The Green Issue
Nachhaltigkeit in der Outdoor-Branche
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Ausrüstungsverleih bei Globetrotter

Mieten statt kaufen Ausrüstungsverleih bei Globetrotter

Mieten statt kaufen, reparieren statt wegwerfen: Die Handelskette Globetrotter sorgt dafür, dass Ausrüstung möglichst lange und effizient genutzt werden kann.

Wo verstecken sich denn bloß der Campingkocher und das Zelt? Hatte man die nicht letztes Jahr in der Garage deponiert, neben dem alten, längst rissig gewordenen Kanu? Oder doch im Keller? Ohnehin müsste der mal wieder aufgeräumt werden, weil Kindertragen, Paddel und Rucksäcke den Weg versperren. Teures Equipment, fürs Leben gekauft, aber doch nicht so viel genutzt, steht herum und veraltet. Das ist weder besonders ökonomisch noch ökologisch.

Nicht horten, sondern borgen! So lautet die Lösung, die der Outdoor-Ausrüster Globetrotter mit seinem neuen Verleihservice anbietet. Für knapp 300 Euro Miete für eine Woche liefert die Handelskette zum Beispiel einen Kanadier für Eltern mit Kind, ein Familienzelt und einen Kocher bis vor die Haustür. Der Kaufpreis beträgt mindestens das Zehnfache. Auch für viele weitere Aktivitäten – von Fahrradtouren bis zu Schneewanderungen – hält der Verleih geeignetes Equipment parat.

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Das "Miete mich" Projekt von Globetrotter.

Die Anmietung ist online wie auch in den Globetrotter-Filialen in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg, Barmbek, Karlsruhe, Köln, München und Stuttgart möglich. Leihen statt besitzen – das tut nicht nur dem Portemonnaie gut. Ohne überflüssige Anschaffungen lebt es sich auch leichter: keine Fehlkäufe mehr, kein Aufwand für Pflege und Imprägnierung, kein zugemüllter Keller, immer Zugriff auf Top-Produkte. Den größten Bonus aber bringt das Anmieten für Umwelt, Klima und Natur. Die gemeinsame Nutzung und professionelle Pflege maximieren die aktive Nutzungsdauer, minimieren Abfälle und sparen so wertvolle Ressourcen.

Genau das sind für Fabian Nendza die entscheidenden Argumente. »Wir wollen die Dinge gleich richtig machen und nicht negative Auswirkungen nachträglich wieder gutmachen«, sagt der Nachhaltigkeitsmanager. »Der neue Verleihservice ist einer von vielen Bausteinen im umfassenden Nachhaltigkeitskonzept von Globetrotter, das wir in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt weiter ausgebaut haben.«

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Ein Konzept mit Zukunft: Secondhand-Produkte schonen die Umwelt ebenso wie den Geldbeutel.

"Grünere Wahl" statt Konsumrausch

Zu den Meilensteinen zählt dabei das Bewertungssystem »Eine grünere Wahl«, das seit 2018 umwelt- und sozialbewusste Kunden bei Kaufentscheidungen unterstützt. Im gleichen Jahr fiel der Startschuss für die Reparaturwerkstätten, zunächst in der Erlebnisfiliale in Dresden, danach in allen City-Standorten und 2020 im neu konzipierten Berliner Store. Zusätzlich tourt eine mobile Werkstatt durch die Städte. Gegen den Konsumrausch des Black Friday hat Globetrotter schon häufiger mit einem Green Friday einen Kontrapunkt gesetzt.

Im November 2020 folgte erstmals die Aktion »Eine grünere Woche« als Nachhaltigkeits-Pendant zur Black Week. Das kam bei Kunden gut an. Die Nachhaltigkeitswoche, in der etwas verstärkt Secondhand-Verkäufe stattfanden, gibt es fortan zweimal im Jahr. Der nächste Termin ist für dieses Frühjahr angesetzt. Zudem eröffnete vergangenen August in Frankfurt die erste Secondhand-Fläche. Die Filialen in Dresden, Berlin, Bonn und Hannover folgten.

Künftig sollen Gebrauchtwaren in allen 17 Standorten wie auch im Online-Shop erhältlich sein. »Wir sehen Secondhand als wichtigen Baustein für mehr Zirkularität und möchten mit der Etablierung die Transformation unterstützen,« sagt Fabian Nendza. Denn die fatalen Auswirkungen der Wegwerfgesellschaft seien weithin sichtbar. In nur 15 Jahren hat sich weltweit die Produktion von Bekleidung verdoppelt, wie eine Studie von Greenpeace zeigt. Gleichzeitig ging jedoch die Nutzungsdauer im Durchschnitt um fast 40 Prozent zurück.

