht die Handhabung auf der Checkliste: Laufen beispielsweise Züge und Zipper gut? Kann man sie auch mit dicken Handschuhen einfach bedienen?

Klima:
Es zählt zum Kriterium »Komfort« und wird in einem mehrstufigen Prozess ermittelt. Denn bei ihm kommt es nicht nur auf den Dampfdurchgang des Materials an, sondern vielmehr auf die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und weiterzutransportieren. Eine möglichst dauerhafte Imprägnierung erhält bei Regen die Atmungsaktivität. Außerdem wirken sich Belüftungsöffnungen positiv aufs Klima aus. Und je weniger Tapes und doppelte Materiallagen (Konstruktion), desto besser das Klima.

Qualität:
Neben der Verarbeitung zählt zum Beispiel auch die Strapazierfähigkeit des Oberstoffes und die Qualität der Reißverschlüsse.

Outdoorjacken im Test 2012 - Dreilagenjacken

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