Sail & Hike: Per Boot zu den schönsten Wanderungen in Dalmatien

Sommertraum in Kroatien - Dalmatien - Adria


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Dalmatien
Foto: Christoph Jorda

 

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Über 900 zum Teil winzig kleine Inseln verteilen sich über die dalmatische Küste. Beim Inselhüpfen lassen sich gemütliche Bootsfahrten mit ausgiebigen Wanderungen an Land verbinden.

Es könnte ein Traum sein. Ein Traum von einer Inselwelt mit klarem, blauem Wasser, hellen Felsen, grüner Macchia. Mit mittelalterlichen kleinen Hafenstädten direkt am Ufer, wo Fischer ihre Netze flicken. Von Landschaften mit Olivenhainen, Zitronen und Orangenbäumen, duftenden Kiefernwäldern und zirpenden Grillen ...

So lässt sich endlos über Dalmatien schwärmen. Über 900 Inseln, darunter viele winzig klein und unbewohnt, verteilen sich dicht vor einem rund 300 Kilometer langen Küstenstreifen zwischen Dubrovnik und Zadar. Hügelig bis bergig zeigen sich die meisten: Zählt man die nur durch eine Landzunge mit dem Festland verbundene Halbinsel Pelješac dazu, ist der Sveti Ilja mit 961 Metern der höchste Gipfel. Hier ragen die Ausläufer des dinarischen Gebirges aus der kroatischen Adria, eine nach der letzten Eiszeit geflutete Landschaft. Am schönsten lernt man Dalmatien beim Inselhüpfen kennen, mit ausgiebigen Wanderungen an Land. Wer es bequem mag, bucht eine einwöchige Rundtour mit einem schwimmenden Basislager auf dem Meer. Pelješac ist Start und Zielort, auf der Route liegen die Inseln Hvar, Korcula und Mljet. Ums Schiff kümmern sich Kapitän Zoran und sein Schwiegersohn, Köchin Tatjana macht Frühstück und Abendessen, zwei Guides übernehmen auf den Touren an Land die Führung. Stehen Streckenwanderungen auf dem Programm, fährt das Schiff meist voraus zum nächsten Hafen, und so kommt immer wieder Trekkinggefühl auf: neuer Weg, neues Ziel an der Dalmatinischen Küste.

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Gipfelglück und Wanderfreude in Kroatien

Ankunft im Hafen auf Pelješac. Der mit viel Holz gebaute Zweimast-Motorsegler "MS Moja Maja" liegt auf spiegelglattem Wasser im Abendlicht: Er wird für die nächste Woche das Zuhause sein. Auf dem Deck wird man die Sonne genießen, ins warme Wasser springen, nach Tavernenbesuchen in die Koje fallen. Bei Letzterem besteht allerdings auch nüchtern Stolpergefahr: Die zwölf Kabinen der Moja Maja sind sehr klein, nicht jede Reisetasche lässt sich problemlos verstauen.

Wer am nächsten Morgen die Abfahrt verschläft, wird bald vom Schiffsmotor geweckt. Ein erster Blick aus dem Fenster hinaus: leuchtend blaues Meer, keine Wolke am Himmel. Ein Urlaubstraum in Dalmatien! Und vielleicht ist es kein Zufall, wenn der erste Tag gleich der heißeste wird. Orebic, wo das Schiff bald anlegt, bezeichnet sich als wärmster Ort der Adriaregion. Outdoorer interessiert indes noch mehr, dass er unterhalb des Berges Sveti Ilja (961 m) liegt, dessen Gipfel eins der schönsten Tagestourenziele von Dalmatien ist. Auch auf gemütlicheren Wegen weiter unten am Hang, mit Kurs auf das Küstendorf Kuciste, kommt Wanderfreude auf. Unterwegs bietet sich die kleine Kirche "Madonna der Engel", die zu einem Franziskanerkloster aus dem 15. Jahrhundert gehört, zum Besichtigen an.

Schnorcheln und Tauchen vor der "Lavendelinsel" Hvar

Granatapfelsträucher säumen den Weg beim Abstieg nach Kuciste, wo die Moja Maja wartet. Ein reifes Exemplar pflücken, aufschneiden und Kerne mit leuchtend rotem Fruchtfleisch naschen, das ist hoffentlich keine allzu schwere Sünde ... Neben Fischfang und Tourismus gehört Landwirtschaft zu den Haupteinnahmequellen der kroatischen Inseln. Nicht nur Obst und Oliven gedeihen hier in Dalmatien prächtig, sondern auch Wein und Lavendel. Hvar, das nächste Ziel, trägt sogar den Beinamen "Lavendelinsel".

Kleines Manko des kroatischen Paradieses: Auf Hvar wie auch im übrigen Dalmatien sind Sandstrände eine Seltenheit. Dafür lädt die klare Adria mit vielen Fischen, Seegurken und anderen Meerestieren zum Tauchen und Schnorcheln ein. Ganz wichtig bei einem Ausflug in die Wasserwelt Kroatiens: Badeschuhe, denn hier leben Seeigel en masse. Von Hvar geht es an Tag vier weiter nach Korcula. Insel und Inselhauptstadt tragen den gleichen Namen, und die Einheimischen bestehen darauf, dass Marco Polo hier geboren wurde – obwohl diverse Quellen anderes berichten. Statt das "Geburtshaus" mit seinem kleinen Turm zu besichtigen, steigt man lieber die 102 von Zypressen gesäumten Treppenstufen zur Kirche St. Antun hinauf: Die Aussicht ist fantastisch. Als weiterer Programmpunkt der Bootswanderreise durch Dalmatien führt eine Tour zum Dorf Lumbarda ganz im Osten Korculas. Mehrere Winzer veranstalten dort reichhaltige Weinproben. Sehr zu empfehlen: "Grk", ein gehaltvoller Weißwein, und der kroatische Rotwein Plavac mali.

Letztes Ziel: Die kroatische Insel Mljet

Weniger mit Wein, dafür mit Wald und Einsamkeit bezaubert als letztes Ziel Mljet, eine Insel in der kroatischen Adria. Schwarzkiefernwälder, aber auch Dünen und Felsklippen kennzeichnen diese Insel, von der ein Großteil als Nationalpark unter Schutz steht. Ein Muss: die zwei lagunenartigen Salzseen Malo jezero und Veliko jezero, die man zu Fuß bequem in dreieinhalb Stunden umrundet. Badestopps verlängern die Tour allerdings ... Wenn dann abends an Bord Fisch gegrillt wird und die Crew nach einigen Sliwowitz schwermütige kroatische Lieder singt, scheint es unmöglich, dass dieser Sommertraum auf den Dalmatinischen Inseln am nächsten Tag enden muss.

Infos, Termine & Preise für eine Kroatienreise bietet bspw.
frosch-sportreisen.de

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12.08.2016
Autor: Katharina Hübner
© outdoor
Ausgabe 04/2016