Fast Fashion hat einen teuren Preis

Niedrige Preise, immer schneller wechselnde Modezyklen und eine steigende Anzahl an neuen Kollektionen pro Jahr heizen die Wegwerflaune an. Jede Sekunde wird weltweit das Volumen eines Müllwagens voller Textilien deponiert oder verbrannt. Aus weniger als einem Prozent des Materials, das zur Produktion von Kleidung eingesetzt wird, entsteht durch Recycling neue Kleidung, schätzt die gemeinnützige Ellen MacArthur Foundation. Nur zwölf Prozent werden überhaupt wiederverwertet, etwa als Putzlappen. Ändere sich nichts, vernichte Fast Fashion nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern verursache im Jahr 2050 auch ein Viertel aller klimaschädlichen CO₂-Emissionen.

»Einfach weitermachen wie bisher funktioniert nicht. Weder für die Wirtschaft noch für den Menschen und schon gar nicht für die Umwelt«, so Nendza. »Wir brauchen eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.« Denn je länger wir ein Produkt nutzen, umso mehr verbessert sich dessen Ökobilanz. Je mehr Materialien aus erneuerbaren Quellen stammen und rückstandslos recyclingfähig sind, umso weniger Ressourcen werden verbraucht und zugleich Abfälle vermieden. »Daher versuchen wir bei Globetrotter, das Angebot so zu gestalten, dass unser Sortiment nachhaltig und langlebig ist. Unsere neuen Services sollen dazu beitragen, dass hochwertige Outdoor-Produkte möglichst lange im Gebrauch bleiben«, betont der Manager. »Und wenn sie das Ende der Lebensphase erreichen, sollten sie biologisch oder technisch recycelt werden können.«

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Eine gute Anlaufstelle für kleinere Reparaturen: die mobile Service-Werkstatt von Globetrotter.

Secondhand leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Derzeit sind es Retouren und Reklamationen, aussortierte Ausrüstung aus dem Verleih sowie Test- und Eventware, die auf diesem Weg ein zweites Leben bekommen. Im zentralen Care & Repair-Center, das Globetrotter seit langem als Kundenservice betreibt, reparieren, waschen und imprägnieren sechs Mitarbeiterinnen bei Bedarf die gebrauchten Produkte. Ein Jahr Gewährleistung gibt es für die Ware aus zweiter Hand. Künftig soll jede Filiale auch ausrangierte Kleidung und Ausrüstung von Kunden zum Ankauf annehmen.

Gebraucht kaufen, mieten oder reparieren: Langlebige und nachhaltig gefertigte Produkte beflügeln nicht nur die neuen Services. Sie sind der Anspruch, an dem Globetrotter sein gesamtes Sortiment ausrichtet. Das Label »Eine grünere Wahl« motiviert die Hersteller, die definierten Nachhaltigkeitsstandards bestmöglich zu erfüllen und sich im Markt als Vorreiter zu positionieren. Der Anteil der ausgezeichneten Ware hat sich binnen des vergangenen Jahres auf rund 14 Prozent verdoppelt. Knapp die Hälfte der rund 35 000 Produkte im Sortiment wurde bereits geprüft.

Zu den Auswahlkriterien für das hauseigene Label zählen unter anderem faire Arbeitsbedingungen, der Einsatz von natürlichen und recycelten Materialien sowie die Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit. »Die Kriterien von ›Eine grünere Wahl‹ werden mit der Zeit strenger«, sagt Fabian Nendza. »Wir wollen hier wirklich immer nur die Produkte auszeichnen, die eine nachhhaltige Innovation darstellen Globetrotter will nicht nur der nachhaltigste Outdoor-Händler Europas sein, sondern auch ein Impulsgeber für die gesamte Branche.«

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Fabian Nendza (39) koordiniert als CSR-Manager alle Nachhaltigkeitsschritte von Globetrotter.

Globetrotter auf einem grünen Kurs

Warum ist Kreislaufwirtschaft so wichtig?

Die globale Wirtschaft folgt meist dem linearen Prinzip »Produzieren, Konsumieren, Wegwerfen«. Doch das überschreitet die Grenzen der Erde. Beispiele sind der Verlust an Biodiversität und der Klimawandel. In einem Kreislaufsystem werden Design und Services so gestaltet, dass Produkte möglichst lange nutzbar bleiben und danach recycelt werden können.

Ist Langlebigkeit für den Umsatz denn nicht kontraproduktiv?

Im Gegenteil. Die Outdoor-Branche lebt von einer intakten Natur. Je langlebiger ein Produkt, desto geringer ist der ökologische Fußabdruck und umso nachhaltiger der Geschäftserfolg.

Ihr Podcast »Neue Horizonte« ist gestartet. Worum geht es?

Ausschließlich um Nachhaltigkeit! Zusammen mit den Vorreitern der Outdoor-Branche will ich den Hörern neue Wege aufzeigen.

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