OD-1212-Softshelljacken-Test-Herbst Winter 2012 Ben Wiesenfarth
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Die Softshelljacken des Jahres 2012 im Test

Eine für Alles: Softshelljacken im Test

Softshells gelten als Alleskönner, die vor Kälte, Nieselregen und Wind schützen, sich dabei aber so kuschelig tragen wie ein Fleecepulli. Ob Sie auch gegen Wind und Nässe gewappnet sind, zeigt der Softshelljacken-Herbst-Test 2012.

Hinweis: Einen tagesaktuellen Preisvergleich zu den hier getesteten Softshelljacken finden Sie unten auf dieser Seite.

Geschwungene Weiden, ein wilder Mischwald und 30 Meter hohe Kalkfelsen, von denen der Blick auf eine weite Tiefebene schweift: Die Schwäbische Alb zählt zu den besten Wanderregionen Deutschlands. Erst recht im Herbst, wenn Millionen Laub bäume förmlich in Flammen stehen, Wiesen im morgendlichen Raureif glitzern und frischer Wind immer wieder Hochnebelfelder über die Landschaft treibt.

Blauer Himmel, Nebel und Nieselregen wechseln dann im Viertelstundentakt, Wanderer im gleichen Rhythmus ihre Regenjacke gegen Fleecepulli oder Windbreaker. Nur eine kleine Gruppe nimmt die Wetterkapriolen gelassen: die Tester des outdoor-Magazins. Beladen mit Rucksack, Zelt und den neuesten Softshelljacken, wollen sie zwei Tage über die Hochfläche trekken.

Ihr Auftrag: Die Leistungsfähigkeit der neuen Softshelljacken prüfen. Besseres Wetter können sie sich nicht wünschen, denn Softshells sind genau für solch wechselhaftes Wetter geschaffen. Funktionieren die Softshelljacken, wie sie sollen, halten sie Wind, Kälte und Nässe gleichermaßen ab und tragen sich dabei so komfortabel wie ein Fleecepulli.

Bunte Vielfalt: Der Softshell-Test 2012

"Das ist ja mal eine richtig bunte Auswahl", staunt Tester Felix Wiedmann, als er die vielen Softshelljacken sieht, die vor dem Abmarsch auf die Rucksäcke zu verteilen sind. Doch nicht nur in der Farbe unterscheiden sich die neuen Softshelljacken stark, auch im Material und Griff. Zwei fallen besonders auf: die extrem weiche Mountain Equipment Pulsar mit ihrem langfaserigen Kuschelfleecefutter und die vergleichsweise steife Softshelljacke Mountain Hardwear Trinity. Während die Mountain Equipment Pulsar nicht ganz winddicht ist, besitzt die Mountain Hardwear Trinity sogar einen komplett wasserdicht verklebten Außenstoff aus Dry.Q Core. Die restlichen acht Softshelljacken bestehen zumeist aus herkömmlichen Windstopperstoffen. Preislich liegen sie zwischen 190 und 300 Euro, eine Kapuze gegen Zugluft und Nässe haben alle Probanden.

Dem Softshell-Komfort auf der Spur

Die erste Etappe führt die outdoor-Tester zur Burgruine Hohenurach. Noch scheint die Sonne kräftig vom Himmel, weswegen das Team zuerst das Jackenhandling untersucht. Den Rucksack geschultert, prüfen sie die Leichtgängigkeit der Reißverschlüsse, den Taschen stauraum und die Bedienung der Kordelstopper an Saum, Kragen und Kapuze. Kritik erntet vor allem die Mountain Hardwear Trinity. "Die Reißverschlüsse lassen sich hier kaum bewegen, außerdem werden die Taschen vom Rucksack-Hüftgurt verdeckt, so dass sie auf Tour nicht zugänglich sind", fasst Tester Felix Wiedmann die Eindrücke der Crew zusammen. Besonders positiv fällt hingegen das Adidas Windstopper Hooded auf, an dem in puncto Handling und Ausstattung alles stimmt.

Von der Burgruine Hohenurach geht es ins Tal und von dort wieder steil hinauf zum Albtrauf. Eine gute Gelegenheit, den Klimakomfort der Softshelljacken unter die Lupe zu nehmen. Zur besseren Vergleichbarkeit schließen die Tester dazu die Frontzipper der Jacken und wechseln die Modelle immer wieder durch. "Ärmelbündchen und die Ventilationsöffnungen unter den Achseln dürft ihr ruhig öffnen, das wäre ja auch im Regen problemlos möglich", rät Testredakteur Frank Wacker. Das lassen sich die Tester nicht zweimal sagen, denn bei Temperaturen von milden zehn Grad ist das Material vieler Softshelljacken mit dem Klimamanagement flott überfordert.

Die Achselbelüftungen (Pitzips) der Mountain Hardwear Trinity reißen die Tester besonders früh auf, auch in der Jack Wolfskin und Marmot Elementalist wird ihnen rasch zu warm, was hier vor allem an fehlenden Achselreißverschlüssen liegt. Dass auch die Mountain Equipment Pulsar keine erfrischende Pitzips besitzt, stört hingegen nicht, bei ihr halten der luftige Futterstoff, dünne, ungefütterte Einsätze unter den Achseln sowie der leicht winddurchlässige Außenstoff das Klima im Lot. Ähnlich gut schneiden sonst nur die getesteten Softshelljacken von Adidas und Haglöfs ab.

Wie komfortabel sich eine Softshelljacke trägt, hängt auch von Jackensitz und Bewegungsfreiheit ab. Das testet die Crew am nahen Rossfels. Bei bodennahen Kraxeleien spüren die Tester rasch, ob es an Ellbogen oder Schultern spannt, Ärmel und Jackensaum hochrutschen oder die Kapuze ins Gesicht zieht. Wieder einmal beweisen Adidas, Haglöfs und Mountain Equipment ihren hohen Komfortanspruch - und erhöhen damit ihre Chancen auf einen Testsieg.

