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Wandern im Tannheimer Tal - Genuß im Allgäu
Buntes Kleinod - Saisonstart im Tannheimer Tal
Die Tannheimer Berge machen den Saisonstart zum abwechslungsreichen Hochgenuss – Panorama inklusive.
Sepp Sint stellt die große Tasse Milchkaffee ab und lacht. »Einen Lieblingsberg? Nein, den habe ich nicht. Ich gehe überall hinauf, und das nicht nur einmal pro Saison.« Der 65-Jährige unterscheidet nicht mehr nach Gipfeln und Bergen, sondern liebt seine Heimat als Ganzes. Er war schon in vielen Gebirgen der Welt unterwegs, vom Extremtrekking in Nepal bis zu Skitouren in Marokko. Jetzt ist der ehemalige Zollwächter und Polizist in Frühpension und legt bei sich zu Hause im Tannheimer Tal als Bergsportführer so richtig los.
Die schönsten Wanderrouten im Tannheimer Tal:
Tour 1: Lailachspitze (2274 m)
Tour 2: Geißhorn (2249 m)
Tour 3: Rohnenspitze (1990 m) und Zirleseck (1872 m)
Tour 4: Nesselwängler Scharte (2007 m)
Tour 5: Krinnenspitze (2000 m)
Sepp weiß genau, was die Region für Wanderfreunde so reizvoll macht: Insgesamt 25 bewirtschaftete Hütten und Almen verteilen sich über das Hochtal in den Allgäuer Alpen und weben so ein dichtes Netz aus gemütlichem Unterschlupf und zünftiger Verpflegung. Und der Bergfrühling! Wenn zwischen Hindelang und Reutte im Mai die Almwiesen anfangen zu blühen, färben sich die Hänge mit Löwenzähnen, Sumpfdotterblumen, Hahnenfuß & Co. kräftig gelb. »Das zeigt doch, dass die Natur hier noch in Ordnung ist«, sagt Sepp, und seine Augen weiten sich vor Begeisterung, die dicken Brauen wandern nach oben, der buschige, weiße Haarschopf hüpft auf der Stirn.
Alpenrosen strahlen in den heißen Monaten rot auf den Berghängen, und die kräftigen Rottöne der Kohlröschen schmücken die Wiesen. Arnika, Eisenhut und Edelweiß steuern weitere Töne zum Farbspektakel bei. Besonders auf der Wanderung zur Rohnenspitze (1990 m) durchquert man im Sommer weite Felder blühender Alpenrosen-Sträucher. Der sanft geformte Berg schiebt sich breit und verhältnismäßig sanft von Westen ins Tannheimer Tal hinein, unweit von Tannheim selbst, das in der Mitte des 18 Kilometer langen Hochtals liegt. Sanft zieht es sich vom Lechtal nach Westen hin, hoch oben lugen graue Felsspitzen aus den saftigen Matten. Sechs Gemeinden reihen sich aneinander. Wer von Reutte kommt, zweigt in Weißenbach nach rechts ab und trifft bald auf Nesselwängle, die erste der sechs Ortschaften. Am türkis-grün schimmernden Haldensee vorbei geht es nach Grän, dann nach Tannheim, Zöblen und Schattwald. Jungholz am Ende des Tals erreicht man nur über einen kurzen Schlenker über die Grenze durch das benachbarte Allgäu.
Zur Rohnenspitze wandert man von Tannheim los, genauer gesagt von der Siedlung Wiesle. Die größtenteils guten und sanft ansteigenden Wege eignen sich gut zum Einwandern, am Gipfel lockt dann eine schmale Gratpassage nach Süden zum Zirleseck (1872 m). Keine Bange – der Weg ist sehr gut gesichert, und oben öffnet sich der Blick über das nördliche Tannheimer Tal mit dem Gimpel und der markanten Roten Flüh nordwärts. Im Süden aber lockt das stolze Geißhorn (2249 m).

