Spiel der Gezeiten - Wanderungen am Wattenmeer

An der Nordseeküste - Wattwanderungen

Das Wattenmeer der Nordsee ist mit 9000 Quadratkilometern das größte der Welt. Der deutsche Teil ist als Nationalpark geschützt. outdoor hat die besten Wattwanderungen ausgekundschaftet.

Wasser ist nicht immer in Sicht an der deutschen Nordseeküste: Zweimal am Tag zieht es sich zurück und hinterlässt eine riesige Schlicklandschaft, durchzogen nur von einigen Strömen, den sogenannten Prielen. Jetzt herrscht für einige Stunden Ebbe, die von Möwen und anderen Wasservögeln emsig zur Futtersuche genutzt wird. Nicht gefiederte Zweibeiner sollten unbedingt die Gelegenheit nutzen, diese einzigartige Landschaft bei einer Wattwanderung kennenzulernen. Stundenlang geht es durch festes Sandwatt oder rutschigeres Schlickwatt, ein frischer Wind weht, die Luft schmeckt wunderbar nach Salz.

Die schönsten Ziele von Wattwanderungen sind die kleinen Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln, die Niedersachsen und Schleswig-Holstein vor­gelagert sind. Nach einer Pause auf den idyllischen Inseln, von denen die meisten autofrei sind, geht es dann per Schiff zurück zum Festland. Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Wattwanderung zu einer Hallig: Dort schützen die Bewohner sich vor Sturmfluten, indem sie ihre Häuser auf eigene Hügel bauen. Aber ganz egal, wo Sie das Watt erkunden, die wichtigste Regel lautet: Niemals ohne einen Wattführer losgehen! Denn nur er kann beurteilen, wo man im Schlickwatt hüfttief versinken würde, welche Priele gefahrlos durchquert werden können und wann die Flut kommt und sich den Meeresboden zurückerobert.

Bei Ebbe auf dem Meeresboden Wandern ist ein Vergnügen. Die drei schönsten Wattwander­gebiete an der Nordseeküste:

 

Amrum Leuchtturm
Foto: © Michaela Schöllhorn / PIXELIO Typisch Amrum: malerischer Leuchtturm über den Dünen.

Von Amrum nach Föhr

Die etwa acht Kilometer lange Wanderung zwischen den Nordfriesischen Inseln Amrum und Föhr bietet das volle Wattenmeer-Spektrum: Muscheln, Wattwürmer und sogar ein altes Schiffswrack. Außerdem muss unterwegs ein Priel durchquert werden, dessen Wasser Wanderern schon mal bis zur Hüfte reichen kann.

Mehr Infos: www.amrum.de

 

Nordfriesland Standkörbe
Foto: © x-ray-andi / PIXELIO Auch noch bei stürmischen Wetter gemütlich - Strandkörbe an der Küste.

2. Nordfriesland

Halligen sind kleine Inseln vor Schleswig-Holsteins Westküste, die nicht mit Deichen vor Sturmfluten geschützt werden. Deswegen stehen die Häuser dort auf Hügeln, sogenannten Warften. Die Touren, die man bei Boy Boysen ab Dagebüll und Schlüttsiel zu den Halligen Hooge, Langeness, Gröde und Oland buchen kann, sind sechs bis elf Kilometer lang.

Mehr Infos: www.wattlaeufer.de

 

Ostfriesland Möwe
Foto: © Helmut Brunken / PIXELIO Ständiger Begleiter an der Küste - die Möwe.

3. Ostfriesland

Langeoog, Spiekeroog, Minsener Oog –
beinahe alle scheinen sie auf »-oog«
zu enden, die Namen der Ostfriesischen Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. In den zugehörigen Hafenorten, die fast alle auf »-siel« enden, beginnen die Wattwanderungen, die das vierköpfige Füh­rer­team um Ralf Hensel anbietet (8 bis 22 km Länge).

Mehr Infos: www.wattwandern.de

Die Nordsee aus der Vogelperspektive - Impressionen im Video:

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13.10.2011
© outdoor
Ausgabe 12, 10/2009, 2009