Tessin: Wandern, Canyoning und Biken im Süden der Schweiz

Südschweiz: Wärme tanken im Tessin

Tessin - Schweiz
Foto: swiss-image.ch/ Christof Sonderegger
Luft und Wasser erwärmen sich im Tessin viel früher als in anderen Teilen der Alpen - ideal zum Wandern, Biken, Canyoning & Co ...

Für den Saisonauftakt in den Alpen gibt es kaum schönere Ziele als die "Sonnenstube der Schweiz". An den Ufern von Lago Maggiore und Comer See kann man zwischen Palmen Wärme tanken und sich Polenta, Risotto und Rotwein schmecken lassen. Wanderer zieht es vor allem in die Täler der Maggia und der Verzasca, deren Wasser über runde Granitfelsen strömt. Ganz hoch hinaus führen Touren jetzt zwar noch nicht. Aber in niedrigeren Lagen, etwa auf einer vierstündigen Almwanderung zwischen Ponta Brolla und Gordevio im untersten Abschnitt des Maggiatals, zeigt sich das Tessin bereits von seiner besten Seite. Kastanien stehen am Weg, und die typischen Steinbrücken sind ein dankbares Fotomotiv. Ebenfalls traumhaft schön: eine Halbtagestour vom Monte San Salvatore in Lugano nach Morcote am Westarm des Luganer Sees. Mehr Infos: Tessin, A. und A. Strauß, Bergverlag Rother, 14,90 Euro.

Mountainbiken im Tessin:

In Lugano rühmt man sich des dichtesten Bike-Wege-Netzes der Schweiz. 300 Kilometer an ausgeschilderten Wegen verlaufen in den Bergen hinter der Stadt, eine Auswahl an 42 Strecken findet sich auf der Website luganotourism.ch. Das ganz große Abenteuer bietet aber der viertägige Höhenweg von Lugano nach Ponte Tresa mit 120 Kilometern Länge und satten 4400 Höhenmetern. Die aussichtsreiche Tour führt über die bekanntesten Berge der Region, den Monte Brè, den Monte Bar und als Höhepunkt den Monte Tamaro (1871 m), Singletrails wechseln mit asphaltierten Abschnitten. Doch auch eine der schönsten Tagestouren im Tessin verläuft nahe Lugano: die Val-Colla- Runde (34 km, 1270 Hm). Sie beginnt nördlich von Lugano in Bidogno, steigt nach Piandanazzo auf und führt als Höhentrail über zehn Kilometer das Val Colla entlang.

Canyoning im Tessin:

Zugegeben, "Canyoning" wurde in Spanien erfunden, nicht im Tessin. Trotzdem eignet sich die italienische Schweiz wie keine andere Region für die Abenteuerkombination aus Rutschen, Abseilen, Klettern, Ins-Wasserspringen und schwimmen. Die Stufen, die es zu überwinden gilt, sind hoch und abwechslungsreich, der Fels der Schluchten ist besonders ausgewaschen, smaragdfarbene Pools und rauschende Wasserfälle warten auf Entdeckung. Zudem sind die Canyons im Tessin nicht nur schön, sondern auch sehr zahlreich. Gut für Einsteiger eignet sich die Cugnasco bei Bellinzona durch ihre recht kurzen Abseiler, Sprünge und Rutschen. Schon etwas herausfordernder geht es im Val Grande (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Nationalpark) bei der Ortschaft Gordevio im Maggiatal zu, und echte Cracks werden zum Beispiel in der Iragna-Schlucht bei Biasca glücklich. Kurse und Canyoning-Reisen ins Tessin bietet beispielsweise canyoningallgäu.de an.

Bouldern im Tessin:

Wer von Bellinzona zehn Kilometer Richtung Norden das Ticinotal hinauffährt, gelangt in das 600-Einwohner-Dorf Cresciano. Es wird auf seiner Ostseite vom 2700 Meter hohen Pizzo di Claro überragt. Zwanzig Minuten geht es die Flanke des Bergs hinauf, dann öffnet sich eines der besten Bouldergebiete der Welt. Überall im lichten Wald verteilen sich zwei bis sechs Meter hohe Blöcke aus solidem Gneis – rund 1500 Boulderprobleme in allen Schwierigkeitsgraden listet der aktuelle Guide. Manche von ihnen liegen so, dass man auf die Gipfel der gegenüberliegenden Talseite sieht, während man über den nächsten Go sinniert. Und wer nach einem Besuch in Cresciano mehr Tessiner Boulderluft schnuppern will, der fährt das Tal noch ein Stück weiter hinauf nach Chironico, wo noch einmal 1300 weitere Boulder warten. Das sollte eine Weile reichen. Infos: In Deutschland bekommt man die Boulderführer Cresciano Boulder und Chironico Boulder, je 35 Euro.

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29.03.2016
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Ausgabe 03/2016