Tirol Active Guide: Bergführer Stefan Wierer über Tirols Berge

Tirols Berge - am besten mit Bergführer

„Bergführer ist der schönste Beruf, den man sich vorstellen kann“, sagt Stefan Wierer. Seit 1989 arbeitet der dreifache Familienvater aus Stumm im Zillertal als Bergführer und Skilehrer. Im Interview schwärmt er von der Schönheit der Tiroler Berge.

 

Wandern in Tirol
Foto: Manfred Stromberg Mit den Zillertaler Alpen hat Stefan Wierer eine der hochalpinsten Regionen der Ostalpen quasi direkt vor der Haustür.

Seine Gäste kommen aus der ganzen Welt, darunter sind viele Deutsche, selbst Exbundespräsident Horst Köhler war mit dem Zillertaler schon auf einer Skitour unterwegs. „Bei meiner Arbeit geht es mir hauptsächlich um das gemeinsame Erlebnis mit Menschen im Gebirge und das Realisieren von Träumen anderer. Wenn ich nur einen Hauch von dem weitergeben kann, was mir die Berge gegeben haben, bin ich zufrieden.“ Das mag für manchen wie eine Werbefloskel klingen, doch wer die Begeisterung hört, die in Wierers Worten mitschwingt, glaubt ihm gerne.

„Wer mit einem Bergführer unterwegs ist, macht Erlebnisse, die in keinem Buch empfohlen werden und auc nicht im Internet zu finden sind“, sagt der 50-Jährige. „Den unbekannten Gipfel, auf dem man ganz alleine ist, kennen oft nur Eingeweihte. Und auch wo die besten Verhältnisse herrschen, wird nur unter der Hand weitergegeben.“ Darüber hinaus schätzen seine Gäste den Menschen hinter dem Bergführer. Wer den ganzen Tag intensiv mit seiner Kundschaft zu tun hat, kann sich schlecht verstellen, da spürt man schnell, was echt ist und was aufgesetzt. „Auch das Geschäft wird mit dem Herzen gemacht“, sagt er.

Ob Himalaja, Karakorum oder Anden: Wierer hat schon viele Gebirgsregionen kennengelernt, aber nach wie vor ist er am liebsten in Tirol unterwegs. „Wenn ich nach Hause komme und vom Eingang des Zillertals aus die Berge sehe, bin ich überwältigt. Die Kompaktheit der Landschaft hier ist der Wahnsinn“, schwärmt er. Er hat recht. Eine so große alpine Formenvielfalt auf so kleinem Raum findet man selten. Die Palette reicht von Kalkklettergebieten über Gneis und Granit, Wald- und Wiesenbergen bis hin zu den vergletscherten hochalpinen Regionen. „Es gibt Touren in den Zillertaler Alpen, die sind so hoch und gewaltig und mit so weiten Hüttenanstiegen, wie man es sonst nur aus den Westalpen kennt. Ganz zu schweigen von den vielen hervorragenden Kletter- und Bouldergebieten im Tal, zum Beispiel dem bei Ginzling.“

 

Wandern in Tirol
Foto: Manfred Stromberg Stefan Wierer ist weit herumgekommen: Eine seiner Lieblingswanderungen ist der Adlerweg-Abschnitt vom Rofan ins Karwendel.

Selbst nach 25 Jahren in seinem Beruf sind die Berge nach wie vor Wierers Hobby, will heißen: Auch privat kann der Zillertaler das Bergsteigen noch genießen – etwa mit der Familie, Freunden oder alleine. „Im Grunde ist es ganz einfach, sich diese Freude zu erhalten. Das Geheimnis ist, dass man sich in einer ruhigen Minute mal zurücklehnt und sich daran erinnert, was für schöne Momente man im Gebirge erlebt hat. Oder dass man sich die Bergerlebnisse, die einen geprägt haben, in Erinnerung ruft , beziehungsweise die strahlenden Gesichter der Gäste.“

Outdoor-Tipps Tirol:

30.03.2015
Autor: outdoor in Zusammenarbeit mit Tirol Werbung
© outdoor
Ausgabe 04/2015