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Seiser Alm – die Top-Touren
Die schönsten Wege rund um die Seiser Alm
Inmitten der Dolomiten liegt Die Seiser Alm, die grösste Hochalm Europas. Ob zum wandern, bergsteigen oder für den Familienurlaub: Hier findet jeder sein Paradies.
Wie ein Schiffsbug steht im Westen der steil aufragende Sporn des Schlern über den Graswogen der Seiser Alm. Als seine unverwechselbaren Galionsfiguren sind ihm die Felspfeiler der Santnerspitze und der Euringerspitze vorgelagert – Wahrzeichen Südtirols. Im Osten brandet die gewaltige Alm an die markanten Wände der Grödener Dolomiten. Die kühne Gestalt des Langkofels und der abgeflachte Plattkofel dominieren hier den Horizont. Darüber spannt sich ein blauer Himmel, und eine laue Brise weht den typischen würzigen Duft herbei.
Keine Frage, die größte Hochalm Europas nimmt nicht bloß durch ihre schieren Ausmaße den Atem, sondern auch durch die Sicht auf die grandiosen Berge ringsherum. Etwa sieben mal acht Kilometer misst die zwischen 1800 und 2300 Meter Höhe gelegene Seiser Alm, nur 30 Autominuten von Bozen entfernt. Berühmt geworden ist der Bergfrühling hier oben, wenn Abermillionen von Blumen blühen und die grünen Matten in einen bunten Teppich verwandeln. Schon ab Ende Mai sprießen auf der sonnenverwöhnten Hochebene Trollblume, Roter Steinbrech und Krokus.
Doch die Seiser Alm ist die ganze Saison über eine Reise wert – von den heißen Sommertagen bis zu den klaren Tagen im Spätherbst. Es gibt viel zu entdecken, nicht nur in der Welt der Gipfel und Almen, sondern auch im idyllischen Tal. Eingebettet in Wälder, Wiesen und Felder liegen dort die drei Dörfer Kastelruth, Seis und Völs. Hier lebt man schon seit jeher mit und von der Hochalm. Früher war die Alm hauptsächlich Weidefläche und Heulieferant, heute dient das Heu auch noch einem anderen Zweck: Ortsansässige Bauern bemerkten, als sie bei der Ernte im Heu übernachteten, die heilsame Wirkung des frisch geschnittenen Grases. Mittlerweile kommen auch Touristen in den Genuss – in sogenannten Heubädern, die von Hotels vor Ort angeboten werden. Das mit vielen Heilkräutern wie Thymian, Arnika, Fingerkraut und Enzian durchsetzte Gras wird ausschließlich auf ungedüngten Wiesen gemäht, frühmorgens oder spätabends, so bleiben die ätherischen Essenzen erhalten. Am besten, man überzeugt sich von der entspannenden Wirkung eines Heubades nach einer Wanderung. Ausgangspunkt für viele Touren auf der Seiser Alm bildet Compatsch. Den auf der Alm gelegenen Ort erreicht man per Gondelbahn, ausgehend von Seis. Die Seiser Alm-Straße bleibt für den Verkehr weitgehend gesperrt. Die meisten Touristen schweben mit der Seiser Alm-Bahn bis nach Compatsch und genießen das Panorama von dort aus. Für Wanderer ist der touristische Flecken das Sprungbrett in die Bergwelt.
Genießer und Familien mit kleinen Kindern ziehen über die sanften Hügel und besteigen vielleicht den Grasbuckel des Puflatsch. Bergwanderer wird es weiter nach Osten ziehen, in die Kalkwelt der Dolomiten. Eine der schönsten Touren ist der Friedrich-August-Weg um den Plattkofel. Zu den Höhepunkten der Wanderung zählen auch die Blicke nach Süden auf die Marmolada, mit 3343 Metern der höchste Berg der Dolomiten. Viel näher, nur 162 Meter niedriger, und nicht minder imposant ragt das Langkofelmassiv auf. Die beste Perspektive darauf haben Bergwanderer vom Gipfel des 2969 Meter hohen Plattkofel aus. Wie der Name schon verrät, ist seine Südwestflanke eine riesige geneigte Platte, dank der sich der Gipfel ohne Klettererfahrung meistern lässt – eine weitere lohnende Wanderung.
Doch auch die Niederungen sind es wert, unter die Füße genommen zu werden. Zwischen den Orten Kastelruth, Seis und Völs spannt sich ein Netz uralter Wege, auf denen mal ein schmuckes Kirchlein wie St. Peter in Untervöls die Aufmerksamkeit des Vorbeigehenden auf sich lenkt, mal ein herrschaftlicher Sitz eine Besichtigung lohnt, wie das Schloss Prösels. Zu einiger Berühmtheit in Sachen Musik hat es Kastelruth gebracht, denn von hier aus haben die Kastelruther Spatzen ihren Siegeszug durch die Welt des alpenländischen Schlagers angetreten. Ihren Erfolgen ist ein kleines Museum in Kastelruth gewidmet. Doch die musikalische Tradition reicht wesentlich weiter, abzulesen an der Burg Hauenstein bei Seis. Heute eine Ruine, gehörte sie im 14. Jahrhundert dem berühmten Minnesänger Oswald von Wolkenstein. Nach ihm ist auch der Oswald von Wolkenstein-Ritt benannt. Das Mittelalterspektakel mit Turnieren und Umzügen findet jedes Jahr in den drei Dörfern Kastelruth, Seis und Völs statt. Wer Lust auf die vielfältigen Wandermöglichkeiten bekommen hat, findet auf den nächsten Seiten Anregungen für leichte, mittlere und schwere Touren und dazu jede Menge Informationen zu Kultur und Attraktionen der Region. Lassen Sie sich verführen.
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