Das outdoor-Testverfahren im Detail

So testet outdoor Jacken

Foto: Boris Gnielka
Auch in den vielen anderen Produktkategorien betreibt die outdoor-Redaktion seit über 20 Jahren einen enormen Aufwand, zum Beispiel bei den Jacken.

Um etwa die Regenfestigkeit wasserdichter, atmungsaktiver Funktionsjacken zu überprüfen, entwickelte sie vor zehn Jahren eine eigene Beregnungsprüfung, die einen mehrstündigen, sturmgepeitschten Wolkenbruch simuliert. Beregnet werden nur Menschen aus Fleisch und Blut – nicht die sonst gängigen Dummies. Denn nur so zeigen sich Schwachstellen, die durch die Bewegung beim Wandern entstehen. Zum Beispiel, weil sich durch Kopfbewegungen an der Kapuze Falten bilden, die den Regen wie eine Regenrinne zum Gesicht leiten.

Die Bewertungskriterien:

Wetterschutz
Er beschreibt, wie gut eine Jacke Wind und Wetter standhält. Ermittelt wird der Wetterschutz vor allem mit Hilfe des outdoor-Beregnungs­tests. Vor der Regenprüfung werden die Jacken zehn Mal gewaschen – das ­simuliert den Gebrauch mehrerer Monate und zeigt auch, wie haltbar die ­Imprägnierung des Oberstoffes ist, ob sich unsauber verklebte Nahtbänder (Tapes) lösen oder das Material undicht wird. ­Außerdem fließt ins Ergeb­nis mit ein, wie gut Kapuze und Kragen vor Wind schützen.

Komfort
Wie geschmeidig trägt sich die Jacke? Lässt sie Bewegungsfreiheit? Laufen ­Züge und Reißverschlüsse gut? All ­diese Punkte zählen zum Bewer­tungskriterium Komfort. Auch die Funktionalität der Kapuze fließt mit ein. Top Kapuzen sind komfortabel, lassen sich exakt an den Kopf ­anpassen und folgen Kopfbewegungen. Außerdem spielt der Klimakomfort der ­Jacke ­eine wichtige Rolle. Hier kommt es aber nicht nur auf die Atmungsaktivität eines ­Materials an, sondern auch ­darauf wie gut dessen Innen­seite Feuchtigkeit aufnimmt. ­Des Weiteren verbessern Belüftungen (Pitzips, ­Taschen mit Netzfutter oder weit zu öffnende Ärmelbündchen) das Klima. Und je weniger Tapes und doppelte Material­lagen (Konstruktion) eine Jacke besitzt, desto besser. Eine dauerhafte Impräg­nierung erhält bei Regen die Atmungsaktivität des Materials.

Qualität
Hier zählt neben der Verarbeitung auch die Strapazierfähigkeit des Oberstoffes (z. B. die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klettverschlüssen).

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Dieses Video erklärt das aufwändige Testverfahren am Beispiel von Softshells:

Video: Mario Steinheil / Boris Gnielka
01.07.2010
© outdoor