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Wandern im norwegischen Nationalpark Rondane
Rondane in Norwegen: Wildnis vor der Tür
Zehn lohnende Aussichtsgipfel auf kleinstem Raum, eine gemütliche Hütte als Zuflucht – wandern in Norwegen kann so leicht sein.
Marius Haugaløkken ist der Manager der zentralen Hütte im Rondane- Nationalpark, der Rondvassbu. Sein Lieblingsplatz? Da muss er schon einen Moment überlegen. »Es gibt so viele«, sagt er. »Aber das Tal Illmandalen gefällt mir fast am besten. Man kann an den Seen entlangwandern und fischen.«
Haugaløkken ist um seinen Arbeitsplatz zu beneiden: mitten in einem der schönsten Wandergebiete Norwegens, umgeben von Zweitausendern, funkelnden Seen und weitem Fjell, auf dem wilde Rentiere äsen. Auch ihretwegen hat die Regierung im Jahr 1962 das Gebiet unter Naturschutz gestellt und den ersten Nationalpark Norwegens gegründet.
Blau schimmert der Rondvatnet-See zwischen den Bergen Rondanes
Ein tiefes Tal durchschneidet den Rondane-Nationalpark von Nord nach Süd, das zum Teil von einem fjordähnlichen See gefüllt wird, dem Rondvatnet. Blau schimmert er zwischen kargen Hängen. Direkt am Seeufer lädt Marius‘ dunkelrot gestrichene Rondvassbu (1173 m) zu einem gemütlichen Aufenthalt ein, ein ideales Basislager für Streifzüge in die Berge Rondanes. 128 Schlafplätze bietet es, in Zweier- und Viererzimmern und einem Schlafsaal; im Sommer trifft man hier vor allem skandinavische und deutsche Wanderer. Am offenen Kamin der Hütte lässt sich, vielleicht bei einem abendlichen Glas Wein, gut planen, welchen der Berge man am nächsten Tag angehen möchte.
Die meisten norwegischen Gipfel tragen runde Kuppen
Immerhin zehn Gipfel ragen im Rondane- Nationalpark über 2.000 Meter hoch auf, in einem Gebiet etwa von der Größe Berlins. Viel höher werden Berge in Norwegen nicht: Skandinaviens Gipfelmajestät, der Galdhøpiggen im benachbarten Jotunheimen-Gebirge, misst auch nur 2.469 Meter. Die meisten Gipfel tragen runde Kuppen. Eiszeitliche Gletscher haben sie geschliffen, ihnen die schroffsten Kanten abgeschmirgelt und dazwischen ausladende Trogtäler geschaffen. Flechten überziehen ihre Hänge, die in der Sonne bunt erstrahlen: Warme Rottöne vermischen sich mit Ocker bis fast Weiß, dazwischen leuchten gelbe Flecken.Die Flora ist so empfindlich, dass einige Wanderwege wieder aufgelassen wurden, damit nicht zu viele Stiefel den Bewuchs schädigen.


