Adlerweg Tirol und Adlerweg Osttirol

10 Jahre Adlerweg: Geschichte und Geschichten

Foto: Tirol Werbung/Dominik Gigler
Hauptberufliche Extrembergsteiger und Abenteurer gab es damals noch nicht. Aber im Grunde war er ein Reinhold Messner oder Mike Horn des 19. Jahrhunderts: Hermann von Barth.

Im Sommer 1870 bestieg er 88 Gipfel im Karwendel – alle allein, zwölf davon als Erstbegeher. Darunter befindet sich auch die Birkkarspitze, mit 2749 Metern der höchste Berg des Gebirges, das mit dem Alpenpark Karwendel einen der größten Naturparks Österreichs beheimatet. So wie Hermann von Barth Gipfel an Gipfel und eine Gebirgsgruppe an die andere reihte, tun es ihm jetzt, 145 Jahre später, Wanderer gleich, die auf dem Adlerweg unterwegs sind. Auf der Hauptroute des Weitwanderwegs durch Nordtirol, vom Kaisergebirge im Osten bis zum Arlberg im Westen, erkunden sie sechs Gebirgszüge in 24 traumhaften Tagesetappen. Atemberaubend ist auch der Adlerweg in Osttirol: Zwischen Venediger und Großglockner wandert man auf den Spuren der Hüttenträger mit beeindruckenden Blicken zu den größten Gletschern und den höchsten Bergen Österreichs.

Jedes Gebirge und jede Hütte auf dem Adlerweg hat eine eigene Geschichte, jede Region ihr besonderes Flair. So besticht der Wilde Kaiser gleich zu Beginn der Hauptroute in Nordtirol durch seine wild gezackten Spitzen und Grate. Kein Wunder, dass hier einst Klettergeschichte geschrieben wurde. Die „Pumprisse“ an der Fleischbank Ostwand eröffneten den siebten Schwierigkeitsgrad. Vielleicht war es für Helmut Kiene, der in den 1970er Jahren für seine Solo-Begehungen berühmt war, und Reinhard Karl, der als erster Deutscher auf dem Mount Everest stand, im Jahr 1978 nur ein kleiner Schritt. In der Alpingeschichte war die Erweiterung der Schwierigkeitsskala ein Meilenstein. Bis dato war nichts über den sechsten Grad hinaus denkbar. In den Brandenberger Alpen haben die Brandenberger Ache und ihre Zuflüsse eine tiefe Schluchtlandschaft geschaffen. Früher wurde durch die Kaiserklamm Holz ins Tal getriftet. Heute erfreuen sich an ihr Wanderer, Wildwasserschwimmer, Kajakfahrer und Rafter.

 

Foto: Tirol Werbung/Jens Schwarz

Auf den weiten Hängen des Patscherkofels in den Tuxer Alpen fanden etliche legendäre Weltcup- und OlympiaSkirennen statt. Im Wettersteingebirge, das Adlerweg-Aspiranten anschließend durchqueren, scharte Ludwig Ganghofer um die Jahrhundertwende berühmte Künstler um sich. Richard Strauss, der Dirigent Bruno Walter, Hugo
von Hoffmannsthal und mitunter das gesamt Burgtheater-Ensemble gingen bei dem Heimatdichter und passionierten Jäger im lieblichen Gaistal ein und aus. Der Adlerweg vereint die Gebirge, ihre Geschichte und Geschichten. Zahlreiche Weitwanderer verbinden mit ihm ihre ganz eigene Geschichte. Dieses Jahr feiert der längste Trek Tirols seinen zehnten Geburtstag. Er ist somit selbst zu einem Stück jüngerer Geschichte mutiert, und jeder, der ihn schon gegangen ist oder noch geht, wird Teil davon.

Der Adlerweg - Auf einen Blick

  1. 1. Fakten
  2. Hauptroute Tirol: 320 km/, 23 000 Hm/20 000 Tm, Adlerweg Osttirol:, 93 km/8000 Hm, Alpine Tour, Trittsicherheit erforderlich.
  3. 2. Route
  4. Die Hauptroute führt in 24 Tagesetappen vom Kaisergebirge bis zum Arlberg einmal quer durch Nordtirol. Der Adlerweg Osttirol hat insgesamt neun Teilstücke.
  5. 3. Starterpaket
  6. Ab sofort gibt es für Adlerweg-Aspiranten ein Starterpaket mit einem Talismann, Bandana und einem persönlichen Tourentagebuch. Preis: 17,90 Euro im Tirol-Shop

Mehr Informationen gibt es hier.

31.03.2015
Autor: outdoor in Zusammenarbeit mit Tirol Werbung
© outdoor
Ausgabe 04/2015