Alle Ergebnisse des outdoor-Softshelljackentests 2012 finden Sie auf Seite 2

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten Softshell-Jacken (sofern Angebote vorhanden)

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Testfazit und Ergebnisse

Schon in der Nacht rüttelt ein starker Wind an den Zelten, und erste Schauer trommeln auf die Nylonhäute. Zum gemeinsamen Frühstück vorm Zelt bleibt es zwar trocken, doch der kalte Wind lässt nicht nach – und offenbart erste Schwächen im Wetterschutz der Test-Shells. Die Testerinnen im Team – beide verfroren - merken sofort, wo‘s kalt wird: "Bei der Jack Wolfskin zieht‘s kalt an die Ohren", klagt Katleen Richter.

Auch Sina Choma hat die falsche Jacke für steife Brisen erwischt und versucht vergeblich, die Kapuze der Schöffel Windchill Hoody so an ihr Gesicht anzupassen, dass es nicht eisig hineinweht. Grund sind die dürftigen Einstellmöglichkeiten der Kapuzen – die auch im Regen nicht richtig überzeugen konnten, wie schon der vorangegangene Test mit der outdoor-Sprühregendusche gezeigt hat. Als wahrer Wetterschutzbunker entpuppt sich hingegen die Mountain Hardwear Trinity. Auch die Modelle von Adidas, Mountain Equipment und The North Face schützen super vor Nässe: bei kräftigem Nieselregen immerhin mindestens 20 Minuten lang.

Fazit des Softshelljackentests

Am späten Nachmittag sitzt das Testteam in der überheizten Stube des Sankt-Johann-Gasthofs und diskutiert abschließend die Ergebnisse. Nicht alle fallen gut aus. Test-Redakteur Frank Wacker fasst zusammen: "Wirklich empfehlen kann man nur vier der Testkandidaten", nämlich die Adidas Windstopper Hoody, Haglöfs Fin Hood, Mountain Equipment Pulsar und The North Face Valkyrie Jacket. Sie alle sind sehr gute Multitalente - gravierende Schwächen leistet sich keines der Modelle. Unterschiede bestehen allenfalls beim Tragekomfort: Wer eine extrem kuschelige Jacke mit plüschigen Schubtaschen sucht, wird bei der Pulsar fündig. Wer auf top Klimakomfort und Bewegungsfreiheit steht, sollte sich die Windstopper Hoody und die Fin Hood ansehen, und wer Ausgewogenheit schätzt, greift zum The North Face Valkyrie Jacket.

Allrounder für den Outdoor-Einsatz: Softshelljacken im Test 2012

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Die Ergebnisse des Softshelljackentests (Herbst/Winter 2012):

Jacke / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Adidas Windstopper Hoody 259 Euro Sehr gut
Haglöfs Fin (Q) Hood 260 Euro Sehr gut
Mountain Equipment Pulsar Jacket 300 Euro Sehr gut
The North Face Valkyrie 240 Euro Sehr gut
La Sportiva Adjuster/Luna 300 Euro Gut
Mammut Ultimate Inuit 300 Euro Gut
Marmot Elementalist 280 Euro Gut
Schöffel Windchill Hoody 190 Euro Gut
Mountain Hardware Trinity 285 Euro Befriedigend
Jack Wolfskin Chilly Pass Jacket 190 Euro Befriedigend

Tagesaktueller Preisvergleich für die getesteten outdoor-Jacken (sofern Angebote vorhanden)

Das outdoor-Test-Prozedere im Detail

Im Vorfeld werden alle Softshelljacken auf einer geeichten Waage gewogen, der besseren Vergleichbarkeit halber in der Größe 48 oder small. Danach werden sie – mit geschlossenem Frontreißverschluss – drei Mal in der Maschine gewaschen, um die Imprägnierung auf ihre Abriebfestigkeit zu testen.

Wetterschutz

Softshells müssen nicht wasserdicht sein, sollten aber Nieselregen 15 Minuten lang abhalten. Ob die Testmodelle das schaffen, ermittelt outdoor unter einem speziellen Sprühkopf, der einen kräftigen Nieselregen produziert. Wie gut ein Modell der Nässe trotzt, hängt von der Imprägnierung, aber auch Konstruktion ab. Gestickte Markenlogos, Nähte, Reißverschlüsse und schlecht abschließende oder schirmlose Kapuzen sind Einfallstore für Nässe. Den Schutz vor Wind und Auskühlung ermittelt outdoor im Praxiseinsatz.

Tragekomfort

Er steht bei Softshells an erster Stelle. Komfortfaktoren sind weicher Materialgriff, kuscheliges Futter, viel Bewegungsfreiheit, ein bequemer Kapuzensitz und hoher Klimakomfort. Weil die Bewegungsfreiheit stark von der Passform abhängt, ermittelt sie outdoor an sechs Testpersonen unterschiedlicher Statur.

Handling/Ausstattung

Klemmende Reißverschlüsse, störrische Kordelstopper und Schubtaschen, die so tief positioniert sind, dass sie durch den Rucksackhüftgurt verdeckt werden, sind ein Ärgernis. outdoor prüft diese Details während der vielen Tage auf Tour.

Qualität

Die Abriebfestigkeit des Obermaterials fließt hier genauso mit ein wie die Sauberkeit der Verarbeitung und Qualität der Reißverschlüsse.

Allrounder für den Outdoor-Einsatz: Softshelljacken im Test 2012

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Video: So testet outdoor Softshelljacken

Video Softshell Jacken test outdoor

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