Ferienregion Wilder Kaiser

Faszination Kaiser

Foto: Tourismusverband Wilder Kaiser/Peter Felbe
Fünf Tage, 65 Kilometer und 5000 Höhenmeter im Auf- und Abstieg: Das sind die nackten Fakten der sogenannten Kaiserkrone. Der Weitwanderweg führt von Hütte zu Hütte einmal rund um das Massiv des Wilden Kaisers.

Damit zählt der Weitwanderweg zu den schönsten Mehrtagestouren Tirols. Nur wenige Gebirge ragen so übersichtlich, kompakt und geschlossen mit ihren hellgrauen Kalkfelsen in den Himmel, wie der Gebirgsstock zwischen Kufstein und St. Johann in Tirol.

Auch Sabine Wiedl ist nach wie vor von dem wilden, frei stehenden Massiv mit den schroffen Felsformationen begeistert. Seit 15 Jahren bewirtschaftet sie die Gruttenhütte unterhalb der Ellmauer Halt, dem mit 2344 Meter höchsten Gipfel des Kaisergebirges. Wenn sie außerhalb der Saison nicht auf der Hütte arbeitet, ist Sabine gerne auch mal mehrere Tage in den Bergen unterwegs. Daran fasziniert sie „die Schönheit der Natur, die Ruhe und das Ursprüngliche, wie der Verzicht auf Handy und Internet“.

Auf der Kaiserkrone lernen Weitwanderer Sabine kennen. Die Gruttenhütte ist eine der fünf Übernachtungspunkte der Tour. Die „Kaiserkrone“ kann an verschiedenen Orten begonnen werden.

Eine besonders attraktive Variante startet zum Beispiel am Badesee in Going. Durch Wald führt sie zunächst auf die saftigen Almwiesen rund um die Obere Regalm. Von hier können Wanderer zum ersten Mal aus nächster Nähe in die steilen Wände des Kaisers blicken. Anschließend kommen sie am Bergsteigergrab auf dem Brennenden Palven vorbei. Hier fand der „Koasamuch“ (Kaiser-Much), Much Wieser, seine letzte Ruhe. Der Schuldirektor aus Kitzbühel war leidenschaftlicher Kletterer und kümmerte sich als Kenner des Kaisergebirges darum, dass auf allen Gipfeln Gipfelbücher auslagen.

Weitwanderer genießen von dem kleinen Gipfel des Brennenden Palven eine herrliche Aussicht auf die Kitzbüheler Alpen und die Hohen Tauern im Süden. Über das Klamml gelangen sie schließlich zur Gruttenhütte, dem ersten Etappenziel. Dort könnten sie dem Gipfelkreuz oberhalb des Hauses noch einen Besuch abstatten. Der ruhige Ort, von dem aus der Blick bei schönem Wetter bis zum Großvenediger schweift, ist übrigens einer von Sabines Lieblingsplätzen.

"Als ich im Spätherbst einmal allein oberhalb der Gruttenhütte im Gras saß und die Aussicht genoss, fand ich mich plötzlich von einem Rudel Gämsen umgeben.."

Sabine Wiedl, Hüttenwirtin Gruttenhütte

 

Foto: Tirol Werbung/Bernd Ritschel

Die beste Zeit für die Kaiserkrone ist je nach Schneelage in der Regel Anfang Juni bis Anfang Oktober. Dank fünf verschiedener Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten, kürzerer Routen und zahlreicher Variationsmöglichkeiten in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden sind viele individuelle Anpassungen möglich. Wanderer, die zum Beispiel nur ein verlängertes Wochenende Zeit haben, könnten die 3-Tage-Hüttenwanderung von Going über den Hintersteiner See und die Walleralm nach Scheffau unternehmen.

Mit dem kostenlosen Wanderbus „KaiserJet“ gelangen sie anschließend wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dank „Kaiser-Jet“ können sämtliche einzelnen Etappen der „Kaiserkrone“ auch als Tagestouren vom Tal aus gemacht werden. Die Orientierung auf der durchgängig mittelschweren Route ist übrigens einfach. Der Weitwanderweg mit Etappenlängen zwischen acht und 16 Kilometern wurde auf den Wegweisern mit speziellen „Kaiserkrone-Aufklebern“ (eine weiße Krone auf dunkelblauem Hintergrund) ausgeschildert. Außerdem gibt es kostenlose GPS-Daten.

Zum Durchhalten der Fünf- oder Dreitagestour ermuntert übrigens eine sogenannte „digitale Wandernadel“, mit der Kaiserkrone-Anwärter nach der Tour in den Infobüros von Ellmau, Going, Scheffau und Söll ein kleines Überraschungsandenken abholen können. Dafür müssen mit einer Gratis-App (für iPhone und Android erhältlich) entlang der Route an digitalen Stempelstellen Punkte gesammelt werden. Das benötigte Kartenmaterial dafür wird bei der Installation aufs Smartphone mit geladen. Die App funktioniert übrigens auch offline, so entstehen keine Auslands-Roaminggebühren. Mit der App können User ihre Weitwandererfolge mit ihren Facebook-Freunden teilen, sich per GPS auf allen erklommenen Gipfeln der Welt eintragen und so ihr persönliches Gipfelbuch führen.

Infos und Fakten in Kürze: Kaiserkrone

Von Hütte zu Hütte, umgeben von eindrucksvoller Natur und Aussichten.

  1. Die Kaiserkrone
  2. Die Fünftages-Tour umfasst 65 km und 5000 Hm. Um die durchgängig mittelschwere Route mit Etappen zwischen fünf und acht Stunden Gehzeit zu variieren, gibt es zahlreiche Wegalternativen.
  3. Zum Kennenlernen
  4. Bei der „Kaiserkrone zum Kennenlernen“ gehen Wanderer die ersten beiden Etappen der „Kaiserkrone“. Sie übernachten einmal auf der Gaudeamus- oder der Gruttenhütte und die restliche Woche in einer von elf qualitätsgeprüften Wilder-Kaiser-Wanderunterkünften im Tal: ab 199 € pro Person/Woche.
  5. Wanderkarte
  6. In den vier Infobüros Ellmau, Going, Scheffau und Söll – oder per Online-Bestellung – erhalten Wanderer eine topografische Kaiser-Wanderkarte, auf der die „Kaiserkrone“ eingezeichnet ist.

Mehr Informationen gibt es hier.

31.05.2015
Autor: outdoor in Zusammenarbeit mit Tirol Werbung
© outdoor
Ausgabe 04/2015