Fichtelgebirge

Wandern und Biken im Fichtelgebirge

Fichtelgebirge
Foto: pixabay
Blockmeere, bizarre Felsformationen und stille Wälder: Im Fichtelgebirge kommt nicht selten Märchenstimmung auf. Wander- und Bike-Tipps für die Gegend um Weißenstadt, Selb, Wunsiedel, Ochsenkopf und Co. ...

"Der Granit lässt mich nicht los!" schrieb Johann Wolfgang von Goethe seiner Freundin Charlotte von Stein. Dreimal bereiste der naturwissenschaftlich interessierte Dichter das Fichtelgebirge, in dem man von Granit über Glimmerschiefer bis hin zu Marmor fast 90 Prozent aller Gesteinsarten findet. Auch Wanderern gefallen die bizarren Felsformen, Blockmeere und Aussichtsgipfel, die so charakteristisch für dieses Mittelgebirge nordöstlich von Bayreuth sind. Wie ein Hufeisen umfasst das "Dach Frankens" die Selb-Wunsiedler-Hochebene, über 3000 Kilometer markierte Wanderwege durchlaufen es. Weitwanderern bieten sich Mehrtagestouren wie auf dem Fichtelgebirgshöhenweg an, mit Übernachtungen in den Berghütten des Fichtelgebirgsvereins. Wer Standortwanderungen unternimmt, findet zum Beispiel im Jagdschloss Fahrenbühl (jagdschloss-fahrenbuehl.de) etwas außerhalb von Schwarzenbach ein Basislager. Unbedingt ansteuern: das Luisenburg-Felsenlabyrinth mit seinen riesigen Granitblöcken und das Blockmeer unterhalb des Kösseine-Gipfel.

1 Auf den Schneeberg

Auf den höchsten Berg des Fichtelgebirges wandert man besonders schön auf einer Rundtour, die in der Kleinstadt Weißenstadt am Ufer des Weißenstädter Sees beginnt. Vorbei an Felsenkellern und durch Wiesen führt der Weg bald in den Wald und hinauf zu den markant geschichteten Felsen des Rudolfsteins. Schmale Pfade führen weiter Richtung Schneeberggipfel (1051 m), nur das letzte Stück geht man auf einer Straße, die aber für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Auf dem Rückweg lockt noch die Weißenhaider Mühle zur Einkehr, bevor man nach knapp vier Stunden Gehzeit wieder Weißenstadt erreicht (15,5 km, 450 Hm).

Start: Weißenstadt, Parkplatz "Kellerhaus"
Buch: Rother Wanderführer "Fichtelgebirge"
Karte: Fritsch Wanderkarte Nr. 52, 9,30 Euro

2 Höhenweg

Der Höhenweg von Schwarzenbach nach Wunsiedel ist einer der schönsten und ältesten Wanderwege des Fichtelgebirges. Er präsentiert auf 47,5 Kilometern alle Besonderheiten der Region: Felsentürme, die aus dem Hochwald herausragen, Granitblockmeere in Gipfelbereichen und auch das berühmte Luisenburg-Labyrinth. Auf der Tour gelangt man auf Gipfel wie den Großen Waldstein, den Schneeberg, die Hohe Matze und die Kösseine: 1538 Höhenmeter kommen so zusammen. Zum Übernachten bieten sich Hütten wie das Waldsteinhaus und das Seehaus an.

Start: Schwarzenbach an der Saale
Karte: Fichtelgebirge, Kompass, 10 Euro
Info: fichtelgebirgsverein.de/wandern-wege

3 Über dem Ölschnitztal

Im Ölschnitztal bei dem kleinen Kurort Bad Berneck sorgen bis zu 200 Meter hohe, felsige Berghänge und eine Reihe von Ruinen und Burgen für schöne Wandereindrücke. Eine rote Fichte auf weißem Grund markiert den "Thiesenring", der als 10 Kilometer lange Rundtour dem Lauf des Baches Ölschnitz folgt. Für knackige Anstiege belohnen immer wieder weite Blicke (480 Hm, 3 h).

Start: Parkplatz Ortseingang Bad Berneck
Info: thiesenring.de

Fichtelgebirge: Auch ein Paradies für Mountainbiker

Die Porzellanlinie zum Beispiel bringt Biker zu einem Mountainbike-Klassiker im Fichtelgebirge: der zweieinhalbstündigen Runde über den Ort Fleckl, den Ochsenkopf, die urige Gaststätte Seehaus und den Fichtelsee. Reine Downhiller nutzen den Ochsenkopf anders: Sie schweben per Bahn hinauf und stürzen sich dann über den mehr als zwei Kilometer langen Singletrail hinab zur Südstation. Entschärfte Umfahrungen helfen an den schwierigsten Passagen weiter. Und am Ziel geht es umgehend wieder hinauf zur nächsten Tour ...

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29.04.2016
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Ausgabe 04/2016